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15. Jul 2024

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Gesundheit

Die Abnehm-Revolution gegen Volkskrankheiten - mit Prof. Dr. Christian Berg

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: Sweet Life/unsplash

Ein Interview mit Prof. Dr. med. Christian Berg, Chefarzt der Endokrinologie/Diabetologie am EVK Mettmann.

Portrait Berg_online.jpg Prof. Dr. med. Christian Berg, Chefarzt Endokrinologie/Diabetologie EVK Mettmann

In der Endokrinologie haben sich neue Therapien zur Behandlung von Volkskrankheiten wie Übergewicht, Fettleibigkeit, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen entwickelt. Diese Krankheiten sind häufig, können zu schwerwiegenden Komplikationen führen und werden oft unterschätzt.

Ein neuer Ansatz ist die Verwendung von Medikamenten zur Gewichtsregulation, den sog. Inkretinmimetika, die die Darmhormone und des Insulin-Stoffwechsels regulieren. Die Wirkstoffe können nicht nur bei Diabetikern den Blutzucker senken und damit das Risiko von Folgeerkrankungen wie Nieren- und Nervenschäden und Augenproblemen verringern, sondern führen auch bei Menschen ohne Diabetes zu einer Gewichtsreduktion von bis zu 20 Prozent des Körpergewichts. Studien haben hierzu überzeugende Ergebnisse gezeigt.

Gesunde Personen, die diese Abnehmspritzen über ein Jahr anwenden, weisen einen besseren Langzeitblutzucker, einen anhaltenden Rückgang des Körpergewichts und eine Reduktion des Blutdrucks und der Blutfette auf. Zudem kann eine gute Verträglichkeit und Sicherheit der Medikamente bescheinigt werden. Vorteil ist zudem die einfache, einmal wöchentliche Anwendung. Dadurch können Abnehmmedikamente ein Segen für viele Betroffene sein und eine wichtige Rolle in der Behandlung von übergewichtsassoziierten Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes spielen und so die Gesundheit und Lebensqualität relevant verbessern. Eine kontinuierliche ärztliche endokrinologische Begleitung ist dabei stets anzuraten.

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.