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30. Apr 2026

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Gesellschaft

Die Zukunft des Ladens

Journalist: Thomas Soltau

Die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch und wird zu einem wichtigen Bestandteil der zukünftigen Transportlandschaft. Mit der steigenden Anzahl von Elektrofahrzeugen wächst auch der Bedarf an effizienten Ladesystemen.

AC-Laden: Beliebt, aber behäbig  
AC-Laden, auch bekannt als Wechselstromladen, ist eine beliebte Lademethode für Elektrofahrzeuge. Da das Stromnetz nahezu überall verfügbar ist, können AC-Ladestationen leicht installiert und in bestehende Gebäude oder Parkplätze integriert werden. Dies macht AC-Ladestationen ideal für den Heimgebrauch oder für Orte, an denen Fahrzeuge über einen längeren Zeitraum geparkt werden. Auch die niedrige Anforderung an die Ladeleistung des Fahrzeugs macht diese Methode so beliebt. Die meisten Elektrofahrzeuge verfügen über einen eingebauten Bordlader, der mit Wechselstrom arbeitet und eine Leistung von 3,7 kW bis 22 kW bietet. Dies bedeutet, dass ein Großteil der Elektrofahrzeuge mit AC-Ladestationen problemlos aufgeladen werden kann. Allerdings ist die Ladegeschwindigkeit beim AC-Laden im Vergleich zu anderen Lademethoden, wie zum Beispiel dem DC-Schnellladen, relativ langsam. Die Ladeleistung wird durch die Fahrzeugtechnologie und den Bordlader begrenzt. Typischerweise benötigt AC-Laden mehrere Stunden, um eine volle Ladung zu erreichen, was weniger geeignet für schnelle Nachladungen auf Langstrecken ist.
Foto: Precious Madubuike/unsplash

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DC-Laden: Schneller und kostspieliger
Gleichstromladen (DC) ist eine fortschrittliche Lademethode für Elektrofahrzeuge, die eine schnellere Ladegeschwindigkeit im Vergleich zum AC-Laden bietet. Der Gleichstrom wird direkt in das Fahrzeug eingespeist, was zu einer effizienteren Umwandlung und einem schnelleren Ladevorgang führt. Zusätzlich punktet die Variante mit einer höheren Ladeleistung im Vergleich zum AC-Laden. DC-Ladestationen können Leistungen von 50 kW bis hin zu mehreren hundert Kilowatt erreichen. Es ermöglicht Elektrofahrzeugen, in kurzer Zeit eine beträchtliche Reichweite aufzuladen, ideal für Langstreckenfahrten. Schnellladestationen ermöglichen es den Fahrern, ihre Batterien innerhalb von 30 Minuten bis zu 80 % aufzuladen, je nach Fahrzeugmodell und Ladeleistung der Station. Im Gegensatz zum AC-Laden, bei dem die Ladeleistung durch den Bordlader des Fahrzeugs begrenzt ist, haben die meisten Elektrofahrzeuge die Fähigkeit, Gleichstrom direkt aufzunehmen. Allerdings erfordert die Installation von DC-Ladestationen eine spezielle Infrastruktur und höhere Investitionskosten im Vergleich zu AC-Ladestationen.
Foto: John Cameron/unsplash

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HPC-Laden: Für große Reichweiten
High Power Charging (HPC) ist eine Lademethode, die speziell für Elektrofahrzeuge mit großen Batteriekapazitäten und Langstreckenfähigkeit entwickelt wurde. Im Gegensatz zum herkömmlichen DC-Laden ermöglicht HPC extrem hohe Ladeleistungen, um die Ladezeiten drastisch zu verkürzen – teilweise bis auf wenige Minuten. Ladeleistungen von bis zu 350 kW speisen starke Batterien und erhöhen die Reichweite erheblich. Die Installation von HPC-Ladestationen erfordert spezielle technische Anforderungen, da sie eine hohe Ladeleistung und eine entsprechende Stromversorgung erfordern. Die Zusammenarbeit mit Energieversorgungsunternehmen und eine sorgfältige Planung sind notwendig, um die erforderliche Infrastruktur zu schaffen. Durch den Einsatz von HPC-Ladestationen in Verbindung mit erneuerbaren Energiequellen wie Solar- oder Windenergie kann das Laden von Elektrofahrzeugen umweltfreundlicher und nachhaltiger gestaltet werden.
Foto: Kindel Media/pexels

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Bidirektionales Laden: Auto als Stromquelle
E-Autos, die überschüssigen Strom aus der Photovoltaik-Anlage speichern und bei Bedarf wieder ins Stromnetz zurückgeben – Bidirektionales Laden macht es möglich. Mit dieser Technologie können Elektrofahrzeuge als mobile Energiespeicher dienen und zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Auch bei Stromausfällen können Elektrofahrzeuge ihre gespeicherte Energie zurück ins Netz einspeisen, um wichtige Geräte mit Strom zu versorgen. Intelligente Steuerungssysteme können die Energieabgabe der Fahrzeuge sogar steuern und optimieren, um die Netzbelastung zu minimieren und den Bedarf an teuren Netzaufrüstungen zu reduzieren. Die Einführung von bidirektionalen Ladestationen erfordert jedoch spezielle technische Anforderungen. Die Ladegeräte müssen in der Lage sein, den Energiefluss sowohl vom Netz zum Fahrzeug als auch vom Fahrzeug zum Netz zu ermöglichen. Mittlerweile gibt drei Varianten des bidirektionalen Ladens – und auch die ersten Fahrzeuge, die dafür ausgerüstet sind. Obwohl bidirektionales Laden noch relativ neu ist, hat es das Potenzial, die Art und Weise, wie wir Energie nutzen und verteilen, grundlegend zu verändern.
Foto: Catarina Jansson/unsplash

24. Sep 2026

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Gesellschaft

Gemeinsam statt allein: Warum Vereinssport Ihr Leben verlängert – Ein Beitrag von Michaela Röhrbein, Vorständin Sportentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes

Ich verrate Ihnen einen Geheimtipp, wie Sie Ihr Leben, wissenschaftlich belegt, um fast zehn Jahre verlängern können. Sie benötigen dazu keine teuren Medikamente, müssen sich keiner Operation unterziehen, nichts einfrieren lassen. Trotzdem gibt es erstaunlich wenig Menschen, die davon wissen – und noch weniger, die es tatsächlich umsetzen. Dabei ist der Tipp ganz einfach: Spielen Sie Tennis. Das zumindest sagt die dänische Copenhagen City Heart Study, eine Langzeituntersuchung über einen Zeitraum von fast 25 Jahren mit mehr als 8.000 Teilnehmenden. Die Forscher:innen untersuchten, ob Menschen, die regelmäßig Sport treiben, länger leben als solche, die das nicht tun. Die Antwort dürfte auf der Hand liegen. Spannender war deshalb die zweite Frage: Welche Sportarten sind besonders gesundheitsfördernd? Verglichen wurden unter anderem Tennis, Fußball, Joggen, Radfahren und Schwimmen. Die Ergebnisse sind erstaunlich. Menschen, die Tennis spielten, lebten im Durchschnitt fast zehn Jahre länger. Selbst wenn man andere, gewichtige Faktoren wie den sozioökonomischen Status einbezog, blieben die Ergebnisse eindeutig. Tennis verlängert das Leben. Die gute Nachricht: Alle untersuchten Sportarten haben laut Studie einen lebensverlängernden Effekt, manche mehr, manche weniger. Aus anderen Untersuchungen wissen wir außerdem etwas mindestens genauso Wichtiges. Nämlich, dass Sport und Bewegung die Lebensqualität verbessern. Das heißt, Sie leben nicht nur länger, wenn Sie regelmäßig Sport treiben, sondern auch länger gesund. Das ist ja großartig, sagen jetzt die einen. Warum handeln wir nicht danach, fragen die anderen. Die Frage ist berechtigt. Denn eigentlich hätten diese Ergebnisse, als sie vor acht Jahren erschienen sind, ein Weckruf für Politik und Gesellschaft sein müssen: Sport ist kein netter Zusatz, Sport ist lebensentscheidend, lebensverlängernd, er hält Menschen gesund und beugt Krankheit vor. Eine angemessenere Förderung von Bewegung und Sport könnte unser angeschlagenes Gesundheitssystem entlasten. Der Bewegungsmangel in Deutschland verursacht jedes Jahr fast drei Milliarden Euro an Gesundheitskosten. >Wer mit anderen zusammen Sport treibt, trifft Menschen, kommt ins Gespräch, knüpft soziale Kontakte, spürt Zusammenhalt. Schauen wir uns die Forschungsergebnisse noch einmal im Detail an, sticht eine Erkenntnis heraus, die erklärt, warum die aufgeführten Sportarten das Leben so beträchtlich verlängern können. Dass Sport und Bewegung gut für den Körper sind, ist durchaus bekannt und eher kein Geheimnis. Aber warum verlängern manche Sportarten das Leben so maßgeblich? Eine wichtige Antwort der Studie: Der Gemeinschafts-Faktor. Wer mit anderen zusammen Sport treibt, trifft Menschen, kommt ins Gespräch, knüpft soziale Kontakte, spürt Zusammenhalt. Die Forschung zeigt immer deutlicher, dass Gemeinschaft und soziale Kontakte bis ins hohe Alter ein entscheidender Faktor für ein längeres, glücklicheres Leben sind. Diese soziale Komponente entsteht aber nicht einfach so, sie braucht einen Rahmen: feste Trainingszeiten, ein Vereinsheim, ein Team, das einen erwartet, Verlässlichkeit und Zusammenhalt. Genau das bietet der organisierte Vereinssport wie kaum eine andere Struktur in Deutschland – und genau deshalb ist es unsere Aufgabe als Dachverband des Sports, dafür zu arbeiten, dass diese Erkenntnisse Einzug in politische Entscheidungen finden und der Sport, insbesondere der Vereinssport, angemessen gefördert wird. Wir wollen mehr Menschen in Bewegung bringen und ihnen ein gesünderes und glücklicheres Leben ermöglichen. Welche Sportart am besten zu Ihnen passt, das bleibt Ihre Entscheidung. Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung. Wovon wir überzeugt sind, ist, dass Sport im Verein mit anderen Menschen am meisten Spaß macht – und er hält, wie die Wissenschaft zeigt, obendrein am längsten jung.