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24. Jun 2026

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Gesundheit

Die Kraft aus der Mitte: unser Beckenboden

Journalist: Chan Sidki-Lundius

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Foto: Roberta Sant‘Anna/unsplash+

Ohne Training geht es nicht: Auch wenn wir ihn im Alltag kaum wahrnehmen, ist der Beckenboden sehr wichtig für uns. Er besteht aus drei Muskelschichten, Bändern und Bindegewebe und bildet unsere Basis für eine stabile Körpermitte.

Vereinfacht kann man sich den das Becken nach unten verschließenden Beckenboden als eine Art Hängematte vorstellen, die unsere inneren Organe trägt und stützt und obendrein eine aufrechte Haltung ermöglicht. Außerdem sorgt der Beckenboden dafür, dass die Schließmuskeln von Blase und Darm funktionieren. Und er trägt zu einer lustvollen Sexualität bei. Viele Frauen leiden allerdings unter einer Beckenbodenschwäche. Auslöser können Schwangerschaft und Geburt, eine drastische Gewichtszunahme, Hormonwechsel während der Wechseljahre, Sport und körperlich sehr belastende Aktivitäten sein. Mögliche Folgen: Harninkontinenz und ein Prolaps (Vorfall) von Blase oder Gebärmutter. Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, den Beckenboden langfristig und regelmäßig zu trainieren, ob im Rahmen eines Kurses, zum Beispiel in einem Fitnessstudio, oder auch zu Hause in den eigenen vier Wänden.

Rückbildung nach der Geburt Die Schwangerschaft ist einer der häufigsten Gründe für eine Blasenschwäche und damit verbundenen ungewollten Urinverlust bei Frauen. Kein Wunder, denn das Baby drückt über Monate auf den Beckenboden. Auch die Geburt selbst belastet den Beckenboden. Danach kann es sein, dass sich dieser taub anfühlt oder so, als sei er nach unten geöffnet. Auch ein Druckgefühl ist nicht ungewöhnlich. Einige Wochen nach Schwangerschaft und Geburt ist es ratsam, einen professionellen Rückbildungskurs unter Anleitung einer Fachkraft zu besuchen. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Wenn dies nicht ausreicht, muss weiteres Beckenbodentraining her. Dabei sollten Übungen an der Tagesordnung sein, die der Kräftigung der Muskeln und vor allem des Bindegewebes im Bereich des Halteapparates des Beckenbodens dienen. Neben den so wichtigen Atemübungen gibt es auch die Möglichkeit, mit Hilfsmitteln wie etwa Liebeskugeln zu trainieren. Daneben sind Beckenbodentraining-Apps erhältlich. Beim Training mit Biofeedback oder Elektrostimulation können Frauen ihren Beckenboden selbstständig und sehr bewusst trainieren.

Der Beckenboden spielt eine wichtige Rolle für das sexuelle Wohlbefinden von Frauen.

Beckenboden und Libido: Warum die Muskulatur auch für die Lust wichtig ist Der Beckenboden spielt eine wichtige Rolle für das sexuelle Wohlbefinden von Frauen. Die Muskulatur stützt nicht nur die Beckenorgane, sondern ist auch an der Durchblutung und Empfindungsfähigkeit im Intimbereich beteiligt. Ein gut trainierter Beckenboden kann die Wahrnehmung sexueller Reize verbessern und zu intensiveren Orgasmen beitragen. Besonders in den Wechseljahren gewinnt das Thema an Bedeutung. Durch den sinkenden Östrogenspiegel können die Schleimhäute trockener werden, die Durchblutung abnehmen und das Lustempfinden nachlassen. Gleichzeitig verliert die Beckenbodenmuskulatur häufig an Spannkraft. Gezieltes Beckenbodentraining kann diesen Veränderungen entgegenwirken, indem es die Muskulatur stärkt, die Durchblutung fördert und das Körpergefühl verbessert. Viele Frauen berichten, dass sie durch regelmäßige Übungen wieder mehr Vertrauen in ihren Körper gewinnen und ihre Sexualität bewusster erleben. Ein starker Beckenboden kann somit einen wertvollen Beitrag zu mehr Wohlbefinden und Lebensqualität in den Wechseljahren leisten.

Wenn die Blase schwächelt Verlieren Sie ungewollt Urin? Zum Beispiel beim Lachen, Niesen oder Husten oder wenn Sie hüpfen, springen, etwas anheben oder schwer tragen müssen? Etwa 50 Prozent aller über 50-jährigen Frauen würden diese Frage mit einem „Ja“ beantworten, denn so viele leiden geschätzt unter einer Blasenschwäche (Harninkontinenz). Für den unwillkürlichen, unfreiwilligen Urinabgang kommen viele Ursachen infrage: Infektionen, Verletzungen, Schädigungen von Nerven, Stoffwechselerkrankungen und andere Erkrankungen beispielsweise. Besonders häufig wird jedoch ein schwacher Beckenboden diagnostiziert. Eine Blasenschwäche ist kein Schicksal, dem man sich ergeben muss. Der ungewollte Harnverlust kann in vielen Fällen therapiert und sogar geheilt werden – vor allem hilft ein regelmäßiges Beckenbodentraining, da durch die Übungen eine bessere Kontrolle der Blase erreicht werden kann. Medikamente können bei der Therapie der Inkontinenz teilweise ebenfalls eingesetzt werden. Tipp: Ein gut trainierter Beckenboden trägt übrigens auch dazu bei, einer Blasenschwäche vorzubeugen.