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28. Apr 2026

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Lifestyle

Aufgeben ist keine Option – mit Joey Kelly, Ultraläufer & Extremsportler

Journalist: Julia Butz

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Foto: Getty Images/unsplash, Thomas Stachelhaus

Lieber durchlaufen als liegenbleiben: Wie Joey Kelly Grenzen neu definiert und warum Schlaf manchmal überbewertet wird.

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Joey Kelly, Ultraläufer & Extremsportler

Für Joey Kelly ist ein gutes Wochenende nicht unbedingt eins mit Sofa, Serie und Pizza. Der Abenteurer und Extremsportler hat sich einen Ruf dafür erarbeitet, Dinge zu tun, bei denen andere sich schon beim Gedanken daran lieber an der Fernbedienung festklammern. 24 Stunden auf einer entgegenfahrenden Rolltreppe laufen? Muss man nicht unbedingt haben. Ein Wettlauf zum Südpol, 300 Kilometer mit dem Kanu über den wilden Yukon River oder bei eisigen Temperaturen in den Bergen Neuseelands ausgesetzt werden und schauen, wie man dort mit nur sieben Ausrüstungsgegenständen klarkommt? Klingt auch nicht wirklich gemütlich. Wenn Joey Kelly gerade mal nicht in der Wildnis unterwegs ist, setzt er sich aufs Fahrrad und fährt 5.000 Kilometer quer durch die USA. Schlaf? Gibt’s nur kurz am Straßenrand. Kommentiert werden solche Herausforderungen eher trocken: „Nach drei Tagen weiß man sowieso nicht mehr, wie müde man ist, da kann man auch einfach weiterfahren.“ Von seiner Community als „Mindset-Monster“ gefeiert, stellt sich die Frage: Woher nimmt der vierfache Familienvater diese Kraft? Bekannt geworden ist Joey Kelly ursprünglich als Musiker der Familienband The Kelly Family. Heute denken viele bei seinem Namen eher an Wüstenläufe, Ultramarathons, Radfahren ohne Pause und ziemlich wilde Outdoor-Projekte. Wenn es also irgendwo auf der Welt eine extreme Challenge gibt, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass Joey Kelly es schon ausprobiert hat – oder gerade dabei ist.

Damit die Chancen steigen, die eigene Komfortzone auch mal hinter sich zu lassen, teilt Joey Kelly im Interview einige seiner Ausrüstungs-Hacks:

Joey, wenn Sie ein Outdoor-Abenteuer planen: Nach welchen Prinzipien stellen Sie Ihre Ausrüstung zusammen? Für mich ist es entscheidend, trocken zu bleiben und gut zu schlafen. Deswegen setze ich auf einen guten Schlafsack, eine einfaches Tarp und wasserfeste Kleidung. Auch ausreichend Licht ist wichtig für mich. Eine gute Stirnlampe hat mich schon des Öfteren aus brenzligen Situationen befreit. Das ist eines der Ausrüstungsteile, ohne die ich niemals losgehen würden, egal ob Deutschland, Dschungel oder Wüste.

Wie sieht Ihre Minimal‑Ausrüstung für ein mehrtägiges Bushcraft-Abenteuer in Europa aus, was ist wirklich unverzichtbar? Auf langen Touren zählt jedes Gramm. Deshalb stelle mir immer eine einfache Frage: Brauche ich es wirklich oder beruhigt es nur mein Gefühl? Ich versuche, so minimalistisch wie möglich zu packen. Alles, was mehrere Funktionen erfüllen kann, ist ideal. Zum Beispiel Kleidung, die sowohl als Isolation als auch als Schlafkleidung funktioniert. Erfahrung hilft dabei enorm. Nach vielen Expeditionen weiß man ziemlich genau, was man auch wirklich benutzt.

Gibt es Fälle, bei denen Sie gemerkt haben: Ab jetzt entscheidet das Equipment über Erfolg oder Abbruch? Oh ja, dabei muss ich sofort an die dritte Staffel von „7 vs. Wild“ denken, als wir auf einer einsamen Insel in Kanada ausgesetzt wurden. Mein Wasserfilter war dort absolut entscheidend, denn das Wasser war kontaminiert und ohne Filter praktisch nicht trinkbar – ohne Filter hätte ich abbrechen müssen.

Alles, was mehrere Funktionen erfüllen kann, ist ideal. Zum Beispiel Kleidung, die sowohl als Isolation als auch als Schlafkleidung funktioniert.

Welche Unterschiede gibt es bei Schlafsack, Isomatte und Shelter in Hitze vs. Kälte? Entscheidend ist vor allem das richtige Wärmemanagement, nicht der Komfort. In der Kälte versuche ich, möglichst viel Wärme zu halten, während es bei Hitze eher darum geht, überschüssige Wärme loszuwerden. Bei niedrigen Temperaturen greife ich deshalb zu einem Schlafsack mit entsprechendem Temperaturbereich und möglichst wenig Luftzug, da zählt wirklich jedes Grad. Bei Hitze reicht oft ein sehr leichter Sommerschlafsack. Die Isomatte wird häufig unterschätzt. Sie ist bei Kälte fast wichtiger als der Schlafsack, weil der Körper sonst die Wärme an den Boden verliert. Beim Shelter ist es ähnlich: In kalten Regionen will man Windschutz und möglichst wenig Wärmeverlust, also ein geschlossenes Zelt oder Tarp mit niedrigem Aufbau. In der Hitze dagegen ist Belüftung entscheidend: ein offenes Tarp, eine Hängematte oder ein sehr luftiges Zelt, damit die Luft zirkulieren kann.

Ein Thema, an das viele vielleicht nicht als Erstes denken: Fußgesundheit. Was empfehlen Sie an Schuhen oder Socken und wie schützen Sie ihre Füße? Meine Regel Nummer eins: Füße trocken halten. Denn feuchte oder sogar nasse Füße sind der schnellste Weg zu Blasen. Deshalb habe ich immer mehrere Wechselsocken dabei. Und bei langen Läufen wechsle ich ungefähr alle 40 bis 50 Kilometer meine Laufschuhe, als kleiner Reset für die Füße.

Welche Ausrüstungsfehler sehen Sie bei Einsteigern am häufigsten? Der größte Fehler ist es, zu viel mitzunehmen. Viele tragen Dinge, die sie am Ende nie benutzen. Der zweite Fehler besteht darin, neues Equipment direkt auf Expedition mitzunehmen, ohne es getestet zu haben. Ich teste alles vorher: Schuhe, Rucksack, Kleidung. Erst, wenn ich weiß, dass es für mich funktioniert, kommt es auf eine lange Tour mit.

Wie würden Sie einem Anfänger erklären, sein Setup Schritt für Schritt zu testen? Ich würde jedem Beginner raten: Erst Erfahrung sammeln, dann Geld ausgeben. Viele kaufen am Anfang teure Ausrüstung und merken später, dass sie eigentlich etwas ganz anderes brauchen. Der erste Schritt ist, mit dem zu starten, was man schon hat oder sich einfach ausleihen kann. Dann macht man ein oder zwei kurze Touren, zum Beispiel eine Nacht draußen oder eine kleine Wochenendtour. Dabei merkt man schnell, was funktioniert und was nicht. Danach würde ich ein Teil nach dem anderen verbessern.

Die Isomatte wird häufig unterschätzt. Sie ist bei Kälte fast wichtiger als der Schlafsack, weil der Körper sonst die Wärme an den Boden verliert.

Factbox

Joey Kelly hat beeindruckende Statistiken aufgestellt, darunter 31 Ultramarathons, 13 Ironmans, 10 Wüsten-Ultraläufe, 4 Race Across America, 50 Marathons und über 100 Halbmarathons sowie Triathlons. Dazu kommen Abenteuer wie 250 km Atacama-Crossing, Berlin-Peking (12.000 km) sowie einige Guinness-Rekorde.

27. Mär 2026

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Lifestyle

Zwischen Feinschliff und Neuanfang

![Helen Briem_(c)_Frank Föhlinger (2) Online.JPG](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Helen_Briem_c_Frank_Foehlinger_2_Online_23388c2dce.JPG) Helen Briem (20) ist eine der größten Hoffnungsträgerinnen im deutschen Golfsport. Nach ihrer Zeit als Weltranglistenerste bei den Amateuren und beeindruckenden Auftritten auf der Ladies European Tour schlägt sie nun bereits in ihrer zweiten Profi-Saison auf der prestigeträchtigen LPGA-Tour ab. **Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer Vorbereitung?** Ich möchte wieder mehr Konstanz in mein langes Spiel bringen, vor allem aus der Tee Box. Daher arbeite ich intensiv an meinem Schwung. Aber auch das Putten steht im Fokus. Zudem werde ich ein paar Tage früher zum ersten Turnier anreisen, um dort auf Rasen und unter Turnierbedingungen den letzten Feinschliff zu bekommen. **Worauf sind Sie mit Blick auf die kommenden Monate gespannt?** Ich freue mich auf meine erste Saison auf der LPGA, werde aber auch das ein oder andere LET-Turnier spielen. Das ist jedoch recht schwer zu planen. Daher bin ich gespannt, welche Turniere ich schlussendlich spielen werde und, ob es vielleicht sogar für das ein oder andere Major reicht. **Was gibt Ihnen auf dem Platz Vertrauen?** Ich versuche, mich auf meinen Rhythmus zu fokussieren. Ich weiß auch, dass es meist einen nächsten Tag gibt, an dem es wieder besser laufen kann. Außerdem stehen auf der Scorekarte keine Bilder – der Ball muss ins Loch, nicht jeder Schlag muss perfekt aussehen. Genau das rate ich auch Amateurgolfern: den Fokus auf den Rhythmus legen und sich nicht auf perfekte, sondern auf effektive Schläge konzentrieren. ![Nicolai von Dellingshausen_(c)_Frank Föhlinger Online .jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Nicolai_von_Dellingshausen_c_Frank_Foehlinger_Online_c8e56cb3d7.jpg) Nicolai von Dellingshausen (33) absolviert dieses Jahr seine vierte volle Saison auf der DP World Tour. Im vergangenen Jahr feierte er in Österreich seinen Premierensieg in der europäischen Eliteklasse und krönte die Spielzeit als bester Deutscher im Gesamtranking. **An welchen Details arbeiten Sie jetzt besonders, um sich optimal auf die Turniere einzustellen?** Ich arbeite vor allem daran, eine bessere Balance zwischen Belastung und Regeneration zu finden. Ich versuche, dieses Jahr bewusster zu planen und gleichzeitig die spielerischen und mentalen Fortschritte aus 2025 weiterauszubauen. **Welche Erwartungen haben Sie für diese Saison?** In der Vergangenheit haben meine Erwartungen selten zu etwas Positivem geführt. Daher versuche ich mich davon zu lösen. Wichtiger sind für mich die Standards, die ich mir über die Zeit erarbeitet habe – sowohl im spielerischen als auch im mentalen Bereich. Diese möchte ich nicht nur halten, sondern weiterentwickeln. **Wie gelingt es Ihnen, in entscheidenden Momenten fokussiert zu bleiben?** Es hilft mir, meine Gefühle in dem Moment bewusst wahrzunehmen und ehrlich zu mir zu sein. Dieses Annehmen von Druck oder Nervosität sorgt für Klarheit und gibt mir das Vertrauen, auch in schwierigen Momenten die richtigen Entscheidungen zu treffen. ![Max Kieffer_(c)_Frank Föhlinger_U (1) Kopie Online.JPG](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Max_Kieffer_c_Frank_Foehlinger_U_1_Kopie_Online_8aacbd4d7b.JPG) Max Kieffer (35) zählt seit über einem Jahrzehnt zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Golfsports. Nachdem der Düsseldorfer beeindruckende 13 Jahre ununterbrochen auf der DP World Tour aktiv war, nutzt er die Erfahrungen einer herausfordernden vergangenen Saison nun als Ansporn für einen fokussierten Neustart im kommenden Jahr. **Welche Themen stehen im Vordergrund?** Aktuell liegt mein Fokus vor allem darauf, mein Eisenspiel und mein Putten wieder auf ein höheres Level zu bringen. Im Eisenspiel ist es eine Mischung aus gezieltem Techniktraining und dem Übertragen der technischen Anpassungen auf den Platz. **Was nehmen Sie sich für diese Saison vor?** Ergebnistechnisch ist mein klares Ziel, mir die Tour-Karte der DP World Tour zurückzuholen. Gleichzeitig möchte ich mein Spiel weiterentwickeln und wieder auf ein hohes Level bringen. **Was hilft Ihnen, nach Rückschlägen den Kopf wieder freizubekommen?** Golf darf man nicht zu ernst nehmen. Rückschläge gehören dazu. Und mir hilft es, bewusst aus der Turnier-Bubble herauszukommen und Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Das rate ich auch Hobbygolfern: sich von schlechten Runden nicht zu sehr mitnehmen zu lassen und den Spaß am Spiel zu bewahren. ![Alexandra Försterling_(c)_Frank Föhlinger_2 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Alexandra_Foersterling_c_Frank_Foehlinger_2_Online_d89ae6c7c0.jpg) Alexandra Försterling (26) zählt zu den erfolgreichsten deutschen Golferinnen der vergangenen Jahre. Die Berlinerin startete 2023 als Profi durch, konnte seitdem bereits viermal auf der Ladies European Tour gewinnen und durfte bei den olympischen Spielen für das Team Deutschland antreten. **Woran arbeiten Sie in Ihrer Vorbereitung auf die neue Saison besonders?** Aktuell arbeite ich intensiv an meinem Schwung, da sich dafür die Saisonpause am besten eignet. Gleichzeitig lege ich großen Wert auf körperliche Regeneration, um nach meiner Verletzung 2025 wieder mein volles Potenzial zu erreichen. **Mit welchen Zielen gehen Sie in diese Saison?** Mein Ziel ist es, wieder im Siegerkreis zu stehen. Gleichzeitig möchte ich in jedem Turnier mein Bestes geben, geduldig bleiben, meinem Spiel vertrauen und die Freude am Golf bewahren. **Was hilft Ihnen, in Drucksituationen ruhig zu bleiben?** In Drucksituationen hilft mir die Konzentration auf meine Bauchatmung. Das beruhigt mich und senkt den Puls. Zudem lenke ich mich kurz ab, etwa durch ein lockeres Gespräch mit meinem Caddie. Das können auch Freizeitgolfer übernehmen: Ruhig atmen, im Moment bleiben und sich nicht von der Situation überwältigen lassen.