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22. Dez 2021

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Business

Die Datenflut des Fuhrparkmanagements

Journalist: Christian Litz

Große Fuhrparks brauchen logistische Feinarbeit. Sie ist nur noch mit passender Software möglich, vor allem, wenn eine Firma Elektroautos einsetzt.


Marc-Oliver Prinzing, Vorsitzender des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement  und Geschäftsführer der carmacon GmbH; Foto: BVF

Ein Auto, das dem Unternehmen gehört und das Mitarbeiter bei der Arbeit fahren, ist nicht einfach ein Auto, es ist als Teil eines Fuhrparks, ein Kostenfaktor und damit eine Möglichkeit für ein Unternehmen, Kosten zu senken. Entscheidend wird deshalb das sogenannte Schnittstellenmanagement. Nicht nur die Daten des Autos, also Kilometerstände, Benzinverbrauch und Inspektionstermine, müssen gespeichert und abrufbar sein. Wer einen Fuhrpark managt, muss wissen, in welchem Zustand das Auto ist, wann die nächste Inspektion fällig ist, wann die Inspektion sein muss, wann Reifen oder Bremsbeläge gewechselt werden, wer es fahren darf, wer es wann hatte, wie die aktuelle Kostensituation aussieht. SIM-Karten im Auto und GPS-Daten geben dem Fuhrpark-Management neue Möglichkeiten.

Eine digitale Fahrzeugakte ist aber nur der erste Schritt. Das Fuhrparkmanagement sollte auch Daten an die Buchhaltung oder an die Personalabteilung liefern. Versicherung, Steuer, Strafzettel, Terminplanung und vieles mehr spielt eine Rolle. Wenn ein Fahrer einen Strafzettel bekommt, muss die Firma den Fahrer benennen können und Software, die automatisch eine SMS oder eine Mail an den Fahrer sendet, ohne dass zuvor etwas ausgedruckt, in einen Umschlag gesteckt, frankiert und in die Post gegeben wird, ist eine starke Vereinfachung. „Da kommt dann der Datenschutz ins Spiel“, sagt Marc-Oliver Prinzing. Er ist Fuhrpark-Berater in Stuttgart und Vorsitzender des Vorstands des Bundesverbands Fuhrparkmanagement. Den interessieren dann: Können die Daten der Fuhrpark-Verwaltung bei einem externen Anbieter in einer Cloud gespeichert werden? Das muss im Unternehmen mit dem Datenschutzbeauftragten geklärt werden. 

Laut Prinzing gibt es in Deutschland etwa zehn große Anbieter von professioneller Software für Fuhrpark-Management. Firmen können Spezial-Software kaufen oder leasen, die sie auf Firmenrechnern installieren können oder solche, die Daten in der Cloud speichern. Meist sind die Autos im Fuhrpark einer Firma geleast. Die Software ermöglicht es der Firma, dass ihr Management die Daten des Autos anschauen kann und bietet die Verbindung zur Buchhaltung und Personalplanung. „Einen Fuhrpark mit zehn Fahrzeugen kann man vielleicht noch irgendwie mit einer Excel-Tabelle managen, aber mehr Autos machen das unmöglich“, sagt Prinzing.  

Nutzt ein Unternehmen Elektrofahrzeuge, wird es noch viel komplizierter. Das System muss dann auch wissen, wie viel Kilometer der letzte Fahrer absolviert hat, für wie viel es der nächste Fahrer braucht. Reicht die Zeit zwischen den beiden Fahrten, um das Auto aufzuladen? Gibt es andere freie Fahrzeuge? Prinzing sagt, dass Schnittstellenmanagement besonders wichtig geworden ist: „Sie bekommen viele Daten von außerhalb, die sie nicht manuell eingeben wollen: Tankbelege, Strafzettel, Leasing-Abrechnungen.“ Je professioneller die Informationsflut gemanagt werden kann, desto besser für Firmen. Für viele Unternehmen seien die Fuhrpark-Kosten nach den Personal-Kosten der zweitgrößte Ausgaben-Block. 

Wer etwa hundert Autos im Einsatz hat, kann im Monat 1.000 Tankbelege und mehr erzeugen. Wenn die vom Tankkarten-Anbieter direkt ins System überspielt werden, spart das Zeit, reduziert Fehlerquellen und ermöglicht Kontrollen. Eine Software kann in Sekunden Alarm geben, wenn in einen 60-Liter-Tank 68 Liter getankt wurden.
 Firmen müssen regelmäßig die Führerscheine ihrer den Fuhrpark nutzenden Mitarbeiter kontrollieren. Das schreibt der Gesetzgeber vor. Moderne Software ermöglicht diese Kontrolle mit RFID-Chips auf dem Führerschein, den Mitarbeiter dann einfach nur noch regelmäßig an ein Lesegerät halten müssen. In Zukunft dürfte sich die Datenflut, die Software für das Fuhrpark-Management verarbeiten muss, noch gewaltig steigen. Bisher liefern die in den Autos gespeicherten SIM-Karten Daten nur an die Fahrzeughersteller. Einige dieser Daten sind aber auch für die Fuhrpark-Manager interessant. Sollten die Herstellerdaten in ihre System gespielt werden, könnten sie kontrollieren, wie welcher Fahrer mit welchem Auto umgeht.

2. Apr 2026

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Business

Daten als Fundament moderner Wertschöpfung – mit Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich

![Andreas Wagner Atelier Schulte 4 Kopie Onlinejpg.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Andreas_Wagner_Atelier_Schulte_4_Kopie_Onlinejpg_ba179e5e36.jpg) ``` Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich ``` Moderne Wertschöpfungsnetzwerke bestehen aus eng verknüpften Prozessen in Planung, Beschaffung, Produktion und Logistik. Um diese komplexen Systeme besser steuern zu können, setzen Unternehmen zunehmend auf Plattformen, die Anwendungen, Daten und Prozesse über Organisationsgrenzen hinweg miteinander verbinden. So entstehen gemeinsame Datenräume, in denen Informationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammengeführt und analysiert werden können. Zunehmend werden dafür standardisierte Datenprodukte aufgebaut, die Informationen strukturiert bereitstellen und für Analysen nutzbar machen. „Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild“, sagt Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich. Datenmodelle und analytische Systeme helfen dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen und mögliche Handlungsoptionen abzuleiten. „Die Herausforderung liegt heute weniger im Sammeln von Daten als darin, aus ihnen fundierte Entscheidungen zu entwickeln“, so Wagner. >Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild.

2. Apr 2026

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„Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor“ – mit Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria

![Michael Rauhofer_Büro Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Michael_Rauhofer_Buero_Online_6096b75223.jpg) ``` Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria ``` In der Logistik zahlt sich Nachhaltigkeit für die Unternehmen immer dann aus, wenn sie Kosten stabilisiert, Risiken reduziert und die Effizienz erhöht. Wer Emissionen senkt, reduziert oft auch Energie und Mautkosten und macht seine Lieferketten robuster. Entscheidend ist, Nachhaltigkeit als Business Case zu denken: etwa durch intermodale Konzepte und kombinierte Verkehre, die wirtschaftlich sind und gleichzeitig CO₂ sparen. Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. >Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. Für Unternehmen sind auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit drei Schritte entscheidend. Erstens Transparenz bei den Daten – etwa über Sendungen, Laufzeiten oder Emissionen. Zweitens eine klare Dekarbonisierungs Roadmap. Das umfasst Flotte, Modal Shift, aber auch die Einbindung von Partnern. Und drittens der verantwortungsvolle Einsatz von Digitalisierung und KI. Das heißt: saubere Daten, klar definierte Anwendungsfälle, geschulte Mitarbeitende und von Anfang an mitgedachte Compliance.

2. Apr 2026

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Kein Roboter zum Gelddrucken, aber ein starker Wächter: KI bei Banken

Künstliche Intelligenz kann im Bankwesen schon ziemlich viel – aber eigenständig Geld drucken oder wundersam vermehren, das kann sie (noch) nicht. Banken setzen KI heute flächendeckend in mehreren Bereichen ein, allen voran in der Betrugsprävention, wo Fraud Detection mittlerweile Branchenstandard ist. KI-gestützte Systeme analysieren Transaktionen von Kundinnen und Kunden in Echtzeit, erkennen und stoppen auffällige Transaktionen und Zahlungsanweisungen in der Regel sofort, und reagieren innerhalb von Sekunden auf neue Angriffsszenarien. Gerade, weil sich Betrugsmaschen ständig weiterentwickeln, ist die Adaptionsgeschwindigkeit in diesem Bereich besonders hoch. Solche Systeme werden in Zukunft weiter optimiert werden, wodurch Banken Routineaufgaben mehr und mehr automatisieren können. Das eröffnet neue Möglichkeiten für personalisierte Kundenberatung, schnellere Analysen – etwa bei Kreditentscheidungen – und insgesamt bessere Kundenerlebnisse. Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen. Ziel ist es, Informationen effizienter zu nutzen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Im Vergleich zur Betrugsprävention befindet sich dieser Bereich jedoch noch in einer stärkeren Wachstumsphase, auch wenn die Entwicklung hier aktuell sehr dynamisch verläuft. >Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Es gibt unzählige Anbieter von bankenspezifischer KI. Viele davon decken nur bestimmte Anwendungsfelder ab, weshalb Banken häufig mehrere KI-Systeme parallel einsetzen. Auch, wenn Banken langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Daten haben, kann die Auswahl passender KI-Tools herausfordernd sein, denn die Lösungen müssen regelkonform sein, Change Compliance- und Datenschutzrichtlinien beachten, außerdem sollten die Daten innerhalb Europas bleiben und nicht unkontrolliert in andere Rechtsräume fließen. Erhöht KI im Bankwesen nun die Sicherheit – oder eher das Risiko für Betrug und Verlust? Grundsätzlich beides. Denn einerseits verbessert KI die Fähigkeit, Betrug frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, andererseits entstehen neue Gefahren, insbesondere durch autonome KI-Agenten. Je mehr Entscheidungsfreiheit diese Systeme erhalten, desto größer ist das Risiko, dass sie Sicherheitsvorgaben umgehen oder manipuliert werden. Deshalb gewinnt das Prinzip „Human in the Loop“ beziehungsweise „Human in the Lead“ an Bedeutung: Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Auch im Finanzmarkt insgesamt sind automatisierte Prozesse kein neues Phänomen. Mechanismen wie algorithmischer Handel oder Stop-Loss-Orders können bereits heute Kettenreaktionen auslösen. KI könnte solche Effekte künftig verstärken, stellt aber nicht die ursprüngliche Ursache dar. Wohin wird sich KI im Bankwesen entwickeln? Eigenständig Geld drucken wird sie hoffentlich niemals – doch sie wird als umfassendes System im Hintergrund immer besser in den Bankenalltag integriert werden. Der Mensch wird im Bankwesen jedoch in zentralen Bereichen immer die Oberhand behalten, besonders bei der letzten Kontrolle und beim direkten Kundenkontakt – denn hier können aufmerksame Bankangestellte besser als jede KI als Sicherheitsschranke wirken, die ihre betagten Kundinnen davor schützen, auffällige Transaktionen hoher Summen vorzunehmen. >Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen.

2. Apr 2026

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Arbeiten im Update-Modus

Die Spielregeln der Wirtschaft verändern sich rasant und mit ihnen die Frage, was Unternehmen heute wirklich erfolgreich macht: Neue Software wird eingeführt, Abläufe werden neu zugeschnitten, Entscheidungen stärker datenbasiert getroffen. Prioritäten verschieben sich spürbar im Tagesgeschäft, neue Produkt- und Serviceverständnisse entstehen und vertraute Routinen lösen sich auf. Hinzu kommen wachsende regulatorische Anforderungen: mehr Nachweise, klarere Regeln im Umgang mit Daten, Systemen und Verträgen. Was bislang informell funktionierte, muss nun sauber dokumentiert sein. Selbst scheinbar alltägliche Schritte im digitalen Raum können plötzlich Compliance-relevant sein. >Selbst scheinbar alltägliche Schritte im digitalen Raum können plötzlich Compliance-relevant sein. In dieser Verdichtung von Veränderungen wird deutlich, wie stark der Arbeitsalltag unter Druck steht. Nicht durch einen großen Umbruch, sondern vielmehr durch die vielen kleinen, kontinuierlichen Veränderungen, die parallel passieren. Und ja – ein großer Teil davon liegt auf den Schultern der Mitarbeitenden. Umso wichtiger ist es, dass klar wird, warum sich Dinge verändern und welche Rolle jede und jeder Einzelne dabei spielt. Erst dann entsteht aus vielen Maßnahmen ein stimmiges Gesamtbild. Wofür war noch gleich die nächste E-Learning-Schulung gut? Warum ist auch das nächste Compliance-Training wirklich wichtig? Die ehrliche Antwort: Weil Lernen heute einfach dazugehört. Nicht als Selbstzweck, sondern damit Orientierung entsteht, Sicherheit wächst und sich Arbeit eben nicht wie ein undurchdringlicher Regel-Dschungel anfühlt. Wenn Klarheit, Verantwortung und Wissen nicht bei Wenigen hängen bleiben, sondern von allen getragen werden, entsteht daraus etwas Positives: ein gemeinsames Verständnis und die Fähigkeit, Veränderungen nicht nur zu bewältigen, sondern aktiv mitzugestalten. >Wenn Klarheit, Verantwortung und Wissen nicht bei Wenigen hängen bleiben, sondern von allen getragen werden, entsteht daraus etwas Positives.