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29. Sep 2022

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Gesellschaft

Der Kampf für das Klima verursacht Kosten

Journalist: Armin Fuhrer

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Foto: Jairph/unsplash

Die EU will mit dem Green Deal Europa zum klimaneutralen Kontinent machen. Auf die Verbraucher kommen Belastungen zu – aber Nichtstun wäre viel teurer.

Das Ziel ist ambitioniert, der Plan stellt große Herausforderungen an alle und die Kritik kommt von vielen Seiten: Mit dem European Green Deal will die Europäische Union bis zum Jahr 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden. Das bedeutet, dass Wirtschaft, Industrie, Landwirtschaft und Verbraucher ihr Verhalten zum Teil radikal ändern müssen, damit die Staaten der EU 2050 das Klima nicht mehr schädigen.

Sämtliche Politikfelder der EU wie Mobilität, Energie, Biodiversität, Agrar-, Handels- und Außenpolitik sowie die Forschung müssen auf dieses Ziel ausgerichtet werden. Die EU-Mitgliedstaaten müssen die von der Kommission vorgegebenen Ziele in Gesetze gießen und sie dann umsetzen. 2019 legte die EU-Kommission als Etappenziel fest, dass bis zum Jahr 2030 die Treibhausgasemissionen um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 sinken sollen. Um diese Marke zu erreichen, müssen massive Anstrengungen vorgenommen werden. Sie sind im Paket „Fit für 55“ festgehalten.

So sollen bis 2030 immerhin 40 Prozent des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne stammen. Ebenso soll der Energieverbrauch von Industrie und Bürgern verringert werden. Mobilität soll nachhaltiger werden, unter anderem durch den Umstieg auf Elektroautos und vom Individual- auf den Zug- und öffentlichen Nahverkehr. Dass die CO2-Preise für die Verbraucher deutlich steigen werden, liegt auf der Hand, denn die Unternehmen werden die durch die Verknappung der CO2-Zertifikate erhöhten Kosten zumindest zum Teil an die Verbraucher weitergeben. Das gilt auch für die Kreislaufwirtschaft, die in vielen Bereichen der Wirtschaft eingeführt wird. Sie ist ökologisch sehr sinnvoll, stellt aber Unternehmen vor neue Herausforderungen und Kosten. Das werden auch die Verbraucher zu spüren bekommen.

Große Auswirkungen hat der Green Deal auch auf die Lebensmittelbranche. Das Ziel der EU ist es, einen Wandel bei der Erzeugung von Lebensmitteln herbeizuführen, und das gilt ebenso für den Konsum durch die Verbraucher. Dies beinhaltet eine Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks, eine effektivere Vorbeugung gegen Krisen und die Gewährleistung, dass auch zukünftigen Generationen frische, gesunde und erschwingliche Lebensmittel zur Verfügung stehen. Unter anderem sollen der Einsatz von Pestiziden und Düngemitten halbiert, der Anteil der ökologisch/biologisch genutzten Landwirtschaftsfläche erhöht, die Lebensmittelverschwendung gesenkt und das Tierwohl verbessert werden. Ziel der EU-Kommission ist es auch, die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft zu erhalten und ihr neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen. Dass aber auf die Lebensmittelindustrie und die Landwirtschaft und damit unweigerlich auch auf Verbraucher höhere Kosten zukommen, ist unvermeidbar. Doch eins ist sicher: Nichtstun ist auf Dauer noch teurer, wie ein Blick auf die zunehmende Zahl von Umweltkatastrophen zeigt.

 

Ein Ziel der EU-Kommission ist es, bis 2030 die EU-weit installierte Photovoltaik-Leistung auf 600 Gigawatt im Vergleich zu 2020 zu vervierfachen. Deutschland hatte 2020 mit 53,7 Gigawatt beziehungsweise mit 40 Prozent den größten Anteil. Derzeit stockt der Ausbau aber wegen Fachkräftemangel und Lieferengpässen.

22. Apr 2026

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Gesellschaft

Green Fishing – mit Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF

![Josef_Bild_2 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Josef_Bild_2_Online_bfe4ca7f26.jpg) ``` Josef Bernard, YouTuber des Kanals BROSEF ``` **Was kann die Angel-Community dazu beitragen, unsere Gewässer langfristig schützen?** „Jeder Angler sollte seinen Platz besser hinterlassen, als er ihn vorgefunden hat, also auch Müll anderer mitnehmen und Auffälligkeiten melden. Die Sensibilität dafür ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Viele Angler engagieren sich aktiv für saubere Gewässer. Mein Freund Jan Ebel organisiert z. B. mit seinem Verein „Spreepublik“ regelmäßig Clean-ups in Berlin, bei denen Elektroscooter und anderer Schrott aus der Spree gefischt werden. Solche Aktionen zeigen, wie wichtig das Engagement der Angler für den Gewässerschutz ist. Mit der wachsenden Zahl an Hobbyfischern steigt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit noch mehr, und viele Marken reagieren darauf, z. B. mit umweltfreundlicheren Angelködern. Beim Raubfischangeln mit Kunstködern nimmt die Nachfrage nach phthalatfreien Gummimischungen zu. Catch & Release (C&R), also das Fangen und Freilassen hingegen ist in ein kontroverses Thema. Mir ist wichtig, den gefangenen Fisch zu verwerten und der Angelei damit einen Sinn zu geben – das ist auch das Konzept unseres YouTube-Kanals BROSEF: Wir fangen Fisch zum Verzehr und zeigen, wie einfach und lecker man ihn zubereiten kann. C&R hat jedoch seine Berechtigung, um Fische, die dem regionalen Schonmaß unterliegen, wieder in das Gewässer zu geben. Wie es beispielsweise die „Müritzfischer“ nicht nur bei kleinen, auch bei großen Fischen mit starken Genen praktizieren und somit die Produktivität des Gewässers aufrechterhalten. Wichtig beim Release ist natürlich der schonende Umgang: kurze Luftzeiten und befeuchtete Hände, um die Schleimhaut der Fische nicht zu beschädigen. Solche Grundlagen lernt jeder Angler bereits in der Prüfung.“