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30. Apr 2026

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Lifestyle

Motorsport ist Teamarbeit – Im Interview mit Andreas Roos, Leiter BMW M Motorsport

Journalist: Katja Deutsch

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Foto: Presse

Andreas Roos, Leiter BMW M Motorsport, hat gemeinsam mit seinem Team ein spektakuläres Sonderfahrzeug entwickelt: den BMW M3 Touring 24 H. Was ursprünglich als Aprilscherz gedacht war, stieß in der BMW-Community auf so große Begeisterung, dass das Projekt tatsächlich Realität wurde – und nun sogar vor seinem Einsatz beim 24-Stunden-Rennen steht. Doch so sehr der Fokus oft auf den bejubelten Fahrern liegt: Motorsport ist das Ergebnis ausdauernder und präziser Teamarbeit.

Herr Roos, welche Grundsätze haben Sie auf dem Weg zum Motorsportchef von BMW immer im Hinterkopf behalten? Der Motorsport begleitet mich schon seit meiner Kindheit – und er ist eine der größten Teamsportarten überhaupt. Ich habe zum Beispiel noch nie erlebt, dass ein Rennfahrer beim Boxenstopp selbst seine Reifen wechselt. Klar werden die Fahrer oft als Helden gesehen, aber zu 99,9 Prozent steckt hinter jedem Sieg ein starkes Team, das genauso wichtig ist wie der Fahrer selbst.

Diese Haltung habe von Anfang an gelebt. Rennfahrer sind wichtige Identifikationsfiguren. Aber die wirklich Guten wissen genau, wem sie auch ihren Erfolg zu verdanken haben – nämlich dem Team im Hintergrund.

Sie haben es geschafft, aus einem Aprilscherz im letzten Jahr ein reales Rennfahrzeug entstehen zu lassen: den BMW M3 Touring 24 H, ein spektakuläres Sonderprojekt ohne wirklichen „Sinn“. Was hat Sie daran so gereizt und wie konnten Sie das durchboxen? Die Idee kam schon 2022 mit dem Serienstart vom BMW M3 Touring auf. 2025 haben wir das Ganze dann erstmal als digitalen Aprilscherz weitergedacht, und ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, wie krass positiv die gesamte Motorsport- und BMW-Community darauf reagiert.

Dann ist schnell die Frage aufgetaucht: Warum bauen wir den eigentlich nicht? Wir haben das Projekt dann trotz der schwierigen Zeiten in der Autoindustrie mit unseren Partnern umsetzen können. Technisch steckt viel vom BMW M4 GT3 Evo drin, nur eben angepasst auf den Touring. Die Community hat den Impuls gegeben, und wir haben geliefert!

Was war für das Team bei dieser ungewöhnlichen Silhouette die größte Herausforderung hinsichtlich der Aerodynamik? Wir wollten den gleichen Abtrieb wie beim BMW M4 GT3 Evo erreichen und gleichzeitig eine saubere Balance zwischen Vorder- und Hinterachse sicherstellen. Das ist wichtig, weil moderne GT3-Autos extrem von Downforce leben, denn darüber holst du am Ende die Rundenzeit. Besonders auf der Nürburgring Nordschleife, wo Stabilität in schnellen Kurven entscheidend ist.

Vorne war das relativ einfach, da der Bereich weitgehend dem GT3 entspricht. Die eigentliche Herausforderung lag hinten: Durch die Touring-Karosserie musste die Aerodynamik angepasst werden: durch einen weiter hinten positionierten Heckflügel, veränderte Fahrzeughöhe und optimierte Anströmung.

Beim 24-Stunden-Rennen sollen die Fahrer unter allen Bedingungen konstant Leistung bringen können, deshalb spielen Dinge wie Sitzposition, Belüftung, Temperaturen im Cockpit und generell das Wohlbefinden im Auto eine riesige Rolle.

24 Stunden im Auto können quälend lang sein. Wie habt ihr beim BMW M3 Touring 24 H kompromisslose Performance und ergonomische Verantwortung gegenüber dem Fahrer zusammengebracht? BMW-M-Modelle aus der Serie sind so gebaut, dass sie auf der Rennstrecke top performen und gleichzeitig super im Alltag funktionieren. Beim 24-Stunden-Rennen sollen die Fahrer unter allen Bedingungen konstant Leistung bringen können, deshalb spielen Dinge wie Sitzposition, Belüftung, Temperaturen im Cockpit und generell das Wohlbefinden im Auto eine riesige Rolle. BMW hat da extrem viel Erfahrung, weil der Großteil ihrer Rennen Langstreckenrennen sind. Die Reaktionen der Fahrer waren durchweg positiv.

Sollte es Ihrer Meinung nach mehr solch charmante Spielereien im Motorsport geben? Wir machen solche Projekte, denn Motorsport hat immer auch eine klare Marketingfunktion. In der BMW M GmbH bauen wir die sportlichsten Fahrzeuge der BMW AG, und das wollen wir auch zeigen. GT-Modelle wie der BMW M4 GT4 EVO oder der BMW M4 GT3 EVO zeigen, was möglich ist, wenn man Straßenfahrzeuge konsequent in Richtung Rennsport weiterdenkt. Gleichzeitig geht es auch immer um den Wettbewerb, zum Beispiel mit dem Porsche 911.

Welche Chancen rechnen Sie Ihrem Baby beim SP-X (24 H Rennen aus am Nürburgring? Das Auto ist ein bewusstes One-off und startet deshalb in der SP-X-Klasse der 24h-Nürburgring, die genau für solche Sonderprojekte gedacht ist. Die Chancen hängen jetzt vor allem davon ab, ob wir mit dem Fahrzeug über die komplette Distanz kommen, ohne Kollisionen oder technische Probleme. Wenn das gelingt, ist ein Platz im vorderen Feld der SP-X-Klasse und sogar des gesamten Starterfeldes realistisch. Das Potenzial dafür hat es bereits auf der Nordschleife gezeigt.

Wer wird ihn fahren? Jens Klingmann, Ugo de Wilde, Connor di Philippi und Neil Verhagen werden sich das Cockpit teilen und gemeinsam beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an den Start gehen.

Was passiert eigentlich mit der Erfindung, wenn sie jetzt die 24 Stunden lang gefahren wurde? Ein Kollektor hat sie bereits gekauft. Gerade nach einem 24-Stunden-Rennen wollen viele Sammler das Fahrzeug genauso behalten, wie es ins Ziel gekommen ist, authentisch, inklusive Schmutz und allem. Teilweise werden diese Fahrzeuge sogar konserviert.

Mich erinnert er ja so ein bisschen an Hot Wheels. Wie viele bei euch im Team haben keine Hot Wheels zu Hause? Leute im Motorsport haben einfach Benzin im Blut. Die sind alle total verrückt nach dem Sport und bringen unglaublich viel Enthusiasmus mit. Ich glaube, viele sind damit auch schon früh groß geworden – und haben wahrscheinlich sogar alle irgendwann mit Hot Wheels zuhause angefangen.

Gerade nach einem 24-Stunden-Rennen wollen viele Sammler das Fahrzeug genauso behalten, wie es ins Ziel gekommen ist, authentisch, inklusive Schmutz und allem.

Andreas Roos

  • „ist das schwarze Schaf in der Familie“: kommt aus einer reinen Apotheker-Familie (über mehrere Generationen) und hat den Motorsport gewählt.
  • bekommt nach jedem Rennen ein sehr offenes Feedback von seiner Mama.
  • erscheint gerne zu Interviews und stellt dann erstmal seine ganzen Fragen an die Journalisten.

29. Apr 2026

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Lifestyle

Sommermomente in Nah und Fern – Ein Beitrag von Lena Martin (@inspirationdelavie), Reisebloggerin und Content Creatorin

Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Städtereisen sind dabei für viele längst zu einer der liebsten Formen geworden, kurze Auszeiten zu nehmen: Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland zieht es jedes Jahr in eine Stadt. Dabei geht der Blick immer häufiger weg von den großen Klassikern wie Berlin oder Paris und hin zu Orten, die leiser erzählen, aber oft länger nachklingen. Städte wie Brügge mit ihren verwunschenen Gassen und stillen Grachten oder die Küstenregionen Andalusiens mit ihren weiten Ausblicken, kleinen Hafenstädten und dem lebendigen Málaga zeigen, wie viel Charme abseits der bekannten Routen steckt. Neben bekannten Sehnsuchtsorten wie Marseille oder Bremen stehen auf meiner persönlichen Bucket-List Städte wie Kopenhagen, Porto oder Gent. Orte, die Kultur, entspanntes Lebensgefühl und kulinarische Vielfalt auf ganz eigene Weise verbinden und genau deshalb im Gedächtnis bleiben. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, wie unterschätzt viele Destinationen noch immer sind! Ob Regensburg, Bamberg oder Pottenstein im Süden, Jena und Dresden im Osten, Lüneburg und Lübeck im Norden oder Saarburg, Wiesbaden und Baden-Baden im Westen – jede Region hat ihre eigenen „Perlen“, die es zu entdecken gilt. Gerade diese Orte sind perfekt für den Trend des Slow-Travels: durch Altstädte schlendern, architektonische Details entdecken und zwischendurch immer wieder innehalten, um regionale Spezialitäten zu genießen. >Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Denn Kulinarik ist einer der wichtigsten Bestandteile moderner Städtereisen. Besondere Märkte, kleine Cafés, lokale Restaurants und kreative Food-Konzepte prägen das Erlebnis ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Regionale Produkte, saisonale Gerichte und authentische Küche schaffen eine Verbindung zum Reiseziel, die weit über das Visuelle hinausgeht. Genau diese Mischung aus Entdecken und Genießen macht den Reiz vieler kleinerer Städte aus. Auch für Kurztrips und verlängerte Wochenenden bieten sich unzählige Möglichkeiten: Naturregionen wie das Fichtelgebirge, der Pfälzerwald oder der Schwarzwald verbinden Natur, kleine Wanderungen und Erholung mit kulinarischen Highlights. Ergänzt wird dieses Angebot durch charmante Kleinstädte und Ausflugsziele, die sich ideal für spontane Reisen eignen. Auch in unseren Nachbarländern zeigt sich dieses neue Reisegefühl ganz deutlich. Städte wie Straßburg, Dinant, Luxemburg oder Groningen stehen sinnbildlich für eine Art des Reisens, bei der es weniger um Größe oder Bekanntheit geht, sondern um Atmosphäre, Lebensgefühl und diese kleinen, unerwarteten Details, die einen Ort unverwechselbar machen. Der Sommer lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und vor allem Unbekanntem eine Chance zu geben. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Die schönsten Reiseerlebnisse entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – abseits der Touristenpfade, irgendwo zwischen kleinen Gassen, regionalen Köstlichkeiten und dem Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.