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28. Apr 2026

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Lifestyle

Körper und Seele nähren

Journalist: Kirsten Schwieger

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Foto: Roberta Sant’Anna/unsplash

Genuss hält die Sinne wach und das Herz jung. Er steht für die Kunst, das Leben nicht einfach nur verstreichen zu lassen, sondern es Schicht für Schicht auszukosten.

Seien wir ehrlich: Vieles verflüchtigt sich mit zunehmendem Alter. Es gibt aber auch Dinge, die mit wachsenden Lebensjahren zunehmen. Neben Erfahrung und Expertise ist dies auch die Leidenschaft für Genuss. Wenn der Alltag an hektischem Tempo verliert, öffnet sich ein Raum für die gezielte Wahrnehmung der kleinen, kostbaren Momente: Ein Spaziergang mit dem Hund, eine Partie Rummikub mit Freunden oder ein Nachmittag im Zoo mit den Enkeln. Aber auch der Duft frisch gebackenen Brotes oder Kuchen, das Aroma gemahlener Kaffeebohnen oder das vielschichtige Bouquet eines guten Weines auf der Zunge lässt die Herzen höherschlagen. So geht Genuss im Alter oft durch den Magen und spricht alle Sinne an. Unbestritten, dass ein Cappuccino auf einer venezianischen Piazza, fangfrischer Fisch mit Meeresrauschen oder ein guter Tropfen zum Sonnenuntergang noch um ein Vielfaches köstlicher schmeckt.

Glücklich, wer im Alter die Zeit, Vitalität und finanzielle Freiheit hat, den Spuren des Genusses auch geografisch zu folgen. So beginnt eine gelungene Reise oft auf dem Teller. In der Provence sind es Aromen von wildem Thymian und Lavendel, die sich im Honig wiederfinden, in Italien das Olivenöl, das nach Sonne und Erde schmeckt. Und jede sonnenverwöhnte Region bringt – abhängig von den jeweiligen Böden und Winzerqualitäten – einzigartige Reben und Weinkompositionen hervor. So stellen Weinreisen oder -wanderungen für viele Silver Traveller die Krönung des genussvollen Unterwegsseins dar. Sie vereinen Genuss mit dem Wissen um Handwerk und die Neugierde für die Landschaft, aus der ein Wein entspringt. Darüber hinaus kombinieren sie köstliche Rebensäfte mit authentischen Speisen, Abwechslung, Aktivität und Geselligkeit. Von der präzisen Struktur Süddeutschlands über die sommerliche Leichtigkeit der Provence bis hin zur sonnenverwöhnten Eleganz Italiens lässt sich die Vielfalt und Köstlichkeit europäischer Weinkultur auf einer genussvollen Reise Richtung Süden erkunden.

Unbestritten, dass ein Cappuccino auf einer venezianischen Piazza, fangfrischer Fisch mit Meeresrauschen oder ein guter Tropfen zum Sonnenuntergang noch um ein Vielfaches köstlicher schmeckt.

Auf dem Weg wartet die ein oder andere Überraschung. So präsentieren süddeutsche Weinregionen nicht nur kräftige Spätburgunder oder mineralische Silvaner, sondern haben auch raffinierte Rebsorten wie Merlot, Cabernet Dorsa oder Blaufränkisch im Repertoire. Die provenzalischen Rosés dagegen profitieren von der feinen Mineralität der auf Ton- und Kalkböden wachsenden Grenache-, Cinsault- und Syrah-Trauben und erfrischen mit fruchtigen Beerenaromen. Am südlichen Ufer des malerischen Gardasees findet sich eine der charmantesten Weinregionen Italiens: Das Lugana-Gebiet ist bekannt für seine hervorragenden Weißweine, die Fülle und Leichtigkeit gleichermaßen vereinen. Mit einem gekühlten Glas Lugana in der Hand die Abendsonne im Gardasee versinken zu sehen, ist die pure Definition von Genuss und Dolce Vita.

Fakten

Die Forschung betrachtet Genuss als eine aktive Fähigkeit, die maßgeblich zur mentalen und physischen Gesundheit beiträgt. So schüttet das Gehirn bei genussvollen Erlebnissen Glückshormone wie Endorphine und Dopamin aus. Andere Studien belegen, dass durch Genuss entstandene positive Emotionen die Abwehrkräfte stärken.

29. Apr 2026

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Lifestyle

Sommermomente in Nah und Fern – Ein Beitrag von Lena Martin (@inspirationdelavie), Reisebloggerin und Content Creatorin

Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Städtereisen sind dabei für viele längst zu einer der liebsten Formen geworden, kurze Auszeiten zu nehmen: Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland zieht es jedes Jahr in eine Stadt. Dabei geht der Blick immer häufiger weg von den großen Klassikern wie Berlin oder Paris und hin zu Orten, die leiser erzählen, aber oft länger nachklingen. Städte wie Brügge mit ihren verwunschenen Gassen und stillen Grachten oder die Küstenregionen Andalusiens mit ihren weiten Ausblicken, kleinen Hafenstädten und dem lebendigen Málaga zeigen, wie viel Charme abseits der bekannten Routen steckt. Neben bekannten Sehnsuchtsorten wie Marseille oder Bremen stehen auf meiner persönlichen Bucket-List Städte wie Kopenhagen, Porto oder Gent. Orte, die Kultur, entspanntes Lebensgefühl und kulinarische Vielfalt auf ganz eigene Weise verbinden und genau deshalb im Gedächtnis bleiben. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, wie unterschätzt viele Destinationen noch immer sind! Ob Regensburg, Bamberg oder Pottenstein im Süden, Jena und Dresden im Osten, Lüneburg und Lübeck im Norden oder Saarburg, Wiesbaden und Baden-Baden im Westen – jede Region hat ihre eigenen „Perlen“, die es zu entdecken gilt. Gerade diese Orte sind perfekt für den Trend des Slow-Travels: durch Altstädte schlendern, architektonische Details entdecken und zwischendurch immer wieder innehalten, um regionale Spezialitäten zu genießen. >Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Denn Kulinarik ist einer der wichtigsten Bestandteile moderner Städtereisen. Besondere Märkte, kleine Cafés, lokale Restaurants und kreative Food-Konzepte prägen das Erlebnis ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Regionale Produkte, saisonale Gerichte und authentische Küche schaffen eine Verbindung zum Reiseziel, die weit über das Visuelle hinausgeht. Genau diese Mischung aus Entdecken und Genießen macht den Reiz vieler kleinerer Städte aus. Auch für Kurztrips und verlängerte Wochenenden bieten sich unzählige Möglichkeiten: Naturregionen wie das Fichtelgebirge, der Pfälzerwald oder der Schwarzwald verbinden Natur, kleine Wanderungen und Erholung mit kulinarischen Highlights. Ergänzt wird dieses Angebot durch charmante Kleinstädte und Ausflugsziele, die sich ideal für spontane Reisen eignen. Auch in unseren Nachbarländern zeigt sich dieses neue Reisegefühl ganz deutlich. Städte wie Straßburg, Dinant, Luxemburg oder Groningen stehen sinnbildlich für eine Art des Reisens, bei der es weniger um Größe oder Bekanntheit geht, sondern um Atmosphäre, Lebensgefühl und diese kleinen, unerwarteten Details, die einen Ort unverwechselbar machen. Der Sommer lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und vor allem Unbekanntem eine Chance zu geben. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Die schönsten Reiseerlebnisse entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – abseits der Touristenpfade, irgendwo zwischen kleinen Gassen, regionalen Köstlichkeiten und dem Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.