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22. Dez 2022

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Gesellschaft

Das Smarthome von einer Stelle steuern

Journalist: Armin Fuhrer

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Foto: Patrick Campanale/unsplash

KNX beugt dem smarten Wildwuchs vor, indem es die intelligenten Geräte unterschiedlicher Hersteller vernetzt. So hilft das System auch beim Energiesparen.

Vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern steht beim Blick auf ihre Energiekostenabrechnungen eine böse Überraschung bevor, andere haben sie schon hinter sich: Die Preise für Strom, Gas und Heizung explodieren und sie werden auf absehbare Zeit vermutlich nicht signifikant sinken. Kein Wunder, dass viele intensiv über Wege und Mittel nachdenken, wie sie Energie einsparen können. Dafür gibt es ein probates Mittel: die Umwandlung der eigenen vier Wände in ein Smarthome.

Beispiel Heizkosten: Experten weisen darauf hin, dass es ein großer Unterschied ist, ob ein Haus oder eine Wohnung auf 19 oder auf 21 Grad Zimmertemperatur geheizt wird. Ist die Differenz für den Menschen vielleicht gar nicht unbedingt spürbar, so zeigt sie sich spätestens bei der nächsten Abrechnung ziemlich deutlich. Umgekehrt gilt das in Zeiten des Klimawandels, in denen die Sommer zunehmend heißer werden und dadurch eine Kühlung von Gebäuden notwendiger als früher wird, ebenso. Ein anderes Beispiel ist der Stromverbrauch: Wer ständig elektronische Geräte im Standby-Betrieb laufen lässt, sorgt sicher dafür, dass sich das auf die Stromrechnung auswirkt. Zumal bei den stark steigenden Preisen wie derzeit.

Das lässt sich für das gesamte Haus weiter durchdeklinieren. Man kann für Energieeinsparungen sorgen, indem man die Heizung herunterdreht, den Standby-Betrieb abschaltet und vieles mehr tut. Man kann das aber auch smarten Kippsensoren für Fenster, smart gesteuerten Klimaanlagen, smarten Thermostaten für die Heizung oder smarten Motoren für die Rollos überlassen. Diese Geräte erledigen zwar auch nur die Aufgaben, die der Mensch auch selbst bewerkstelligen kann. Aber jeder weiß, dass dazu Selbstdisziplin gehört. Sei es aus Faulheit, sei es aus Vergesslichkeit – immer wieder passiert es, dass wir Wärme und Energie verschwenden. Und das kostet unnötig Geld.

Einmal programmiert, sorgen smarte Geräte dafür, dass das Wohnzimmer oder das Bad genau dann schön wohlig warm sind, wenn wir uns dort aufhalten oder die Jalousien vor starker Sonneneinstrahlung und Aufheizung des Raums schützen, wenn die Hausbewohner abwesend sind. Ebenso wird das Licht nur dann eingeschaltet, wenn man sich wirklich im Raum aufhält. Das Einsparpotenzial wird zwar dadurch etwas verringert, dass auch die smarten Geräte Strom verbrauchen. Und klar ist auch, dass smarte Geräte nur beim Sparen von Energiekosten helfen, wenn sie für diesen Zweck gedacht sind. Geräte beispielsweise, die die Sicherheit erhöhen, werden den Stromverbrauch eher ankurbeln. Dennoch kann ihre Anschaffung natürlich sinnvoll sein. Für die anderen smart gesteuerten Geräte aber ist der Befund von Energieexperten klar: Das Smarthome spart Energie und damit Kosten. Und selbst vor dem Hintergrund, dass es zunächst Investitionskosten verursacht, ein herkömmliches Gebäude mit smarter Technik auszurüsten, rentieren sich diese Kosten sehr schnell – bei den derzeitigen Energiekosten oft schon nach zwei Jahren.

Allerdings droht eine Art smarter Wildwuchs im Haus, wenn die verschiedenen Geräte von unterschiedlichen Herstellern stammen – was meistens der Fall ist. Denn dann muss jedes Gerät einzeln bedient werden und das macht die Sache wieder unattraktiver, schließlich soll das Smarthome ja auch für Komfort und Bequemlichkeit, Flexibilität und nicht zuletzt auch Sicherheit sorgen. Doch auch für dieses Problem existiert eine Lösung: KNX. Das ist ein weltweit anerkannter Standard für ein Bus-System innerhalb der Gebäudeautomation. Oder anders gesagt, es ist ein Kommunikationsmittel, das für alle intelligenten Geräte zugänglich ist, so dass eine einheitliche Vernetzung innerhalb eines Gebäudes möglich ist. Dabei ist die Größe des Gebäudes egal – vom Einfamilienhaus bis zum Hochhaus funktioniert KNX überall.

Mit KNX können Verbraucher alle smarten Geräte und Funktionen bequem über ein Bedienelement oder mit intelligenten Sensoren vernetzen und steuern – egal, ob es sich um die Heizung, die Klimaanlage, das Licht, den Sonnenschutz oder die Sicherheitssysteme handelt. Mit dieser Haus- und Gebäudeautomation lassen sich Kosten sparen und der Komfort erhöhen.

KNX ermöglicht es, eine beliebige Zahl verschiedener Produkte und Gewerke zu kombinieren – und was sehr wichtig ist: Das funktioniert völlig herstellerunabhängig mit allen verfügbaren KNX-Produkten. So ist der Nutzer oder die Nutzerin nicht mehr gezwungen, sich von Anfang an auf einen Hersteller festzulegen und ihm treu zu bleiben oder die Nachteile der nicht-vernetzten Geräte in Kauf zu nehmen. KNX macht die Planung selbst dann einfach, wenn die Anforderungen komplex sind. Weitere Vorteile liegen darin, dass bestehende Geräte flexibel durch zusätzliche Komponenten erweiterbar sind und auf veränderte Anforderungen der Nutzerinnen und Nutzer unkompliziert über die Software reagiert werden kann.

Die Vorteile liegen also auf der Hand: Neben der Reduzierung der Energiekosten sind ein verbesserter Wohnkomfort ebenso die Folge wie eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Homeoffice durch die unkomplizierte Vernetzung verschiedener Geräte. Alle Steuerungsszenarien sind individuell programmierbar und durch regelmäßige Updates zukunftssicher.

18. Mär 2026

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Gesellschaft

Hören macht klug

Kaum läuft der Lieblingssong, wird aus dem Kinderzimmer eine Bühne. Es wird gehüpft, getanzt, gerappt und mitgesungen. Musik bringt positive Energien ins Leben – und kann noch viel mehr: Musik stärkt das Arbeitsgedächtnis von Kindern, also die Fähigkeit, Informationen kurzzeitig zu speichern und zu verarbeiten. Damit Kinder neue Inhalte verstehen und anwenden können, braucht das Arbeitsgedächtnis eine ausreichend große Kapazität. Ist diese noch nicht altersgemäß entwickelt, kann das Lernen zur Herausforderung werden. Musik wirkt da im Kopf wie Fitness. Als gezieltes Gedächtnistraining, mit der die geistige Leistungsfähigkeit, schon im Vorschulalter, gefördert und somit das spätere Lernen erleichtert wird. Hörspiele ergänzen diese Reise in die Klangwelt: Kinder konzentrieren sich auf das gesprochene Wort und lernen Geschichten aus Stimmen, Geräuschen und Musik zu visualisieren. Statt auf Bilder zu schauen, erschaffen sie diese selbst im Kopf. Das fördert die Fantasie, Sprachentwicklung und Konzentration. Auch Singen macht Sprache lebendig. Mit Reimen, Wiederholungen und eingängigen Melodien entdecken Kinder neue Wörter und Satzmuster ganz intuitiv. Dabei wächst nicht nur ihr Sprachgefühl, sondern auch das Wir-Gefühl: Beim gemeinsamen Singen hören sie aufeinander, reagieren im Takt und erleben echtes Miteinander. Wenn die Musik dann in Bewegung übergeht, wird aus Rhythmus Körpergefühl. Tanzen stärkt Motorik, Koordination und Selbstvertrauen. >Musik wird damit zum Sprachrohr für Gefühle. Sie bieten einen sicheren Raum, der Kinder ihre Emotionen erkennen, ausdrücken und verstehen lernen lässt. Was sich in den letzten Jahren deutlich verändert hat, ist die musikalische Sprache, in der all das passiert. Moderne Kinderlieder lösen sich zunehmend vom pädagogischen Zeigefinger und suchen die Nähe zur Popkultur. Statt bravem Gitarrenfolk vom Pädagogen in Latzhose mit Mitmachliedern übers Zähneputzen, erklingen Hip-Hop-Beats, Indiepop und Reggae-Grooves. Die Texte greifen Themen auf, die Kinder beschäftigen: Familienalltag, Freundschaft, kleine Wutanfälle oder erzählen vom Mut, das erste Mal auf dem Fahrrad zu fahren. Musik wird damit zum Sprachrohr für Gefühle. Sie bieten einen sicheren Raum, der Kinder ihre Emotionen erkennen, ausdrücken und verstehen lernen lässt. Und ja – wenn das Lieblingslied zum hundertsten Mal läuft, nervt es vielleicht ein bisschen weniger, wenn der Text nicht von Reimen auf Hände waschen handelt, sondern davon, dass Eltern auch nur Menschen sind. Was einen Song besonders „kindertauglich“ macht, ist trotzdem eine Wissenschaft. Laut einem Bericht der New York Post¹ haben Forschende aus Sheffield herausgefunden, dass dazu ein Tempo zwischen etwa 60 und 120 BPM gehört, also ein Rhythmus, bei dem es sich gut mitwippen lässt; eingängige Wiederholungen sowie eine klare, positive Klangstruktur. Kommt Ihnen bekannt vor? Das sind genau die Zutaten, die es für einen guten Ohrwurm braucht. ¹ New York Post: „‘Radio Ga Ga’ is scientifically proven to be a perfect kids song“, 6. August 2024.