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24. Jun 2026

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Gesundheit

DIY-Prävention

Journalist: Kirsten Schwieger

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Foto: Getty Images/unsplash

Neben der Einhaltung regelmäßiger Vorsorgekontrollen beim Arzt können Best Ager selber einiges tun, um möglichst lange gesund und vital zu bleiben.

Viele Alterserkrankungen entwickeln sich schleichend und bleiben zunächst unbemerkt. Mit zunehmendem Alter gewinnt Gesundheitsvorsorge an Bedeutung. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen helfen dabei, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig gegensteuern zu können. Dazu gehört die Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin, aber auch des Seh- und Hörvermögens, der Knochendichte, Nierenfunktion sowie regelmäßige Check-ups von Haut und Zähnen. Auch die Krebsfrüherkennung sowie Impfungen wie Gürtelrose und Grippe sollten Best Ager auf dem Zettel haben. Regelmäßige (Fach)-Arztbesuche ohne akute Beschwerden sind also ein wichtiger Faktor für Lebensqualität und eine möglichst lange Gesundheitsheitsspanne – Stichwort Longevity.

Viele wirksame Vorsorgemaßnahmen im Alter lassen sich aber auch in Eigenregie umsetzen. Damit ist nicht nur eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf gemeint, sondern neben dem Trainieren von Ausdauer und Kraft auch die eigenständige Prüfung wichtiger Vitalfunktionen. Eine der einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge ist das regelmäßige Messen des Blutdrucks zu Hause. Denn mit zunehmendem Alter verlieren die Arterien an Elastizität. Dadurch steigt häufig vor allem der obere (systolische) Blutdruck. Das Gefährliche: Bluthochdruck verursacht oft über viele Jahre keine Beschwerden, erhöht jedoch das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche und Demenz. Trotz deutlich erhöhter Werte fühlen sich viele Menschen völlig gesund – während womöglich bereits Organe oder Gefäße kontinuierlich geschädigt werden. Wer seinen Blutdruck regelmäßig selbst kontrolliert, erkennt Veränderungen frühzeitig und kann gemeinsam mit dem Arzt rechtzeitig gegensteuern. Sinnvoll ist es, die Messungen unter vergleichbaren Bedingungen durchzuführen und die Werte zu dokumentieren. Experten empfehlen klinisch validierte Oberarm-Messgeräte mit passend sitzender Manschette.

Wer seinen Blutdruck regelmäßig selbst kontrolliert, erkennt Veränderungen frühzeitig.

Um erhöhten Blutdruck zu senken, erweist sich regelmäßige Bewegung als sinnvolle Gegenmaßnahme. Mit moderatem Ausdauertraining in Form von zügigem Gehen, Radfahren, Schwimmen oder Wandern lässt sich das Herz-Kreislauf-System auf Trab halten. Positiver Nebeneffekt: Der Blutzucker wird verbessert und die Knochen gestärkt. Gezieltes Muskeltraining dagegen hilft Kraft, Mobilität und Gleichgewicht zu erhalten. Bereits zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche können die Muskulatur stärken und das Risiko für Stürze deutlich senken. Auch die Knochen profitieren vom moderaten Krafttraining. Und last but not least: Neben dem Training von Ausdauer und Kraft will auch das Gehirn trainiert werden. Denkaufgaben, logische Rätsel, Konzentrations- und Merkfähigkeitsübungen fördern die Nervenzellen und deren Verbindungen. Studien belegen, dass kognitives Training – ebenso wie soziale Kontakte – Demenz vorbeugen und die Lebensqualität langfristig sichern kann.

Factbox:

Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin, körperliche Aktivität: Wenn diese vier Faktoren gut eingestellt sind, sinkt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz, Pflegebedürftigkeit und vorzeitige Sterblichkeit deutlich.

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.