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24. Dez 2021

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Gesundheit

Best Ager – mittendrin statt nur dabei!

Journalist: Uwe-Matthias Müller

Viel ist in den letzten Monaten von den gesellschaftlichen Mega-Themen Klimaschutz und Digitalisierung gesprochen worden. Vom demografischen Wandel wurde vergleichsweise wenig geredet. Dabei ist die Generation der Bürger in unserem Land, die älter als 50 Jahre sind, zahlenmäßig führend. Die Generation 50Plus wird auch als Baby-Boomer oder eben Best Ager bezeichnet.

Uwe-Matthias Müller, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverband Initiative 50Plus e.V., Foto: Presse

Aber halt: Stimmt es, dass die „älteren“ Semester auch Best Ager sind? Das Empfinden von Alter ist eine völlig individuelle Angelegenheit. An einem Tag mag man sich ausgelaugt und alt fühlen, am nächsten quitschfidel und unternehmungslustig. Das aber gilt für 30-Jährige ganz genauso wie für 60-Jährige.

Viel eher stellt sich doch die Frage, was das Lebensgefühl der Best Ager ausmacht, wie sie sich unterscheiden. Und da sind schon erhebliche Auffälligkeiten erkennbar. Während die große Mehrzahl der Bürger Ü50 sich und ihr Alter positiv sieht und als positiv empfindet, sehen jüngere Generationen die Älteren kritisch. Jüngere sehen die Älteren als persönlich alt und nicht mehr so leistungsfähig. Sie geben den Älteren auch die Schuld an vielen Missständen in unserer Gesellschaft. Das müssen die Best Ager aushalten. Wer in einer Demokratie die zahlenmäßige Mehrheit hat, bekommt eben auch die Verantwortung – für Erfolge ebenso wie für Misserfolge. Ob das immer gerecht und fair ist, steht auf einem anderen Blatt.

Das positive Selbstgefühl der meisten Bürger der Generation 50Plus ist eklatant. Klar, es gibt in unserem Land eine steigende Zahl von altersarmen und alterseinsamen Menschen. Die Sorge vieler Bürger vor der eigenen Zukunft wächst. Und dennoch: Nie ging es einer älteren Generation in unserem Land materiell besser, nie war die Daseinsvorsorge umfassender und leistungsfähiger als heute. Das erkennen die Best Ager und sie geben dem Land und der Gesellschaft viel zurück. Das bürgerschaftliche Engagement in Vereinen und der Nachbarschafts-Hilfe sind so groß, dass ohne sie unser Staat längst nicht so funktionieren könnte, wie er das tut. Best Ager ziehen Befriedigung aus ihrem Engagement. Umfragen zeigen, dass Best Ager – bei aller Unsicherheit über die nahe und mittlere Zukunft – extrem zufrieden mit ihrer Situation sind und gern die Bereitschaft zeigen, anderen zu helfen und zu teilen.

Best Ager haben viel zu bieten und sie wollen ihr Wissen und Ihre Erfahrung gern mit Jüngeren teilen. Wo immer es in Unternehmen altersgemischte Teams gibt, profitieren alle Generationen davon. Die ältere Bewohnerin einer Schwabinger großen Wohnung, die einen Studenten als Untermieter in einer Stadt mit schreiender Wohnungs-Not aufnimmt, profitiert von dem Könen der jüngeren Generation genauso wie der Jüngere von dem Wissen der Älteren. Ohne die Konsum- und Reise-Freude der Best Ager würde es vielen Branchen in unserer Wirtschaft schlechter gehen.

Und – ja auch – ohne die Impf-Bereitschaft der Baby-Boomer wäre die Corona-Pandemie eine noch viel größere Bedrohung für das Leben aller Bürger, als sie es ohnehin schon ist. Die Best Ager sind in vielen Aspekten des tägliche Lebens nicht nur dabei – sie sind mittendrin. Und das ist auch gut so.

29. Dez 2025

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Gesundheit

Gesund & Aktiv im Alter

### Pilates – tiefenwirksame Praxis Ideal für Best Ager: Das sanfte, gelenkschonende Ganzkörpertraining kann nicht nur mit eingeschränkter Beweglichkeit praktiziert werden, sondern wirkt auch altersbedingten Beschwerden entgegen. In jeder Pilates-Stunde werden neben Muskelkraft, Stabilität und Mobilität auch Koordination und Gleichgewicht trainiert. Die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen oder Liegen durchführen und werden an Fitnesslevel und Leistungsstand angepasst. Es werden dabei gezielt die tiefliegenden Muskeln in Bauch, Rücken und Beckenboden angesprochen – jene Muskulatur, die für Stabilität, Gleichgewicht und Sturzprävention wichtig ist. Regelmäßiges Training sorgt so für erhöhte Beweglichkeit, eine verbesserte Körperhaltung und Balance und kann sogar dauerhaft den Blutdruck senken. Um die richtige Atemtechnik zu erlernen, sollte unbedingt ein Einstiegskurs in dieser Altersgruppe besucht werden. Bei körperlichen Einschränkungen finden sich unter den rund 500 unterschiedlichen Bewegungsmuster immer genügend Ausweichübungen. ![pexels-roodzn-34314432 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_roodzn_34314432_ONLINE_01d8168c42.jpg) ### Schwimmen – schwerelos sporteln Auch diese Sportart kann Senioren uneingeschränkt empfohlen werden – bei konkreten Gelenkschmerzen fallen lediglich einzelne Schwimmstile ins Wasser beziehungsweise sollten durch andere ersetzt werden. Das Besondere: Im Wasser wird das Körpergewicht um ein Vielfaches aufgehoben. Bedingt durch die Schwerelosigkeit werden die Gelenke geschont und die Muskeln sanft trainiert – und zwar alle großen Muskelgruppen. Schwimmen ist quasi ein Allrounder, denn die Aktivität verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Regelmäßiges Training stärkt das Herz-Kreislauf-System, regt den Stoffwechsel an und kann sogar die Cholesterinwerte senken. Es kommt sogar noch besser: Das Immunsystem wird gestärkt, Stress abgebaut und die Koordination verbessert. Von den komplexen Bewegungsabläufen profitieren übrigens auch die kognitiven Fähigkeiten: Studien belegen, dass regelmäßiges Schwimmen das Demenzrisiko senken beziehungsweise einen Demenzverlauf positiv beeinflussen kann. Wer mit sämtlichen Schwimmstilen Schwierigkeiten hat, kann es mit Aqua-Fitness versuchen. ![pexels-pavel-danilyuk-6874403 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pavel_danilyuk_6874403_Online_a2532ecc8e.jpg) ### Nordic Walking – echter Selbstläufer Die gelenkschonende Alternative zum Joggen gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Best Ager-Sportarten. Kein Wunder: Nordic Walking ist einfach umzusetzen, stärkt die Muskulatur, verbessert die Koordination und Körperhaltung und fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Durch den Stockeinsatz wird nicht nur der Bewegungsapparat entlastet, sondern zusätzlich Arm-, Schulter- und Rückenmuskulatur trainiert. Das ursprünglich für finnische Skilangläufer entwickelte Sommertraining reguliert den Blutdruck und trainiert die Herzgefäße: Das Herz wird kräftiger durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Darüber hinaus aktiviert regelmäßige Praxis den Hormonhaushalt, stärkt das Immunsystem und beugt Osteoporose und Altersdiabetes vor. Die koordinierte Bewegung festigt die Balance und fördert die koordinativen Fähigkeiten des Gehirns. Darüber hinaus wirkt sich die Bewegung in der freien Natur positiv auf die Psyche aus: Stress kann abgebaut und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt werden. Wer nicht allein walkt, hat auch im sozialen Bereich einen echten Lauf. ![pexels-pack2ride-85580365-8934510 ONLINE.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/pexels_pack2ride_85580365_8934510_ONLINE_ca5f7bad72.jpg) ### Radfahren – läuft wie geschmiert Für das Fahrrad ist man im Grunde nie zu alt. Bei moderatem Tempo ist die gelenkschonende Aktivität ein optimales Ausdauertraining, welches das Herz-Kreislauf-System auf sanfte Weise in Schwung bringt. Neben Herz und Lunge werden eine Reihe von Muskelgruppen (insbesondere die Beinmuskulatur) gestärkt. Darüber hinaus kräftigt Radfahren das Immunsystem und beeinflusst das vegetative Nervensystem positiv. Es ist zudem eine herrliche Schulung für Koordination und Gleichgewicht: Eine Studie belegt bei aktiven älteren Fahrradfahrenden weniger Stürze im Alltag. Ein weiteres Plus für Best Ager: Biken trainiert die Gehirnleistung und stärkt kognitive Funktionen. Auch die mentale Gesundheit profitiert, denn die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis wirkt stressabbauend und stimmungsaufhellend. Studien betonen zudem eine Stärkung sozialer Kontakte durch den erweiterten Aktivitätsradius, welche sich ebenfalls positiv auf die Psyche auswirkt.