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28. Apr 2026

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Lifestyle

„Campen ist für mich Freiheit“ – mit Bettina Tietjen, TV-Moderatorin & Autorin

Journalist: Chan Sidki-Lundius

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Foto: Privat, Sebastian Fuchs

Bettina Tietjen ist passionierte Camperin und privat jedes Jahr etwa acht Wochen mit ihrem Mann im selbst ausgebauten Wohnmobil unterwegs.

© Sebastian Fuchs Online.jpeg

Bettina Tietjen, TV-Moderatorin & Autorin

Zwischen April und Oktober ist für die bekannte Fernsehmoderatorin und Autorin Camping-Zeit. Los geht es im Frühjahr, vorzugsweise nach Schleswig-Holstein oder ans niederländische IJsselmeer. Zu Pfingsten steht meistens die dänische Ostseeküste auf dem Programm. Im Sommer und Herbst zieht es die Hamburgerin am liebsten in die Sonne, besonders gern in den Süden Frankreichs oder nach Korsika. Für Bettina Tietjen ist die Mittelmeerinsel vor allem wegen ihrer Berge, Bauerndörfer und traumhaften Buchten einer der schönsten Orte Europas. Es ist vor allem das Draußen-in-der-Natur-sein, dazu die mit dem Campen verbundene Freiheit, die Spontaneität und das Ungezwungene, die sie so sehr beim Campen begeistern. „Wir planen unsere Urlaube tatsächlich nicht so gern“, berichtet Bettina Tietjen. „Aufgrund des anhaltenden Camping-Booms kommt man allerdings immer häufiger nicht mehr drum herum, bevorzugte Plätze vorzeitig zu reservieren. Wer von allzu vollen Campinglätzen genervt ist, sollte lieber auf die Vor- und Nachsaison oder in vergleichsweise wenig besuchte Länder wie etwa Slowenien, Montenegro oder Albanien ausweichen.“

Am liebsten mag Bettina Tietjen Stellplätze direkt am Wasser. „Was ist schöner, als morgens aufzuwachen, die Schiebetür zu öffnen und vom kuscheligen Bett freien Blick über das Blau zu haben? Das ist für mich der größte Luxus“ schwärmt die Journalistin. Außerdem bevorzugt sie kleinere, ruhige, gern schlichte und naturverbundene Campingplätze mit sauberen sanitären Anlagen und möglichst wenigen Dauercampern. „Je größer die Wohnmobile, desto größer sind meistens auch die Campingplätze“, so ihre Erfahrung.

Wer von allzu vollen Campinglätzen genervt ist, sollte lieber auf die Vor- und Nachsaison oder in vergleichsweise wenig besuchte Länder wie etwa Slowenien, Montenegro oder Albanien ausweichen.

Das Camping-Gen wurde ihr nicht „in die Wiege gelegt“, ihre Eltern standen überhaupt nicht auf Camping. Erst mit Anfang 30, als sie ihren Mann, damals Surfer mit VW-Bus, kennenlernte, wurde Bettina Tietjen vom Camping-Virus angesteckt. Seit mittlerweile 26 Jahren ist der selbst ausgebaute Fiat Ducato stetig im Einsatz. Er ist genau so, wie die Tietjens ihn haben wollen: Fahren, Wohnen, Schlafen, Kochen, Bad und Toilette auf sieben Quadratmetern. Die Sitzbänke lassen sich in wenigen Minuten zu Betten umbauen.

Wohnmobil-Einsteigern rät Bettina Tietjen, die für ihre Sendung „Tietjen campt“ immer wieder auch Prominente auf einen Roadtrip einlädt, möglichst einfach zu beginnen und für einen Schnupper-Urlaub erst einmal ein Wohnmobil auszuleihen: „Dann sieht man schnell, ob diese Form des Reisens zu einem passt.“ Immerhin bedeute Campen oftmals auch, mit anderen Menschen für eine Weile „dicht an dicht“ stehen zu müssen. „Das muss man aushalten können“, sagt die passionierte Camperin. „Aber meistens sind campende Menschen freundlich, tolerant und hilfsbereit. Und seine Nachbarn lässt man grundsätzlich in Ruhe, das ist eine unausgesprochene Regel unter Campern.“

Buchtipp:

In ihrem neuen Buch „Tietjen sucht das Weite“ erzählt Bettina Tietjen mit Humor und Charme von skurrilen Begegnungen, kuriosen Erlebnissen und besonderen Momenten auf ihren Campingreisen. Und sie verrät einige ihrer Lieblingsrezepte und Tipps für Mikroabenteuer. Kurzum: Ein Buch voller Lebensfreude und Inspiration für alle, die Camping lieben – und für alle, die es noch entdecken wollen. Info: „Tietjen sucht das Weite“ (Piper, ISBN 978-3-492-06594-8, 320 Seiten, 18 Euro)

Fact Box:

Bettina Tietjen (Jg. 1960) hat fast alle europäischen Länder im Wohnmobil bereist. Auch in Kanada und Australien hat sie Camping-Urlaub gemacht. Seit 1993 ist sie beim NDR-Fernsehen. Zudem ist sie Autorin („Unter Tränen gelacht“, „Tietjen auf Tour“, „Früher war ich auch mal jung“) und Host des Camping-Podcasts „Ins Blaue“.

28. Apr 2026

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Lifestyle

Entschleunigung mit echten Erlebnissen in der Natur – mit Dustin Schöne, Unternehmer & Gründer Nays GmbH

![Foto_Mandry(l)_Schöne(r)_Nays_GF Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Foto_Mandry_l_Schoene_r_Nays_GF_Online_251d25f136.jpg) ``` Dustin Schöne, Unternehmer & Gründer Nays GmbH ``` Beim Shoppen, im Job, vorm Handy oder TV-Gerät: Der „moderne“ Mensch ist reizüberflutet. Experten haben errechnet, dass wir heute an einem Tag so vielen Informationen ausgesetzt sind wie eine Person im 15. Jahrhundert in ihrem gesamten Leben. Dies führt zu Stress, mentaler Erschöpfung – und zum Wunsch nach Entschleunigung. „Für mich ist es kein Zufall, dass viele Outdoor-Aktivitäten in den vergangenen Jahren solch einen Boom erleben. Der Trend, rauszugehen, Einfachheit und Stille zu spüren sowie die vielen Facetten unserer Natur zu entdecken, ist eine logische Reaktion auf unseren hektischen Alltag“, erklärt Dustin Schöne. „Ich gehe davon aus, dass diese Entwicklung anhält, da wir durch den vermehrten Einsatz von KI mit immer mehr unechten Dingen konfrontiert sind und uns deshalb nach echten Erlebnissen sehnen“, ergänzt der Gründer der Angelmarke Nays. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Marcel Mandry hat der umtriebige Unternehmer „Pionierarbeit“ geleistet, um Angeln – und das damit verbundene Equipment – als zeitgemäßen Lebensstil zu etablieren. Ganz ohne visuelle Reize geht dies aber auch nicht: Das erfolgreiche Bespielen unterschiedlicher Social-Media-Kanäle ist ein wichtiger Erfolgsfaktor.

28. Apr 2026

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Lifestyle

3 Fragen an – mit Hubertus Seyffardt, ACSI Niederlande

![HuS_4_2_b Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Hu_S_4_2_b_Online_be1d42c793.jpg) ``` Hubertus Seyffardt, ACSI Niederlande ``` **1- Woran erkennt man einen guten Campingplatz?** Camping ist ein Gemeinschaftserlebnis von Individualisten. Und so ist auch das Angebot ausgerichtet: Ruhe, Unterhaltung, Kinder, Baden, Hund, Kultur, Wandern! Kleinste gemeinsame Nenner sind aber immer sauberes Sanitär, eine ordentliche wie sinnvolle Ausstattung und Infrastruktur, nicht zwingend auf dem allerneusten Stand, aber W-Lan, fließend Wasser und genau abgerechneter Stromverbrauch. **2- Und wann sollten Alarmsignale klingeln?** Informationen über Platz und Ausstattung sollen zuverlässig und aktuell sein. Genau darum werden rund 10.000 Campingplätze in Europa jährlich genau in Augenschein genommen. Ist ein Platz nicht inspiziert oder nicht auf bekannten Websites zu finden, ist Vorsicht geboten. Ebenso bei vielen negativen Bewertungen zur Hygiene oder Instandhaltung. **3- Wie frühzeitig sollte man für die Hauptsaison planen?** Immer so früh wie möglich. Etwa sechs Monate im Voraus ist OK. Bei rund 80 Prozent aller Plätze empfiehlt sich eine Reservierung vorab – und die Zahl derer, auf denen spontanes Campen ohne möglich ist, nimmt ab. In der Nebensaison – also alles außer Juli, August oder die Mai-/Juni-Feiertage – geht‘s auch auf‘s Geratewohl. Abhängig von der Formel: Lage! Lage! Lage!