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3. Jul 2023

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Gesundheit

„Das Wichtigste ist, dass es Spaß macht“

Journalist: Armin Fuhrer

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Foto: Presse

Freizeitsportler profitieren körperlich und mental, sollten aber auf eine gute Ernährung achten.

Herr Hambüchen, Sie waren viele Jahre sehr erfolgreicher Leistungssportler. Haben Sie nach dem Ende Ihrer Karriere auf einen Schlag mit dem Sport aufgehört?
Nein, überhaupt nicht. Ich habe zunächst – nachdem ich mich 2017, im Jahr nach meinem Olympiasieg – von der Nationalmannschaft zurückgezogen habe, noch ein Jahr in der Bundesliga geturnt und dann meine Karriere beendet, obwohl ich damals gerade sehr fit war. Aber es wurden dann andere Dinge wie mein Privatleben, Sponsorentermine und mein Studium wichtiger. Aber das bedeutet nicht, dass ich keinen Sport mehr mache. Ich habe mir in meinem Haus einen Kraftraum eingerichtet und inzwischen das Crossfit für mich entdeckt. Meine Frau betreibt diese Sportart schon seit mehr als zehn Jahren. Inzwischen versuchen wir uns sogar als Mixed Team für Wettkämpfe zu qualifizieren.

Wie wichtig ist die sportliche Betätigung für Ihre körperliche Gesundheit?
Wenn ich jetzt Sport mache, geht es nicht in erster Linie um die Optik, sondern es steckt viel mehr dahinter, nämlich Fitness und Gesundheit. Crossfit eignet sich bestens für beide Zwecke, denn es handelt sich dabei um ein Ganzkörpertraining, bei dem alle Muskeln trainiert werden. Wenn ich regelmäßig trainiere, fühle ich mich körperlich gut. Aber wer ambitioniert ist, kann sogar in Richtung Wettkampf gehen.

„Wer etwas für seine Gesundheit tun will, sollte etwa drei Mal pro Woche Sport machen. Das ist Zeit, die sehr sinnvoll investiert ist.“

Wo liegt das richtige Maß an Aktivität für Freizeitsportler?
Wer etwas für seine Gesundheit tun will, sollte etwa drei Mal pro Woche Sport machen. Das ist Zeit, die sehr sinnvoll investiert ist. Welche Sportart man macht und in welcher Intensität, das muss jeder selbst für sich entscheiden. Das Wichtigste ist, dass es Spaß macht. Aber regelmäßig den Kreislauf auf Touren und das Herz zum Pumpen bringen, das macht aus gesundheitlicher Perspektive Sinn. Mein Tipp also: Drei Mal die Woche eine Stunde Sport. Aber nicht nur Cardio-Training – ein Mix aus Laufen oder Fahrradfahren und Krafttraining ist besser, weil man dann viel mehr Muskeln nutzt als bei einem monotonen Training und den gesamten Körper beansprucht. Meine Frau, die als angehende Ernährungswissenschaftlerin und Online-Coach arbeitet, bringt es genau auf den Punkt, wenn sie sagt: Use it or loose it.

Sie bekommen also zuhause auch regelmäßig gute Tipps, wie sich Sportler ernähren sollten. Worauf sollte man achten?
Grundsätzlich sollte sie immer sehr ausgewogen sein. Sportlerinnen und Sportler sollten aber zusätzlich auf einige Dinge achten. Ich habe an dieser Stelle während meiner Karriere als Turner einiges falsch gemacht, weil ich versucht habe, immer nur möglichst leicht zu sein. Wichtig ist für sie viel Eiweiß, für das man auch auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen kann. Ebenso sollte man Kohlenhydrate zu sich nehmen. Darauf zu verzichten ist das Schlimmste, was man machen kann, denn gerade nach dem Sport füllen sie die Energiespeicher wieder auf. Auch gute Fette gehören unbedingt dazu, zum Beispiel über Nüsse oder Fisch.

Das klingt sehr vernünftig!
Ja, man sollte schon auf die Ernährung achten, wenn man regelmäßig Sport macht. Das bedeutet aber nicht, dass man absolut keine Schokolade mehr essen soll oder hin und wieder mal zu Kartoffelchips greifen darf. Es ist gefährlich, sich das komplett zu verbieten, weil es dann unter anderem zu plötzlichen Heißhungerattacken kommt. Also, sich hin und wieder mal einen Snack zu gönnen, ist vollkommen in Ordnung. Man kann kleine, gesunde Leckerbissen ja auch in seine Mahlzeiten integrieren.

Welche Rolle spielt Sport für die mentale Gesundheit?
Als Freizeitsportler stelle ich fest, dass Sport mir mental guttut. Wenn ich zum Beispiel nach einem stressigen Tag bei lauter Heavy Metal-Musik Krafttraining mache, geht es mir danach definitiv besser. Joggen wiederum hat mir immer geholfen, den Kopf freizubekommen und den Gedanken mal freien Lauf zu lassen. Diese Wirkungen sind sicher bei jedem unterschiedlich ausgeprägt, aber grundsätzlich kann man sagen, dass Sport eine gute Auswirkung auf den mentalen Zustand hat.

Es gibt auch Menschen, die aus körperlichen Gründen keinen Sport machen können. Was raten sie denen?Auch wer nicht Joggen oder Krafttraining machen kann, sollte versuchen, irgendetwas zu machen. Das kann auch eine mentale Betätigung ein, denn sie sind ein Mittel gegen Alterskrankheiten wie Alzheimer. Auch diesen Menschen würde ich empfehlen, sich dreimal pro Woche eine Betätigung zu suchen und das regelmäßig durchzuziehen.

Fabian Hambüchen zählt zu den erfolgreichsten deutschen Turnern. 2016 gewann er bei den Olympischen Spielen am Reck die Gold-, 2012 die Silber- und 2008 die Bronzemedaille. 2007 wurde er zudem Weltmeister. Ende 2017 beendete er seine Karriere als Leistungssportler. Seitdem ist er unter anderem als TV-Experte unterwegs.

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.