30. Apr 2026
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Wirtschaft
Journalist: Jakob Bratsch
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Foto: Presse
Gesetzesänderung bereitet den Durchbruch vor: Elektroautos werden zu mobilen Stromspeichern für Flotten, Unternehmen und das Energiesystem.
Elektroautos können längst mehr, als emissionsfrei von A nach B zu fahren. Mit bidirektionaler Ladetechnologie (BiDi) werden sie zu mobilen Energiespeichern, die Strom nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder ins Gebäude oder ins Netz zurückspeisen können. Was lange als Pilotprojekt galt, rückt nun in die breite Umsetzung, nicht zuletzt durch die Abschaffung der steuerlichen Doppelbelastung von zwischengespeichertem Strom.
Mit der jüngsten Gesetzesänderung entfällt eine der größten regulatorischen Hürden: Strom, der im Fahrzeugakku gespeichert und später wieder genutzt oder eingespeist wird, wird künftig nicht mehr doppelt mit Abgaben und Entgelten belastet. Damit verbessert sich die Wirtschaftlichkeit von Vehicle-to-Grid- und Vehicle-to-Building-Anwendungen erheblich, insbesondere für Unternehmen mit eigenen Ladeinfrastrukturen und Fahrzeugflotten.
Eine aktuelle Studie von Transport & Environment beziffert das volkswirtschaftliche Potenzial sehr konkret. Demnach könnten bidirektional ladende Elektrofahrzeuge bis 2040 europaweit Einsparungen von über 100 Milliarden Euro ermöglichen. Allein in Deutschland liegt das jährliche Einsparpotenzial bei mehreren Milliarden Euro. Die Effekte entstehen vor allem durch eine effizientere Nutzung von Erzeugungskapazitäten, geringere Netzausbaukosten und den reduzierten Bedarf an stationären Batteriespeichern.
Bidirektionales Laden macht aus Fahrzeugflotten aktive Energieressourcen.
Gerade im Flottenbereich gilt bidirektionales Laden als strategischer Hebel. Auf der Power2Drive Europe vom 23. - 25. Juni 2026 steht das Zusammenspiel von Fuhrparks und bidirektionalem Laden erstmals im Fokus. Dienstfahrzeuge stehen oft viele Stunden ungenutzt auf Firmenparkplätzen und bieten damit ideale Voraussetzungen, um Strom zu speichern und bedarfsgerecht bereitzustellen.
Wie nah der Markt an der Umsetzung ist, zeigt die Power2Drive Europe. Mit „The Bidirectional Zone“ wird dem Thema eine eigene Sonderfläche gewidmet. Hersteller von Fahrzeugen, Wallboxen, Software und Energiemanagementsystemen wie Volkswagen Charging Group, EVTEC GmbH und Cubos Service GmbH präsentieren konkrete Lösungen, von V2G-fähigen Fahrzeugen bis hin zu Abrechnungssystemen für Flotten- und Gewerbekunden.
Bidirektionales Laden entwickelt sich damit von einer technischen Vision zu einem realen Geschäftsmodell. Für die Mobilitäts- und Energiebranche markiert es einen zentralen Baustein auf dem Weg zu einem flexibleren, effizienteren und wirtschaftlicheren Stromsystem.
The smarter E Europe vereint als Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft vier Fachmessen (Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe) und findet vom 23. bis 25 Juni auf der Messe München statt.