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13. Apr 2026

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Gesundheit

Ein Setup, zwei Welten

Journalist: Julia Butz

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Foto: Dennis Cortés/unsplash

Wenn Arbeit und Gaming am selben Platz stattfinden, addieren sich die Belastungen. Grundlage für Gesundheit und Leistung ist die richtige Ergonomie.

Der Tag beginnt mit der ersten E-Mail und endet oft mit der letzten Runde im Lieblingsspiel. Dazwischen liegt kein Ortswechsel, kein klarer Schnitt, kein anderes Setting. Stattdessen bleibt alles gleich: derselbe Schreibtisch, derselbe Bildschirm, derselbe Stuhl. Was sich ändert, ist nur die Tätigkeit. Der Körper allerdings merkt davon erstaunlich wenig. Für ihn ist es einfach nur eines: stundenlanges Sitzen. Homeoffice und Gaming mögen auf den ersten Blick unterschiedliche Welten sein, doch die physiologischen Anforderungen sind dieselben: lange, statische Belastung, minimaler Positionswechsel. Studien zeigen*1, dass Menschen, die über acht bis zwölf Stunden täglich sitzen, deutlich häufiger unter Nacken-, Rücken- und Schulterbeschwerden leiden. Die Art der Tätigkeit spielt dabei fast keine Rolle.

Ob Homeoffice oder Gaming: nicht nur die Dauer des Sitzens ist entscheidend, sondern vor allem die fehlende Abwechslung. Der menschliche Körper ist nicht darauf ausgelegt, über Stunden in einer statischen Haltung zu verharren und auch eine „gute“ Sitzposition verliert ihren Wert, wenn sie zu lange beibehalten wird. Ein zentraler Gedanke moderner Ergonomie bringt das auf den Punkt: Die beste Haltung ist immer die nächste*2. Bewegung, auch in kleinen Nuancen, wird zum eigentlichen Schlüssel für Komfort und Gesundheit. Selbst Mikrobewegungen – ein leichtes Aufrichten, Zurücklehnen oder Positionswechsel – können Verspannungen vermeiden. Moderne ergonomische Ansätze versuchen, den statischen Arbeitsplatz neu zu denken. Statt eine ideale Sitzhaltung zu erzwingen, schaffen sie Bedingungen, die Bewegung fördern und Anpassung ermöglichen. Ein Stuhl, der verschiedene Sitzpositionen unterstützt, ein Tisch, der sich anpassen lässt, ein Monitor, der auf Augenhöhe einstellbar ist: all das trägt dazu bei, dass der Körper nicht in einer Haltung feststeckt.

Homeoffice und Gaming mögen auf den ersten Blick unterschiedliche Welten sein, doch die physiologischen Anforderungen sind dieselben: lange, statische Belastung, minimaler Positionswechsel.

Unflexible Lösungen bringen langfristig wenig, selbst wenn sie auf den ersten Blick bequem wirken. Wer gemütlich in den Schreibtischsessel einsinkt, empfindet erst einmal ein Wohlgefühl. Zu weiche Materialien können den Druck an bestimmten Körperstellen allerdings nur begrenzt ableiten, wodurch bei längeren Sitzzeiten punktuelle Belastungen entstehen können. Fester gefertigte Schaumstoffe sorgen dafür, dass das Körpergewicht gleichmäßig über die gesamte Sitzfläche verteilt wird, Druckstellen somit reduziert und der Sitzkomfort langfristig erhöht wird.

Ergonomie beeinflusst auch, wie leistungsfähig und konzentriert wir bleiben. Wer unbequem sitzt, ermüdet schneller, reagiert langsamer und verliert leichter den Fokus. Im Gaming kann das über Sieg oder Niederlage entscheiden, im Arbeitsalltag über Effizienz und Qualität. Komfort ist also kein Luxus, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Körper und Geist im Gleichgewicht bleiben. Wer sein Setup bewusst gestaltet, regelmäßige Positionswechsel einplant und auf individuell anpassbare Möbel setzt, erhält Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit über viele Stunden hinweg, ohne, dass der Körper dabei den Preis zahlt.

*1“Impact of sitting at work on musculoskeletal complaints of German workers“ im Journal of Occupational Medicine and Toxicology, 2024. / „Workplace sitting is associated with self‑reported general health and back/neck pain: A cross‑sectional analysis in 44,978 employees.“ BMC Public Health, 21(1), 2021. *2 lt. Professor Dr. Stuart M. McGill, Ph.D. Kinesiologie (Biomechanik), Professor Emeritus, University of Waterloo

Factbox

Nur rund 57 Prozent der befragten Beschäftigten in Deutschland bewerten ihren Arbeitsplatz nach Ergebnissen einer YouGov‑Umfrage aus 2024 als ergonomisch gut ausgestattet. Bei Büroangestellten liegt der Anteil etwas höher, bei rund 66 Prozent. Quelle: Haufe Arbeitsschutz – Rückenbelastung: Ergonomie des Arbeitsplatzes entscheidend. (Online‑Umfrage YouGov, Sept. 2024)

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.