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2. Apr 2026

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Coole Innovationen – mit Oliver Moser

Journalist: Julia Butz

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Foto: Presse

Innovationen treiben die Kälte- und Klimatechnik-Branche voran: natürliche Kältemittel, smarte Systeme und EU-Vorgaben als Motor.

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Oliver Moser, Geschäftsführer der Dussmann Kälte- und Klimatechnik GmbH

EU-Vorgaben und das schrittweise Verbot klimaschädlicher Kältemittel haben der Kälte- und Klimatechnikbranche in den letzten Jahren einen kräftigen Innovationsschub verliehen. Im Lebensmitteleinzelhandel setzte sich CO₂ als natürliches Kältemittel durch. Seine hohe Energiedichte ermöglicht eine besonders effiziente Wärme- und Kälteübertragung, wodurch Anlagen kompakter gebaut und weniger Kältemittel eingesetzt werden müssen. Auch Propan wird zunehmend als natürliches, hocheffizientes und betriebssicheres Kältemittel für Kälte, Klima und moderne Wärmepumpenanlagen eingesetzt. Das natürliche Gas überzeugt durch hohe Effizienz, Betriebssicherheit und geringes Treibhauspotenzial. Die Dussmann Kälte- und Klimatechnik GmbH hat viele Kunden bei diesen Innovationen begleitet. Im Gespräch mit Geschäftsführer Oliver Moser.

Herr Moser, als herstellerunabhängiger Kälteanlagenbauer kennen Sie den Markt genau. Wie profitieren Ihre Kunden davon?

Wir sind Technologieführer für emissionsarme Konzepte und bauen kontinuierlich neues Know-how auf. Dafür arbeiten wir eng mit Herstellern zusammen, tauschen Erfahrungen aus und bringen Rückmeldungen aus der Praxis ein. Das ist investitionsintensiv, lohnt sich aber: So entwickeln wir maßgeschneiderte Lösungen und zeigen bei Themen wie Energieeffizienz und Abwärmenutzung, wie sich gesetzliche Vorgaben sinnvoll und wirtschaftlich umsetzen lassen. Unsere Anwendungen reichen von kleinen Kühlanlagen bis zu großen Systemen für Industrie- und Prozesskälte. Hinter jeder Anlage steht präzises Engineering: Wir sorgen für stabilen, effizienten Betrieb und eine exakt auf den Anwendungsfall abgestimmte Leistung.

Wie läuft das ab?

Über digitale Fernüberwachung analysieren wir kontinuierlich die Anlagenparameter, erkennen Abweichungen frühzeitig und steuern bei Bedarf auch Abtauprozesse aus der Ferne. Moderne Regelungssysteme ermöglichen Trendanalysen, Energiemanagement und präzise Steuerung, während sich über Speicher-Programmier-Steuersysteme mehrere Anlagen im Verbund betreiben und energetisch optimieren lassen. Dieses Know-how liegt vollständig bei unseren Dussmann-Technikern.

Wo sehen Sie künftig die größten Innovationsfelder?

Ein zentrales Feld ist die Kühlung von Rechenzentren. Die steigende Leistungsdichte moderner Mikrochips erzeugt Wärmelasten, die klassische Luftkühlungssysteme kaum noch bewältigen. Deshalb wird sich zunehmend Flüssigkeitskühlung der IT Racks durchsetzen – in einem Umfeld voller empfindlicher Elektronik. Das erfordert präzises Engineering und hohe Sicherheitsstandards gegen Feuchtigkeit und Leckagen.

Auch Digitalisierung und KI gewinnen weiter an Bedeutung. Mit QR-Codes für Dokumentation und Fernverwaltung haben wir erste Schritte gemacht; künftig können datenbasierte Prozesse zusätzlichen Mehrwert schaffen. All diese Fortschritte gelingen nur in enger Zusammenarbeit. Im Verbund mit unseren Schwesterngesellschaften von Dussmann Technical Solutions sind wir in der Lage, schlüsselfertige Data Center zu realisieren. Auch im Facility Management verfügen wir über umfangreiche Expertise im Betrieb technischer Anlagen – einschließlich kritischer Rechenzentren-Infrastrukturen. Genau diese Bündelung aus Engineering Kompetenz, technischem Betrieb und FM-Know-how versetzt uns in die Lage, gemeinsam Innovationen voranzutreiben, damit aus neuen Anforderungen echte Zukunftslösungen entstehen.

29. Sep 2026

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Wirtschaft

Energiekurs Deutschland – Ein Beitrag von Tim Meyer, Energieexperte, Speaker und Berater

Wer heute erfolgreich durch die Energiewelt navigieren will, kommt mit alten Landkarten nicht weit. Zum einen hat sich die geopolitische Tektonik verschoben: Spätestens seit 2021 wissen wir, dass Versorgungssicherheit über Erdgas nur noch mit hohen Kosten und Preisrisiken zu haben ist – seit dem Konflikt an der Straße von Hormus gilt das auch für Kraftstoffe. Wichtiger noch: Die Welt steckt in einer elektrotechnologischen Revolution, die weit über die Energieversorgung hinausreicht. Mobilität, Wärme, industrielle Prozesse und die Fertigung von morgen werden weitgehend elektrisch. Die Märkte haben sich bereits massiv verschoben – nicht nur die deutsche Autoindustrie leidet unter Absatzverlusten einst erfolgreicher Produkte. Treiber ist der globale Boom bei erneuerbaren Energien: Mit ihnen ist Strom so günstig und verfügbar wie nie, und der Preisverfall bei Batteriespeichern gleicht Schwankungen von Wind, Sonne und Verbrauch immer besser aus. Ergebnis: Allein in diese Technologien und den Ausbau der Stromnetze fließen weltweit Investitionen von über 1,3 Billionen US-Dollar pro Jahr – etwa fünfmal so viel wie in neue Gas-, Kohle- und Atomkraftwerke. Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. So anstrengend diese Gleichzeitigkeit wirkt: Für Menschen und Unternehmen in Deutschland liegen darin große Chancen. Zwei Dinge sind gewiss: Erstens gibt es kein Zurück – geopolitische Spannungen verschwinden nicht, und der technologische Fortschritt bei Clean Tech lässt sich nicht zurückdrehen. Zweitens sind diese Entwicklungen global: Technologien, die wir ohnehin für den Heimatmarkt entwickeln müssen, sind weltweit gefragt und können zur zentralen Säule des dringend nötigen wirtschaftlichen Aufschwungs werden. >Ein neues Energiezeitalter hat längst begonnen. Umgekehrt gilt: Wer an alten Plänen und alter Technologie festhält – und sei es neu verpackt als „hocheffiziente Verbrenner“ oder „Grüngas“ –, landet auf dem wirtschaftlichen Abstellgleis. Industrielle Revolutionen kann man nicht aufhalten. Man kann sich nur entscheiden, auf der Gewinner- oder Verliererseite stehen zu wollen. China macht das seit Jahren zur Industriepolitik: vom Abnehmer deutscher Maschinen zum aggressiven Wettbewerber, inklusive Sicherung von Rohstoffen und Lieferketten. Heute ist China globaler Marktführer bei Wind- und Solarenergie, Batterietechnik und E-Mobilität – weitere Angriffe auf deutsche Märkte sind angekündigt, auch bei Wärmepumpen. Es gilt also, aus der Not eine Tugend zu machen: Absicherung gegen fossile Preisrisiken, Investition in Zukunftsmärkte, europäische Resilienz und Klimaschutz sind dabei ein und dasselbe. Die Politik muss diese neue Realität in eine verständliche Energielandkarte übersetzen: Elektrifizierung unserer Volkswirtschaft als verankertes Ziel, politisch gemanagt und mit Investitionen hinterlegt – vor allem durch schnellere Modernisierung der Energieinfrastruktur, also Digitalisierung, effizientere Organisation und Ausbau der Stromnetze. Doch auch ohne den großen politischen Wurf gibt es Lösungen, die sich schon heute lohnen und in die unternehmerische Zukunft weisen. „Energiekurs Deutschland“ zeigt diese Richtungen auf. Je mehr Unternehmen sie jetzt nutzen, desto mehr profitiert die Allgemeinheit – denn Deutschland hat alle Voraussetzungen, sich neu zu erfinden. Wir müssen es nur wollen und anpacken.