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26. Mär 2026

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Wirtschaft

„Der Rezyklat-Markt funktioniert nicht“ – mit Dr. Natalie Brandenburg, Geschäftsführerin des Deutschen Verpackungsinstituts e. V.

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: Zyanya Citlalli/unsplash+, André Wagenzik

Die nationalen und europäischen Kunststoffrecycler befinden sich aktuell in einer kritischen Situation, denn bis Ende 2025 ist fast eine Million Tonnen Kunststoffrecyclingkapazität durch Werkschließungen und/oder Insolvenzen verloren gegangen. Diese negative Entwicklung gefährdet Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum, Innovation, Klimaziele und Deutschlands Unabhängigkeit im Bereich wichtiger Sekundärrohstoffe. Der Mangel an geeignetem Rezyklat wird sich mit voller Wucht aber erst ab 2030 zeigen, wenn feste Rezyklateinsatzquoten greifen – und das nicht nur im Bereich Verpackung, sondern beispielsweise auch in der Automobilindustrie. „Ein Hauptgrund für diese Entwicklung ist der niedrige Ölpreis, der zu deutlich sinkenden Preisen für Neuware führt“, erklärt Dr. Natalie Brandenburg, Geschäftsführerin des Deutschen Verpackungsinstituts e. V. (dvi).

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Dr. Natalie Brandenburg, Geschäftsführerin des Deutschen Verpackungsinstituts e. V.

Frau Brandenburg, welche weiteren Gründe gibt es für den Mangel an Rezyklaten? Ein Problem ist auch, dass es bei der Deklaration von Kunststoffen als „Rezyklat“ insbesondere im internationalen Handel zu Unklarheiten, Fehl- und Überdeklarationen und uneinheitlichen Standards kommen kann. Zudem sind im Ländervergleich die Energiekosten hierzulande sehr hoch.

Wie wichtig ist es denn, Rezyklatquoten festzulegen? Die PPWR, die am 12. August verbindlich in Kraft tritt, legt konkrete Rezyklateinsatzquoten fest. So müssen Kunststoffverpackungen ab 2030 je nach Art zwischen zehn und 35 Prozent Post-Consumer-Rezyklat (PCR), also Rezyklat, das von Verpackungen aus der Wertstofftonne (Gelber Sack/Tonne) stammt, enthalten. Bis 2040 steigen die Quoten auf bis zu 65 Prozent. Grundsätzlich ist dieses Festschreiben sinnvoll, denn Recycling ist ja kein Selbstzweck. Aber: Die reine Vorschrift für sich, schafft noch keine funktionierende und nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Solange Rezyklat teurer ist als neuer Kunststoff oder sogar „fake recyclate“ aus Neukunststoff in Drittländern hergestellt und billig importiert wird, geht der Plan nicht auf. Außerdem müssen die Materialströme innerhalb Europas gehalten und in einem geschlossenen System hochwertig geführt werden.

Innovationen sind der Schlüssel für Fortschritt und die Verpackungswirtschaft ist eine hochinnovative Branche.

Wie wichtig sind Innovationen für die Kreislaufwirtschaft? Innovationen sind der Schlüssel für Fortschritt und die Verpackungswirtschaft ist eine hochinnovative Branche. Da Kreislaufwirtschaft schon seit vielen Jahren ein Fokus der Innovationsarbeit ist, gibt es regelmäßig neue Lösungen, beispielsweise beim Design for Recycling, das von Anfang an dafür sorgt, dass die Wertstoffe aus gebrauchten Verpackungen einfach und effizient recycelt werden können.

Und müssen alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette enger zusammenarbeiten? Die Zusammenarbeit ist längst unverzichtbar geworden. Denn die Ansprüche und Erwartungen, die Konsumentinnen und Konsumenten, Politik, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit an Verpackungen stellen, sind zu vielfältig und zu komplex geworden. Als Deutsches Verpackungsinstitut ist es Teil unserer DNA, die richtigen Akteure zusammenzubringen. Wir sind das einzige Netzwerk der Branche, dass materialübergreifend Unternehmen aus der ganzen Wertschöpfungskette zu seinen Mitgliedern zählt.

Factbox:

Die PPWR ist die neue EU-Verpackungsverordnung. Sie ist seit 2025 in Kraft und ab 12. August 2026 voll gültig. Ihr Ziel: Verpackungen nachhaltiger machen, Abfälle reduzieren und die Kreislaufwirtschaft stärken. Dafür gibt es strengere Vorgaben zu Design, Recycling und Wiederverwendung. Sie löst die alte Richtlinie ab und bringt neue Pflichten für Hersteller, Händler und Online-Plattformen.

31. Mär 2026

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Wirtschaft

Der adaptive hydraulische Abgleich bringt mehr Effizienz – mit Dr. Bardia Rostami, Head of Business Development bei KALO

![250603_Rostami_Bardia_FINAL1_RGB Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/250603_Rostami_Bardia_FINAL_1_RGB_Online_70fcce6dac.jpg) ``` Dr. Bardia Rostami, Head of Business Development bei KALO ``` Während die Debatte um die Energiewende vor allem den Heizungstausch fokussiert, bleibt eine der kosteneffizientesten Maßnahmen oft unbeachtet: der hydraulische Abgleich. Denn in Mehrparteienhäusern führt ein unausgeglichenes System regelmäßig zu paradoxen Zuständen: Hier wird gefroren, dort bei offenen Fenstern überheizt. Beheben lässt sich das mit einem hydraulischen Abgleich, der durch die optimierte Wärmeverteilung auch die Effizienz der gesamten Heizungsanlage nachweislich verbessert. Deshalb ist er unter anderem verpflichtende Voraussetzung, um bestimmte staatliche Fördermittel beantragen zu können. Beim klassischen hydraulischen Abgleich stellt ein Fachhandwerker die Heizungsventile einmalig ein, bei Änderungen am System wird der Vorgang wiederholt. Das adaptive digitale Verfahren verfolgt einen anderen Ansatz: Vernetzte smarte Thermostate erfassen kontinuierlich Temperaturverläufe und passen die Ventilstellungen dynamisch an, um eine gleichmäßige Wärmeverteilung zu unterstützen. Das ist nur möglich, wenn die Geräte im Systemverbund zusammenarbeiten. Sie ermöglichen einen TÜV-zertifizierten adaptiven hydraulischen Abgleich. Für Eigentümer ist dies eine geringinvestive, zudem vom BAFA mit 15 Prozent geförderte Maßnahme mit Hebelwirkung: Das Gebäude kann in eine bessere Energieeffizienzklasse aufsteigen, der Vermieteranteil an der CO₂-Abgabe sinkt. Zudem werden gesetzliche Anforderungen rechtssicher erfüllt. Mieter profitieren von mehr Komfort.