29. Apr 2026
|
Lifestyle
Journalist: Silja Ahlemeyer
|
Foto: Nils Hasenau, Wasa Crispbread/unsplash
Sternekoch und TV-Juror Alexander Herrmann spricht über Trends der Sommerküche 2026 und verrät einfache Ideen für leichte, gesellige Genussmomente.

Alexander Herrmann, TV-Koch, Gastronom & Kochbuchautor
Welche Trends prägen die Sommerküche 2026? Ceviche ist für mich eines der besten Sommerrezepte überhaupt. Was aber gerade wirklich neu dazukommt, sind Ramen-Nudeln – allerdings nicht mit heißer Brühe, sondern mit kalter. Und da sehe ich im Moment ein kleines Flämmchen aufleuchten, das sich zu einem echten neuen Sommertrend entwickeln könnte.
Wie gelingt gutes Essen, das gleichzeitig leicht, frisch und gesellig ist? Das Schönste ist eigentlich ganz klassisch: selbst kochen – aber so, dass es von Anfang an gesellig wird. Also lieber große Platten und Schüsseln in die Mitte des Tisches stellen als jeden Teller einzeln anzurichten. Was zählt, ist die Situation: dass man zusammensitzt, dass die Gäste sich wohlfühlen. Und wenn das Ganze dann noch draußen stattfindet, macht das noch einmal einen Unterschied.
Welche Rezeptidee für ein schönes Dinner an einem lauen Sommerabend steht bei Ihnen dieses Jahr ganz weit oben? Sommerpasta! Tomaten in Würfel schneiden, samt dem Inneren in einer Pfanne mit Olivenöl und ganz wenig Zwiebeln kurz erhitzen – nur so weit, dass das Olivenöl und die Tomate leicht binden. Dann dicke Spaghettoni hineinschwenken, viel frischen Basilikum dazu, wer möchte natürlich auch Knoblauch – fertig. Gegessen wird das nicht heiß, sondern irgendwo zwischen lauwarm und Zimmertemperatur. Parmesan dazu ist Pflicht. Das ist vielleicht kein klassisches Dinner, aber für einen Sommerabend absolut ideal.
Ein Aufstrich auf gutem Brot funktioniert immer und überall. Ich brauche dazu ein Glas Wein, dann bin ich glücklich.
Und welche Zutaten dürfen beim Picknick auf keinen Fall fehlen? Das sind selbst gemachte Gemüseaufstriche: Lieblingsgemüse schön anbraten, abkühlen lassen und mit dem Messer fein hacken. Meistens ist dann schon genug Bindung da – wenn nicht, hilft ein kleiner Löffel Ricotta wunderbar, oder eine Oliventapenade, die zusätzlich Kraft und Tiefe gibt. Das Ganze schön in ein Glas, mit Kräutern und Gewürzen individuell abgeschmeckt – das ist beim Picknick ein absoluter Genuss. Ein Aufstrich auf gutem Brot funktioniert immer und überall. Ich brauche dazu ein Glas Wein, dann bin ich glücklich.
Saisonales Gemüse haltbar machen – was ist Ihr Ansatz? Der Sud ist grundsätzlich ganz einfach: zwei Teile Weißweinessig, ein Teil Wasser, ein Teil Weißwein, ein Teil Zucker – einmal aufkochen lassen, eine Prise Salz dazu und welche Gewürze man mag. Das ist die Basis fürs Einlegen. Gemüse, das noch garen muss – wie Zwiebelspalten oder grüner Spargel – sollte im Sud wirklich durchgekocht werden. Kirschtomaten brauchen mindestens 24 Stunden zum Ziehen, sind dann aber fertig. Dazwischen liegen Gemüse wie Salat oder Gurke – die müssen kurz im Sud aufkochen und garen beim Abkühlen nach. Mein wichtigster Rat: einfach mal machen. Sud kochen, ein kleines Glas einlegen, am nächsten Tag probieren – nach 24 Stunden ist der Austausch von Säure, Zucker, Salz und Gewürzen schon fast vollendet, und man merkt sofort, ob man noch nachsteuern möchte. Immer darauf achten, dass der Sud das Gemüse wirklich vollständig bedeckt.
Mein wichtigster Rat: einfach mal machen.
Alexander Herrmann ist bereits in der neunten Generation Gastronom – seine Familie betreibt seit rund 150 Jahren ein Wirtshaus in Wirsberg. Seit fast 30 Jahren ist er dazu regelmäßig als Fernsehkoch in diversen Formaten zu sehen.