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24. Jun 2026

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Gesundheit

„Den Druck rausgenommen“ – mit Kim Hnizdo, Model

Journalist: Kirsten Schwieger

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Foto: Peter Müller

Warum das Model Kim Hnizdo sich mit 29 Jahren Eizellen entnehmen ließ und ihren Entschluss zum Social Freezing öffentlich machte.

Was hat dich auf den Gedanken fürs Social Freezing gebracht und was war deine Motivation, die Idee dann umzusetzen? Ich werde dieses Jahr 30 und ich habe schon lange eine Liste mit Dingen, die ich bis dahin machen möchte. Die Familienplanung abzusichern, stand auch da drauf. Außerdem habe ich in meinem Umfeld viele Frauen, die ein bisschen älter sind als ich und für die das Thema Kinderwunsch jetzt aktuell ist – und sich manchmal schwierig gestaltet. Um den biologischen Druck für mich rauszunehmen, sorge ich nun auf der Hochzeit meiner biologischen Fruchtbarkeit dafür, dass ich für den Fall der Fälle 29-jährige Eizellen parat habe.

Welche körperlichen und emotionalen Herausforderungen gingen damit einher und wie hast du dich anschließend gefühlt? Ich bin ehrlicherweise kein Fan vor Spritzen und habe auch nicht gerade Unmengen an Bauchfett, was die Hormonbehandlung etwas schwieriger gemacht hat. Ansonsten gab es keine hormonellen Probleme. Dennoch darf man nicht vergessen, dass es ein Eingriff ist mit Vollnarkose – für mich die Erste. So hatte ich natürlich ein bisschen Angst vor der OP. Ich war dann wahnsinnig erleichtert, dass alles super geklappt hat – mit einem guten Ergebnis.

Warum hast du deine Entscheidung öffentlich gemacht? Mir war gar nicht bewusst, dass das so ein großes Thema ist/wird. Ich wusste nur, dass noch nicht so viel drüber gesprochen wird. Und dann finde ich es gerade wichtig, dass darüber gesprochen wird. Das Feedback war riesig, viel größer, als ich gedacht hätte. Es gab wahnsinnig viele Rückfragen aus meiner Community. Es ging da plötzlich eine Welle um: Einige bekannte Kolleginnen haben gerepostet; drei, vier Weitere haben selbst den Prozess durchlaufen und so ist eine kleine Social Freezing-Bewegung draus geworden.

Ich weiß von vielen, die sich von der biologischen Uhr stressen lassen. Deswegen finde ich es wichtig, sich zumindest mal mit dem Thema Social Freezing auseinanderzusetzen.

Mit welchen Stigmen haben Betroffene zu kämpfen? Mir persönlich sind keine Vorbehalte oder Vorurteile gegenüber geäußert worden. Social Freezing sagt ja auch noch nichts über die eventuelle, spätere Verwendung aus. Manche Leute sagen, es ärgert sie, dass es so teuer ist. Das stimmt schon und ich würde mir wünschen, dass es für alle schneller und günstiger zugänglich ist. Vielleicht passiert das ja auch irgendwann, wenn man das Thema populärer macht. Letztendlich ist es eine Investition in sich selbst, in die eigene Zukunft und Selbstbestimmtheit – in meinen Augen, die Beste, die man machen kann. Wenn ich das Geld nicht gehabt hätte, würde ich wahrscheinlich eher auf andere Dinge verzichten.

Was rätst du Frauen in puncto Selbstbestimmung und Lebensplanung? Sich frühzeitig Gedanken über ihre Lebenspläne zu machen. Und wenn diese grundsätzlich Kinder beinhalten, ist es in meinen Augen ein wahnsinnig selbstbestimmter Move, dafür zu sorgen, dass die Pläne irgendwann in Erfüllung gehen können. Es gibt nichts Schöneres, als seine Zukunft frei gestalten zu können. Ich weiß von vielen, die sich von der biologischen Uhr stressen lassen. Deswegen finde ich es wichtig, sich zumindest mal mit dem Thema Social Freezing auseinanderzusetzen.

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.