22. Jun 2026
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Gesundheit
Journalist: Kirsten Schwieger
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Foto: Peter Müller
Warum das Model Kim Hnizdo sich mit 29 Jahren Eizellen entnehmen ließ und ihren Entschluss zum Social Freezing öffentlich machte.
Was hat dich auf den Gedanken fürs Social Freezing gebracht und was war deine Motivation, die Idee dann umzusetzen? Ich werde dieses Jahr 30 und ich habe schon lange eine Liste mit Dingen, die ich bis dahin machen möchte. Die Familienplanung abzusichern, stand auch da drauf. Außerdem habe ich in meinem Umfeld viele Frauen, die ein bisschen älter sind als ich und für die das Thema Kinderwunsch jetzt aktuell ist – und sich manchmal schwierig gestaltet. Um den biologischen Druck für mich rauszunehmen, sorge ich nun auf der Hochzeit meiner biologischen Fruchtbarkeit dafür, dass ich für den Fall der Fälle 29-jährige Eizellen parat habe.
Welche körperlichen und emotionalen Herausforderungen gingen damit einher und wie hast du dich anschließend gefühlt? Ich bin ehrlicherweise kein Fan vor Spritzen und habe auch nicht gerade Unmengen an Bauchfett, was die Hormonbehandlung etwas schwieriger gemacht hat. Ansonsten gab es keine hormonellen Probleme. Dennoch darf man nicht vergessen, dass es ein Eingriff ist mit Vollnarkose – für mich die Erste. So hatte ich natürlich ein bisschen Angst vor der OP. Ich war dann wahnsinnig erleichtert, dass alles super geklappt hat – mit einem guten Ergebnis.
Warum hast du deine Entscheidung öffentlich gemacht? Mir war gar nicht bewusst, dass das so ein großes Thema ist/wird. Ich wusste nur, dass noch nicht so viel drüber gesprochen wird. Und dann finde ich es gerade wichtig, dass darüber gesprochen wird. Das Feedback war riesig, viel größer, als ich gedacht hätte. Es gab wahnsinnig viele Rückfragen aus meiner Community. Es ging da plötzlich eine Welle um: Einige bekannte Kolleginnen haben gerepostet; drei, vier Weitere haben selbst den Prozess durchlaufen und so ist eine kleine Social Freezing-Bewegung draus geworden.
Ich weiß von vielen, die sich von der biologischen Uhr stressen lassen. Deswegen finde ich es wichtig, sich zumindest mal mit dem Thema Social Freezing auseinanderzusetzen.
Mit welchen Stigmen haben Betroffene zu kämpfen? Mir persönlich sind keine Vorbehalte oder Vorurteile gegenüber geäußert worden. Social Freezing sagt ja auch noch nichts über die eventuelle, spätere Verwendung aus. Manche Leute sagen, es ärgert sie, dass es so teuer ist. Das stimmt schon und ich würde mir wünschen, dass es für alle schneller und günstiger zugänglich ist. Vielleicht passiert das ja auch irgendwann, wenn man das Thema populärer macht. Letztendlich ist es eine Investition in sich selbst, in die eigene Zukunft und Selbstbestimmtheit – in meinen Augen, die Beste, die man machen kann. Wenn ich das Geld nicht gehabt hätte, würde ich wahrscheinlich eher auf andere Dinge verzichten.
Was rätst du Frauen in puncto Selbstbestimmung und Lebensplanung? Sich frühzeitig Gedanken über ihre Lebenspläne zu machen. Und wenn diese grundsätzlich Kinder beinhalten, ist es in meinen Augen ein wahnsinnig selbstbestimmter Move, dafür zu sorgen, dass die Pläne irgendwann in Erfüllung gehen können. Es gibt nichts Schöneres, als seine Zukunft frei gestalten zu können. Ich weiß von vielen, die sich von der biologischen Uhr stressen lassen. Deswegen finde ich es wichtig, sich zumindest mal mit dem Thema Social Freezing auseinanderzusetzen.