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20. Apr 2026

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Wirtschaft

Zwischen Bitcoin, KI und Beton – mit Frank Dornseifer, Geschäftsführer Bundesverband Alternative Investments e. V.

Journalist: Julia Butz

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Foto: Presse, Getty Images/unsplash

Tech, Tempo und offene Märkte machen Investieren zugänglicher als je zuvor. Frank Dornseifer vom Bundesverband Alternative Investments im Gespräch.

Die Finanzwelt bekommt gerade ein ordentliches Update. Neue Regulierungen öffnen Märkte, Digitalisierung beschleunigt Prozesse, KI analysiert Daten in Sekunden – und auch Privatanleger haben Zugang zu Anlageklassen, die früher Profis vorbehalten waren. „Die Dimension der Kapitalanlage ändert sich gerade grundlegend“, sagt Frank Dornseifer, Geschäftsführer beim Bundesverband Alternative Investments e.V.

Doch einfacher werde Vermögensaufbau dadurch nicht automatisch. Auch für Kleinanleger gelte, „dass sie die Produkte, in die sie investieren und die damit zusammenhängenden Risiken verstehen müssen“, so der Finanzexperte. Dabei gelte auch der Klassiker unter den Börsenweisheiten weiterhin: „Nicht alle Eier in einen Korb legen.“ Diversifikation bleibt also Pflicht, nicht Kür – egal, ob es um Aktien, Krypto oder tokenisierte Immobilien geht. Aber was steckt eigentlich hinter dem Buzzword digitale Assets? „Kryptowährungen wie Bitcoin existieren ausschließlich digital, ihr Wert basiert allein auf dem Vertrauen der Nutzer, ohne staatliche Absicherung. Aktuell beobachten wir sehr eindrucksvoll, wie labil ein solcher Markt sein kann“, mahnt Frank Dornseifer mit Blick auf die teils extremen Kursschwankungen. Daneben gibt es aber auch herkömmliche Assets, also klassische Vermögenswerte, wie Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen, die tokenisiert werden und sich im eigenen Wallet halten lassen: „Der Markt wächst rasant, aber er muss auch verstanden werden. Nicht alle Coins haben einen praktischen Nutzen, andere hingegen sind Grundlage für echte Anwendungsfälle in der Praxis“, betont der Experte.

Nicht alle Coins haben einen praktischen Nutzen, andere hingegen sind Grundlage für echte Anwendungsfälle in der Praxis.

Der Zugang zu Finanzmärkten war nie einfacher als heute. Apps boomen, Trading ist rund um die Uhr möglich, KI liefert Analysen auf Knopfdruck. Gerade junge Anleger kommen heute oft über digitale Assets an den Markt. Bitcoin, Ethereum, NFTs, … der Einstieg erfolgt per Smartphone, in Sekunden, ohne Bankberater und ohne Krawatte. Klingt zeitgemäß. Ist es auch. Kann aber auch seine Schattenseiten haben: „Bei jungen Menschen ist die Handy- und Internetaffinität natürlich sehr groß, daraus ergibt sich ein schneller Zugang zu digitalen Produkten. Wenn man lernt, diese neuen Tools richtig zu nutzen, ist das ein echter Mehrwert“, so Dornseifer. Apps und KI können Anlageentscheidungen unterstützen, Zusammenhänge aufzeigen und Daten strukturieren. Das nötige Grundlagenwissen müsse aber trotzdem sitzen, auch solle man selbsternannten Finfluencern nicht blind Vertrauen schenken. Frank Dornseifer betont: „Das Ziel muss sein, dass jeder Anleger eine qualifizierte Entscheidung treffen kann und Renditechancen, aber auch die damit zusammenhängenden Risiken versteht. Neben dem Grundlagenwissen wird Technologieverständnis immer wichtiger, gerade im Bereich Blockchain oder KI. Daher muss Finanzkompetenz neu gedacht werden und das ist eine echte Herausforderung.“

So sehr sich die Finanzwelt wandelt, bleibt die Erkenntnis: echter Vermögensaufbau braucht Zeit, Wissen und einen klaren Plan. Digitale Assets sind spannend, Klassiker wie Aktien oder Immobilien bleiben wichtig. Denn am Ende zählt nicht nur, was online passiert, sondern auch, was in der echten Welt Wert hat.

Factbox:

92 Prozent der Deutschen kennen Kryptowährungen, 26 Prozent sind offen dafür, besonders die 30- bis 49-Jährigen. Trotzdem bleibt Kryptowährung bislang Nischenthema: nur acht Prozent der Deutschen kauften bereits. Über die Hälfte der Befragten nennt zu hohe Wertschwankungen als Hauptgrund gegen ein Investment.

Quelle: Online-Umfrage von BearingPoint über das Marktforschungsinstitut YouGov, Meldung 1/26

20. Apr 2026

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Wirtschaft

FONDS professionell KONGRESS gibt Orientierung in bewegenden Zeiten

Der 24. FONDS professionell KONGRESS am 28. und 29. Januar 2026 in Mannheim hat erneut seine Rolle als zentrale Plattform der Investmentbranche unter Beweis gestellt. In einem Umfeld geprägt von geopolitischen Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und einer neu ausgerichteten, schwer kalkulierbaren US-Politik unter Präsident Donald Trump, nutzten Vermögensverwalter und Investmentexperten die Veranstaltung intensiv für fachlichen Austausch und gezielte Weiterbildung. Mehr als 220 Aussteller sowie über 200 Fachvorträge spiegelten den enormen Informationsbedarf in volatilen Zeiten wider. Ein markantes politisch-strategisches Signal setzte Joe Kaeser, Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens Energy und Daimler Truck. Er plädierte für ein geschlossenes und selbstbewusstes Auftreten Europas zwischen den Machtzentren USA und China. Europa müsse eigene außen- und wirtschaftspolitische Akzente setzen und strategische Partnerschaften gezielt ausbauen. Chancen sieht Kaeser vor allem in den Bereichen Infrastruktur, Daten und Rechenzentren sowie in neuen wirtschaftlichen Allianzen mit Schwellenländern, allen voran mit Indien. Inhaltlich dominierten Themen wie Aktien – insbesondere die „Significant Seven“ –, ETFs, Datenökonomie, Infrastruktur, Schwellenländer, Künstliche Intelligenz und Kryptowährungen das Programm. Mit der Verleihung des DEUTSCHEN FONDSPREISES während einer festlichen Galanacht fand der Kongress schließlich einen würdigen Abschluss und bekräftigte seinen Anspruch, der Branche auch in bewegten Zeiten Orientierung zu geben. >Europa müsse eigene außen- und wirtschaftspolitische Akzente setzen und strategische Partnerschaften gezielt ausbauen.