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6. Jul 2023

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Gesellschaft

Das Auge wohnt mit

Journalist: Armin Fuhrer

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Foto: unsplash

Die Einrichtung der eigenen vier Wände sagt etwas über die Bewohner aus. Aber wichtig ist vor allem, dass man sich wohlfühlt.

Das neue Haus oder die neue Wohnung einzurichten oder die eigenen vier Wände umzugestalten ist eine schöne und spannende Aufgabe – aber auch eine echte Herausforderung. Denn schliesslich soll das neue Ambiente gefallen, man will sich wohlfühlen – eben wie zuhause. Es gilt also, einiges zu bedenken und zu planen. Der Winter ist eine gute Zeit dafür.

Die wichtigste Regel: Erlaubt ist, was gefällt. Ganz wichtig ist natürlich, was die eigenen Räume hergeben –  also wie groß sie sind, wie die Möbel gestellt werden können, wie sich die Lichtverhältnisse darstellen. Und nicht zuletzt muss der eigene Bedarf geklärt werden. Benötige ich im Wohnzimmer einen Arbeitsplatz für das Homeoffice? Verbringe ich als begeisterter Hobby-Koch oder begeisterte Hobby-Köchin viel Zeit in der Küche und benötige daher viel Abstellfläche? Oder reicht mir die Mikrowelle? Und wir wichtig ist mir das Bad als Wohlfühl-Ort?
 
Viele Menschen, die ihre Räume ganz bewusst einrichten, bevorzugen einen einheitlichen Stil. Aktuell sehr beliebt sind der Skandi-Stil, eine zeitlose Einrichtungsart aus Skandinavien, das Mediterrane oder der Bauhaus-Stil; Klassiker sind immer angesagt und der Country- und Landhausstil findet ebenfalls immer Anhänger – um nur einige Möglichkeiten zu nennen.

Das Wohnzimmer stellt den wichtigsten Ort im eigenen Heim dar, weil wir uns hier am längsten aufhalten. Hier ist der Wohlfühl-Faktor besonders wichtig, und er ist nur hoch in einer Umgebung, die nach den eigenen Vorstellungen eingerichtet wurde. Zugleich ist dieses gewissermaßen ein Aushängeschild der eigenen Persönlichkeit. Ein paar Tipps von Expertinnen und Experten sollte man zumindest bedenken. So sollten vielleicht nicht alle Möbel ausschließlich an den Wänden platziert werden. Ein Tisch, ein in das Zimmer gerücktes Sofa oder ein Regal als Raumteiler können dem Raum eine völlig andere Atmosphäre verleihen. Stichwort Sofa: Der Trend geht derzeit eindeutig zur bequemen Sitz- und Liegegelegenheit, die zu gemütlichem Chillen einlädt und zu dem Ort wird, den wir alle nach einem stressigen Tag oder am Wochenende suchen – einem Ort der Entspannung, des Sammelns, des Abschaltens.

Mit Blick auf die Farben ist ein klarer Trend in Richtung heller und pastellfarbener Töne zu erkennen. Klassiker wie Beige und Grau-Schwarz bleiben ebenfalls beliebt. Wer jahreszeitliches Flair in seine vier Wände bringen möchte, kann dies mit einfachen und auch kostensparenden Mitteln über Plaids, Kissenbezüge und Deko-Objekte oder Tagesdecken für das Bett erreichen. Werden im Frühling und Sommer eher luftig-helle Farben verwendet, so können sie im Herbst und Winter durch Dunklere, Schwerere ausgetauscht werden.

Was die Stoffe betrifft, so wird „natürlich“ ganz großgeschrieben: Baumwolle und Wolle vor allem. Für wen Nachhaltigkeit und Klimaschutz eine wichtige Rolle spielen, sollte davor in den eigenen vier Wänden nicht halt machen. So werden auch Möbel aus Holz, Rattan und Jute immer beliebter. Nicht zuletzt aber auch, weil sie Wärme, Gemütlichkeit und Geborgenheit ausstrahlen.

„Nachhaltigkeit ist aber längst viel mehr als ein Trend“, sagt die Münchner Innenarchitektin Annette Brunner, die auch Vorsitzende des Bayerischen Landesverbands des Bundes deutscher Innenarchitekten (BDIA) ist. Das gelte sowohl für Bauherrn als auch für Menschen, die ihre eigenen vier Wände neu einrichten. Das Bewusstsein dafür, auf den Konsum zu achten und Ressourcen zu sparen sei heute ausgeprägter als noch vor einigen Jahren. Wichtig seien die Materialien und deren Zusammensetzung. Das gelte zum Beispiel für nachhaltige Wandfarben oder bei den Farben für Möbellacke. „Und natürlich ist das Material, aus dem das Möbelstück hergestellt ist, ebenso von großer Bedeutung wie der verwendete Leim“, betont Annette Brunner. Es sei immer empfehlenswert, natürliche Materialien zu verwenden, weil sie unser Lebensgefühl unterstützen und eine bessere Lebensqualität erzeugen. „Ich persönlich habe immer schon lieber mit Holz als mit Kunststoff eingerichtet“, so Brunner. Aber unter dem Blickwinkel der Langlebigkeit könne Kunststoff durchaus auch nachhaltiger sein als Holz. Zumal es sich heute häufig wie zum Beispiel beim Linoleum für den Boden um recycelte Materialien handele.

All das gilt im Prinzip auch für das Schlafzimmer, wobei hier wohl die Funktionalität eine größere Rolle spielt. Auch die Küche ist ein Ort, an dem wir uns zwar gewöhnlich nicht sehr lange aufhalten, in dem wir uns aber doch gerne bewegen möchten. Deshalb sollte auch hier ein guter Mix aus Funktionalität und Stil gefunden werden.

Das gilt noch mehr für das Bad als einem Ort großer Intimität. Immerhin ist das Bad das Entrée in den neuen Tag und sollte daher ein Ort des Wohlfühlens sein, mit ausgesuchten und zugleich funktionalen Möbeln, stylischen Armaturen und auch mit ein paar geschmackvollen Deko-Objekten. Denn für das Bad wie auch für die kompletten eigenen vier Wände gilt: Das Auge wohnt mit.

23. Jun 2026

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Gesellschaft

Tiergesundheit: Ein wichtiger Schritt für mehr Tierschutz – Ein Beitrag von Judith Schönenstein, Vizepräsidentin Deutscher Tierschutzbund e. V.

Ein Haustier aufzunehmen ist eine wunderbare Entscheidung: Tiere schenken uns Gesellschaft, Freude und oft auch Trost. Sie bereichern unser Leben auf vielfältige Weise und werden für viele Menschen zu echten Familienmitgliedern. Als treue Begleiter verdienen Tiere nicht nur Liebe, Fürsorge, Pflege und eine artgerechte Haltung, sondern auch unseren Schutz. Denn Tiere haben keine Stimme und können sich nicht selbst gegen Vernachlässigung oder nicht tiergerechte Haltungsbedingungen wehren. Trotz der Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel im Grundgesetz leiden tagtäglich zahlreiche Tiere. Der illegale Tierhandel mit zu jungen und oft kranken Hundewelpen floriert, Straßenkatzen kämpfen ohne menschliche Hilfe ums Überleben und Millionen Tiere – darunter auch Katzen und Hunde und vor allem Nager – werden jährlich in Versuchslaboren „verbraucht“. Auch bestimmte Zuchtpraktiken verursachen unnötiges Tierleid: Um bei der Zucht optische Merkmale wie Kulleraugen, kurze Schnauzen, Faltohren oder Farbvariationen im Fell zu erreichen, werden Auswirkungen auf die Tiergesundheit in Kauf genommen. Dabei ist ein Verbot solcher Qualzuchten längst im Tierschutzgesetz verankert – doch die Umsetzung bleibt unzureichend. Um den Tierschutz wirksam zu stärken, braucht es klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Dazu zählt ein Verbot des Onlinehandels mit Tieren – denn viele Haustiere werden unüberlegt über das Internet gekauft, wo Welpen aus unseriösen Zuchten zigfach zum Kauf angeboten werden. Eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen könnte die Anzahl der Straßenkatzen und damit ihr Leid verringern und – in Kombination mit einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen und Hunde – auch überfüllte Tierheime entlasten. Das Qualzuchtverbot muss konkretisiert und erweitert werden. Und es braucht eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen. Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. >Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. Dazu gehört auch, sich umfassend zu informieren, wenn man ein Haustier aufnehmen möchte. Wer versteht, wie Tiere fühlen, was sie brauchen und wie sich Krankheiten frühzeitig erkennen lassen, leistet einen wertvollen Beitrag – für das einzelne Tier ebenso wie für das große Ziel: mehr Tierschutz, mehr Tiergesundheit, mehr Mitgefühl. Ein verpflichtender Sachkundenachweis vor der Tieranschaffung könnte helfen, Fehler aus Unwissenheit zu vermeiden. Auch die Kosten, die für Haustiere anfallen – etwa für tiermedizinische Behandlungen – sollten nicht unterschätzt werden. Routinemäßige als auch unvorhergesehene Tierarztbesuche können bisweilen tausende Euro für eine OP oder Behandlung verursachen. Es ist daher ratsam, sich rechtzeitig über eine Tierkrankenversicherung zu informieren. Wer nicht nur einem Tier in Not helfen möchte, sondern auch einen wichtigen Beitrag für den Tierschutz leisten will, sucht im Tierheim nach dem passenden tierischen Mitbewohner. Tausende Tiere warten hier auf ein neues Für-immer-Zuhause und eine zweite Chance. „Adoptieren statt kaufen“ lautet das Motto!