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30. Mär 2026

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Wirtschaft

BIM schafft Grundlage für KI-Anwendungen – mit Prof. Dr. Cornelius Preidel, Professor für Bauinformatik und Digitales Planen an der Hochschule München und Vorstandsvorsitzender von buildingSMART Deutschland

Journalist: Katja Deutsch

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Foto: Glasow

Prof. Dr. Cornelius Preidel ist Professor für Bauinformatik und Digitales Planen an der Hochschule München und Vorstandsvorsitzender von buildingSMART Deutschland. Im Interview erklärt er, was BIM und KI mit Daten, Mut und Ausbildung zu tun haben.

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Prof. Dr. Cornelius Preidel, Professor für Bauinformatik und Digitales Planen an der Hochschule München und Vorstandsvorsitzender von buildingSMART Deutschland.

Prof. Dr. Preidel, ist BIM inzwischen etablierter Standard oder eher noch ein Transformationsprozess? Building Information Modeling ist in Planung und Ausführung heute weitgehend etabliert: Es gibt klare Anforderungen, Leitfäden und Handlungsempfehlungen. Die Mehrwerte sind erkannt. Der eigentliche Transformationshebel liegt jetzt im Übergang in den Betrieb. Zwar werden große Datenmengen erzeugt, doch oft ohne klaren Bezug dazu, welche Informationen im Betrieb tatsächlich benötigt werden oder wie sie dorthin gelangen. Dabei entstehen die höchsten Lebenszykluskosten genau in dieser Phase. Wichtig: BIM ist nur eine Methode im Kontext der digitalen Transformation, über die Daten generiert und gesammelt werden. Denn Daten müssen entlang des gesamten Lebenszyklus und auch über Abteilungsgrenzen hinweg gedacht werden. Ausgangspunkt sollte stets die konkrete Entscheidungsfindung sein. Wer trifft wann welche Entscheidung? Und welche Daten braucht es dafür? Von dort aus kann rückwärts definiert werden, welche Informationen wo entstehen, gepflegt und weitergegeben werden. Nur so werden BIM-Daten zu einer echten Grundlage für datenbasierte Entscheidungen und nachhaltigen Mehrwert.

Welche Akteure treiben die BIM-Transformation aktuell am stärksten voran: Bauherren, Planer, Industrie, Forschung und Lehre/Ausbildung oder Politik? In Planung und Ausführung ist BIM etabliert und standardisiert. Nun müssen sich die Auftraggebenden bewegen – private wie öffentliche. Bei Ausschreibungen und Verbindlichkeiten ist bereits viel passiert, doch wir brauchen öffentliche Auftraggebende, die BIM gezielt nutzen, um bessere Entscheidungen zu Betrieb, Erhalt und Bestand zu treffen. Angesichts maroder Infrastruktur, Wohnraummangels und hoher Lebenszykluskosten liegt hier großes Potenzial. Der Staat könnte durch modellbasierte Genehmigungs- und Planfeststellungsverfahren Prozesse beschleunigen und so zugleich konsistente Daten für strategische Planung und Infrastrukturmanagement schaffen. Technisch ist das möglich – oft fehlt jedoch der Mut, die digitale Transformation konsequent umzusetzen.

BIM ist kein disruptiver Sprung, sondern eine kontinuierliche Entwicklung. Der Wandel erfolgt leise über lebenszyklusübergreifende Daten und schrittweise Konsolidierung.

Was wird innerhalb der kommenden fünf bis zehn Jahre der größte Entwicklungssprung im BIM-Umfeld sein? Das Kernproblem ist die Erwartungshaltung: BIM ist kein disruptiver Sprung, sondern eine kontinuierliche Entwicklung. Der Wandel erfolgt leise über lebenszyklusübergreifende Daten und schrittweise Konsolidierung. Neue Impulse kommen durch Künstliche Intelligenz, die BIM ergänzt. BIM liefert die strukturierte Datenbasis, KI ermöglicht darauf aufbauend Automatisierung, Analysen und bessere Entscheidungen. Wer BIM heute in seinem Betrieb etabliert hat, schafft die Grundlage für KI-Anwendungen, deren größter Nutzen in den kommenden Jahren sichtbar wird.

Wenn Sie jetzt eine einzige Stellschraube für erfolgreiches BIM benennen müssten, welche wäre das? Der zentrale Hebel ist konsequentes Informationsmanagement: Jede Information braucht von Beginn an einen klaren Zweck. Entscheidend sind daher Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und vor allem ein grundlegendes Verständnis für Daten, Informationsflüsse und datenbasierte Entscheidungen. Diese Fähigkeiten müssen deutlich früher in Ausbildung und Lehre verankert werden. Derzeit kompensiert die Industrie diese Defizite durch teure Nachqualifizierungen. Bildung ist damit ein zentraler, bislang unterschätzter Transformationshebel.

Entscheidend sind daher Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und vor allem ein grundlegendes Verständnis für Daten, Informationsflüsse und datenbasierte Entscheidungen.

29. Sep 2026

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Wirtschaft

Energiekurs Deutschland – Ein Beitrag von Tim Meyer, Energieexperte, Speaker und Berater

Wer heute erfolgreich durch die Energiewelt navigieren will, kommt mit alten Landkarten nicht weit. Zum einen hat sich die geopolitische Tektonik verschoben: Spätestens seit 2021 wissen wir, dass Versorgungssicherheit über Erdgas nur noch mit hohen Kosten und Preisrisiken zu haben ist – seit dem Konflikt an der Straße von Hormus gilt das auch für Kraftstoffe. Wichtiger noch: Die Welt steckt in einer elektrotechnologischen Revolution, die weit über die Energieversorgung hinausreicht. Mobilität, Wärme, industrielle Prozesse und die Fertigung von morgen werden weitgehend elektrisch. Die Märkte haben sich bereits massiv verschoben – nicht nur die deutsche Autoindustrie leidet unter Absatzverlusten einst erfolgreicher Produkte. Treiber ist der globale Boom bei erneuerbaren Energien: Mit ihnen ist Strom so günstig und verfügbar wie nie, und der Preisverfall bei Batteriespeichern gleicht Schwankungen von Wind, Sonne und Verbrauch immer besser aus. Ergebnis: Allein in diese Technologien und den Ausbau der Stromnetze fließen weltweit Investitionen von über 1,3 Billionen US-Dollar pro Jahr – etwa fünfmal so viel wie in neue Gas-, Kohle- und Atomkraftwerke. Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. So anstrengend diese Gleichzeitigkeit wirkt: Für Menschen und Unternehmen in Deutschland liegen darin große Chancen. Zwei Dinge sind gewiss: Erstens gibt es kein Zurück – geopolitische Spannungen verschwinden nicht, und der technologische Fortschritt bei Clean Tech lässt sich nicht zurückdrehen. Zweitens sind diese Entwicklungen global: Technologien, die wir ohnehin für den Heimatmarkt entwickeln müssen, sind weltweit gefragt und können zur zentralen Säule des dringend nötigen wirtschaftlichen Aufschwungs werden. >Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. Umgekehrt gilt: Wer an alten Plänen und alter Technologie festhält – und sei es neu verpackt als „hocheffiziente Verbrenner“ oder „Grüngas“ –, landet auf dem wirtschaftlichen Abstellgleis. Industrielle Revolutionen kann man nicht aufhalten. Man kann sich nur entscheiden, auf der Gewinner- oder Verliererseite stehen zu wollen. China macht das seit Jahren zur Industriepolitik: vom Abnehmer deutscher Maschinen zum aggressiven Wettbewerber, inklusive Sicherung von Rohstoffen und Lieferketten. Heute ist China globaler Marktführer bei Wind- und Solarenergie, Batterietechnik und E-Mobilität – weitere Angriffe auf deutsche Märkte sind angekündigt, auch bei Wärmepumpen. Es gilt also, aus der Not eine Tugend zu machen: Absicherung gegen fossile Preisrisiken, Investition in Zukunftsmärkte, europäische Resilienz und Klimaschutz sind dabei ein und dasselbe. Die Politik muss diese neue Realität in eine verständliche Energielandkarte übersetzen: Elektrifizierung unserer Volkswirtschaft als verankertes Ziel, politisch gemanagt und mit Investitionen hinterlegt – vor allem durch schnellere Modernisierung der Energieinfrastruktur, also Digitalisierung, effizientere Organisation und Ausbau der Stromnetze. Doch auch ohne den großen politischen Wurf gibt es Lösungen, die sich schon heute lohnen und in die unternehmerische Zukunft weisen. „Energiekurs Deutschland“ zeigt diese Richtungen auf. Je mehr Unternehmen sie jetzt nutzen, desto mehr profitiert die Allgemeinheit – denn Deutschland hat alle Voraussetzungen, sich neu zu erfinden. Wir müssen es nur wollen und anpacken.