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27. Mär 2026

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Wirtschaft

Smart Gardening-Trends für grüne Oasen – mit Christoph Büscher, Vorstandsvorsitzender Industrieverband Garten (IVG) e. V.

Journalist: Julia Butz

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Foto: Presse, Planet Volumes/unsplash+

Schon heute smart: Wie Technologie das Gärtnern verändert, erläutert Christoph Büscher, Vorstandsvorsitzender beim Industrieverband Garten (IVG) e. V.

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Christoph Büscher, Vorstandsvorsitzender Industrieverband Garten (IVG) e. V.

Herr Büscher, welche Smart Gardening-Anwendungen sind für den Hausgarten und Balkon heute bereits praxistauglich? Zahlreiche smarte Anwendungen lassen sich im eigenen Garten und auf dem Balkon problemlos einsetzen. Digitale Helfer wie Mähroboter, smarte Bewässerungssysteme oder App-gesteuerte Beleuchtung machen die Gartenarbeit komfortabler und effizienter. Besonders im Bewässerungsbereich steigt die Nachfrage, da trockene und heiße Wetterperioden zunehmen. Mähroboter gehören inzwischen zu den beliebtesten Geräten: Neben den kabelgebundenen gibt es mittlerweile auch Modelle, die ohne Begrenzungskabel funktionieren. Sie lassen sich bequem über eine App steuern, d. h. vor der ersten Nutzung muss bei dieser Ausführung kein Kabel mehr im Garten verlegt werden. Diese Produkte nutzen Sensoren zur Orientierung oder arbeiten GPS-basiert, zunehmend kommt auch Kameratechnik zum Einsatz. Akkubetriebene Gartengeräte wie Heckenscheren, Rasentrimmer und Laubsauger sind im privaten Garten ebenso sehr beliebt.

Rund um Pool- und Teichtechnik, Gartenbeleuchtung und Beschattung gewinnen smarte Steuerungssysteme an Bedeutung: Beispielsweise mit App-gesteuerten Schirmen und Markisen, der Auswertung von Wetterdaten oder darauf abgestimmten automatisierten Steuerung von Wasserpumpen und Fontänen. Darüber hinaus gibt es Sensoren, die u. a. Bodenfeuchte, Licht und Temperatur messen, im Garten, in Töpfen oder auf dem Balkon; während professionell genutzte Geräte über eine Schnittstelle zum PC oder Handy auch Wartungshinweise geben oder vor Überhitzung und Kälte warnen.

Wie Sie sehen, eröffnen smarte Geräte vielfältige Möglichkeiten, die Gestaltung und Pflege jedes Gartens zu optimieren. Die Gartenarbeit aber vollständig zu automatisieren, ist, denke ich, gar nicht im Sinne des Gartenfreunds. Für viele ist das Schneiden, Jäten und Graben schließlich ein willkommener Ausgleich zum Alltag.

Smarte Gartengeräte erleichtern die Arbeit, schonen die Umwelt und arbeiten oft effizienter.

Welche Auswirkungen haben smarte Technologien auf die Nachhaltigkeit des Gärtnerns? Smarte Gartengeräte erleichtern die Arbeit, schonen die Umwelt und arbeiten oft effizienter. So sorgen Mähroboter durch regelmäßiges Mähen für gleichmäßigen Bewuchs und sind frei von Abgasemissionen vor Ort. Intelligente Bewässerungssysteme erkennen, wann eine Bewässerung notwendig ist und wann nicht – das spart Ressourcen. Durch Leitungsnetze, Sensoren und unterschiedliche Wasserdüsen lassen sich Wassermenge und Zeitpunkt optimal auf die Bepflanzung abstimmen. In Kombination mit Regenwassersammlern und Zisternen pflegen sie Gärten nachhaltig und effektiv, auch ohne Unterstützung und über lange Durststrecken hinweg. Gesunde Pflanzen wiederum locken viele Insekten in den Garten.

Wie unterstützen diese Tools bei der Planung eines Selbstversorgergartens? In der Garten- und Landschaftspflege sind bereits Produkte im Einsatz, die verstärkt Künstliche Intelligenz, Vernetzung und Automatisierung nutzen. Sie erfassen u. a. wichtige Parameter zu Düngung und Bewässerung und geben darauf basierend Empfehlungen zu passenden Pflanzen oder optimalen Pflanzorten ab, auch für einen Selbstversorgergarten. Einige Anwendungen erstellen sogar virtuelle Gartenpläne und beziehen dabei mit ein, wie sich Beete im Jahresverlauf entwickeln könnten.

Sie erfassen u. a. wichtige Parameter zu Düngung und Bewässerung und geben darauf basierend Empfehlungen zu passenden Pflanzen oder optimalen Pflanzorten ab, auch für einen Selbstversorgergarten.

Factbox:

Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2024 ist Gartenarbeit das beliebteste Hobby in Deutschland: Mehr als ein Viertel der Deutschen pflanzt, gießt, harkt und werkelt häufig im Garten. Quelle: Deutschlands beliebteste Hobbys, Freizeitaktivitäten und Sportarten bis 2024, statista 12/25

2. Apr 2026

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Business

Kein Roboter zum Gelddrucken, aber ein starker Wächter: KI bei Banken

Künstliche Intelligenz kann im Bankwesen schon ziemlich viel – aber eigenständig Geld drucken oder wundersam vermehren, das kann sie (noch) nicht. Banken setzen KI heute flächendeckend in mehreren Bereichen ein, allen voran in der Betrugsprävention, wo Fraud Detection mittlerweile Branchenstandard ist. KI-gestützte Systeme analysieren Transaktionen von Kundinnen und Kunden in Echtzeit, erkennen und stoppen auffällige Transaktionen und Zahlungsanweisungen in der Regel sofort, und reagieren innerhalb von Sekunden auf neue Angriffsszenarien. Gerade, weil sich Betrugsmaschen ständig weiterentwickeln, ist die Adaptionsgeschwindigkeit in diesem Bereich besonders hoch. Solche Systeme werden in Zukunft weiter optimiert werden, wodurch Banken Routineaufgaben mehr und mehr automatisieren können. Das eröffnet neue Möglichkeiten für personalisierte Kundenberatung, schnellere Analysen – etwa bei Kreditentscheidungen – und insgesamt bessere Kundenerlebnisse. Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen. Ziel ist es, Informationen effizienter zu nutzen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Im Vergleich zur Betrugsprävention befindet sich dieser Bereich jedoch noch in einer stärkeren Wachstumsphase, auch wenn die Entwicklung hier aktuell sehr dynamisch verläuft. >Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Es gibt unzählige Anbieter von bankenspezifischer KI. Viele davon decken nur bestimmte Anwendungsfelder ab, weshalb Banken häufig mehrere KI-Systeme parallel einsetzen. Auch, wenn Banken langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Daten haben, kann die Auswahl passender KI-Tools herausfordernd sein, denn die Lösungen müssen regelkonform sein, Change Compliance- und Datenschutzrichtlinien beachten, außerdem sollten die Daten innerhalb Europas bleiben und nicht unkontrolliert in andere Rechtsräume fließen. Erhöht KI im Bankwesen nun die Sicherheit – oder eher das Risiko für Betrug und Verlust? Grundsätzlich beides. Denn einerseits verbessert KI die Fähigkeit, Betrug frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, andererseits entstehen neue Gefahren, insbesondere durch autonome KI-Agenten. Je mehr Entscheidungsfreiheit diese Systeme erhalten, desto größer ist das Risiko, dass sie Sicherheitsvorgaben umgehen oder manipuliert werden. Deshalb gewinnt das Prinzip „Human in the Loop“ beziehungsweise „Human in the Lead“ an Bedeutung: Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Auch im Finanzmarkt insgesamt sind automatisierte Prozesse kein neues Phänomen. Mechanismen wie algorithmischer Handel oder Stop-Loss-Orders können bereits heute Kettenreaktionen auslösen. KI könnte solche Effekte künftig verstärken, stellt aber nicht die ursprüngliche Ursache dar. Wohin wird sich KI im Bankwesen entwickeln? Eigenständig Geld drucken wird sie hoffentlich niemals – doch sie wird als umfassendes System im Hintergrund immer besser in den Bankenalltag integriert werden. Der Mensch wird im Bankwesen jedoch in zentralen Bereichen immer die Oberhand behalten, besonders bei der letzten Kontrolle und beim direkten Kundenkontakt – denn hier können aufmerksame Bankangestellte besser als jede KI als Sicherheitsschranke wirken, die ihre betagten Kundinnen davor schützen, auffällige Transaktionen hoher Summen vorzunehmen. >Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen.