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19. Sep 2025

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Gesundheit

Das Leben verdient einen guten Anfang

Journalist: Chan Sidki-Lundius

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Foto: Mart Production/pexels

Gesunde Kinder beginnen mit klugen Entscheidungen. Preconception Care hilft Risiken zu erkennen und trägt so zum Wohl von Mutter und Kind bei.

Was können wir tun, damit die Schwangerschaft sorglos verläuft und das Leben einen guten Anfang nimmt? Worauf müssen wir aufpassen? Welche Vorbereitungen, Untersuchungen oder Abklärungen sind nötig? Diese Fragen stellen sich immer mehr Paare – bereits lange bevor der erste Herzschlag auf dem Ultraschall erscheint. Genau hier setzt ein neuartiges Konzept an: Preconception Care. Bei dieser Form der Gesundheitsvorsorge vor der Schwangerschaft geht es darum, bewusst in den neuen Lebensabschnitt zu starten und sich Zeit zu nehmen: Zeit, um gesundheitliche Fragen zu klären, Impfungen aufzufrischen oder chronische Erkrankungen richtig einzustellen. Denn sicher ist sicher. Außerdem ist es ratsam, sich mit offenem Herzen und klarem Blick den noch ungeklärten Themen zu stellen. Dazu können genetische Risiken, psychische Belastungen und Partnerschaftsfragen gehören – oder lästige alte Gewohnheiten, die man schon längst ablegen wollte.

Kleine Maßnahmen, große Wirkung Mittlerweile bieten immer mehr gynäkologische Praxen spezielle Beratungstermine zur Schwangerschaftsvorbereitung (Präkonzeptionsberatung) für Paare mit Kinderwunsch an. Ein Bestandteil dieser Termine ist ein gynäkologischer Check-up. Besonders angesagt ist dieser bei bestimmten Risikokonstellationen wie Zyklusstörungen oder morphologischen Anomalien des Uterus. Auch Themen rund um Lebensstil und Ernährung werden besprochen. Frauen, die nur das Beste für ihr Kind wollen, sollten auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitamin E, Eisen, Jod und Selen achten. Und weil Folsäure oft Mangelware ist, wird oftmals eine Folsäure-Supplementierung schon vor dem Eintritt einer Schwangerschaft empfohlen. Dadurch lässt sich das Risiko für schwere Fehlbildungen beim Embryo wie etwa Spina bifida (offener Rücken) reduzieren. Und natürlich sollte aufs Rauchen, auf Drogen und Alkohol verzichtet werden, damit das Embryo keinen Schaden nimmt.

Gesunde Kinder beginnen mit klugen Entscheidungen. Preconception Care hilft, Risiken zu erkennen und trägt so zum Wohl von Mutter und Kind bei.

Früh anfangen – bevor das Herz schlägt Weil viele Kinderkrankheiten, wie Röteln oder Windpocken, in der Schwangerschaft erhebliche Konsequenzen für den Embryo haben können, sollte auch der Impfstatus kontrolliert werden. Ebenso wichtig ist eine ausführliche medizinische Anamnese: Welche Krankheiten liegen bei der Mutter beziehungsweise in der Familie vor? Welche Medikamente müssen eigenommen werden? Hintergrund: Krankheiten selbst, wie ein schlecht eingestellter Diabetes, oder bestimmte Medikamente können zu fetalen Komplikationen führen. Präkonzeptionell wird schließlich auch der Besuch eines Zahnarztes inklusive einer professionellen Zahnreinigung empfohlen. Hört sich viel an, macht aber Sinn, weil das Leben einen guten Anfang verdient. Studien zeigen, dass regelmäßige Entspannungsphasen, etwa Waldspaziergänge oder Yoga, die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung erhöhen und die Möglichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft begünstigen. Dazu können übrigens auch die Männer ihren Beitrag leisten: indem sie einen gesunden Lebensstil führen und die Vitamine C, E und B12 in ihren Speiseplan integrieren.

Fazit: Wer die Schwangerschaft nicht dem Zufall überlassen möchte, tut gut daran, rechtzeitig vor der Empfängnis aktiv zu werden. Preconception Care ist somit einer der ersten liebevollen Akte der Familiengründung.

Wer die Schwangerschaft nicht dem Zufall überlassen möchte, sollte rechtzeitig vor der Empfängnis aktiv werden. Preconception Care ist einer der ersten liebevollen Schritte bei der Familiengründung.

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.