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13. Apr 2026

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Gesundheit

Fit bleiben im Gaming-Alltag – mit Jasmin Sibel (@jasmingnu), Twitch-Streamerin, Gamerin & Content Creatorin

Journalist: Julia Butz

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Foto: Getty Images/unsplash

Zwischen Bildschirm und Bewegung: Wie Gaming-Spirit und körperliche Fitness zusammenpassen. YouTuberin GNU (Jasmin Sibel) im Interview.

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Jasmin Sibel (@jasmingnu), Twitch-Streamerin, Gamerin & Content Creatorin

GNU gehört zu den bekanntesten Gaming-Creatorinnen Deutschlands. Millionen verfolgen, wie sie sich mit Humor, Neugier und einer Portion Selbstironie durch Games und Challenges kämpft. Im Gespräch erzählt sie, warum Neugier und Bewegung dabei für sie wichtiger sind als Ehrgeiz.

GNU, warum ist die Balance zwischen Gaming und körperlicher Aktivität wo wichtig? Früher konnte ich ohne Pause Stunden vorm PC sitzen. Mit dem Älterwerden merke ich: wenn ich mich nicht bewege, funktioniere ich nicht. Jetzt plane ich mir jeden Tag Bewegung ein, egal ob Spazieren, Krafttraining oder Ausdauer. Schon eine halbe Stunde draußen wirkt Wunder. Durch regelmäßigen Sport bin ich ausgeglichener, schlafe besser, bin nicht mehr so lange wach. Ich muss mich bewegen, einfach weil es meinem Wohlbefinden und meiner Gesundheit guttut. Natürlich muss auch ich mich dazu aufraffen. Tasche packen, ins Gym gehen, das kostet Überwindung. Was mir hilft, sind kleine Routinen und Belohnungen: einen Podcast, den ich nur beim Sport hören darf, ein neues Sport-Outfit, in dem ich mich wohlfühle. Oder ich packe meine Sporttasche schon am Abend vorher, mit einem Getränk, das ich gern mag.

Welche Botschaft hast du für Menschen, die mit Sport anfangen wollen, sich aber von Vergleichen entmutigt fühlen? Macht euch nicht verrückt mit diesem Leistungsdruck und Sätzen wie „Ich muss Muskeln aufbauen“, „Mein Po muss straffer werden“. Es geht um Freude, nicht um Vergleich. Seht Bewegung lieber als etwas, das Spaß macht und bei dem man vielleicht auch Neues lernt. Bei meiner Challenge Pole-Dancing oder auch der Eiskunstlauf-Challenge war mir von Anfang an klar: Ich kann da nicht mit allen mithalten. Das ist völlig okay, weil es nicht darum geht, perfekt zu sein. Aber ich kann damit Leute motivieren und zeigen: guck mal, das kannst du auch erreichen und ganz nebenbei noch eine Community kennenlernen, die total supportive ist. Genau darum geht’s für mich: Erkunden, Entdecken, Ausprobieren – und andere zu motivieren, es auch zu versuchen. Das fühlt sich doch viel besser an, als sich zu zwingen zu joggen oder zu pumpen.

Erkunden, Entdecken, Ausprobieren – und andere zu motivieren, es auch zu versuchen. Das fühlt sich doch viel besser an, als sich zu zwingen zu joggen oder zu pumpen.

Eislaufen, Pole-Dancing, Stunts … So unerschrocken, wie du dich in Challenges stürzt, ohne Erfahrung, einfach rein und volle Energie. Nimmst du diesen Ehrgeiz aus dem Gaming mit? Bei mir ist das gar nicht so sehr Ehrgeiz, sondern wirklich Neugier. Ich liebe es einfach, Neues auszuprobieren, egal ob im Sport oder beim Gaming. Und ich mag es, aus meiner Komfortzone rauszugehen, gerade bei Dingen, vor denen ich erst mal richtig Respekt hab. Und tatsächlich motivieren mich Games, Neues anzupacken oder eine Sportart auszuprobieren.

Viele haben ja nach der Videospielreihe „SSX“ auch angefangen, selbst Snowboard zu fahren. Genau! Weil es im Spiel so viel Spaß gemacht hat. Gaming inspiriert eben. Oft wird eh vergessen, wie eng Gaming und körperliche Fitness, besonders im E-Sport, zusammenhängen: Erfolgreiche E-Sportler trainieren täglich Kraft und Ausdauer, da körperliche Fitness Konzentration und Reaktionsfähigkeit verbessert. Es hängt eben alles zusammen: Körper, Kopf, Fokus. Wer mental und körperlich fit ist, performt einfach besser, nicht nur vorm Bildschirm.

Und tatsächlich motivieren mich Games, Neues anzupacken oder eine Sportart auszuprobieren.

Factbox

Nach aktueller bitkom-Studie* spielen 52 Prozent der Deutschen Videospiele, Frauen 2,2 Stunden täglich, Männer 1,9 Stunden. 37 Prozent der Befragten sehen Bewegungsmangel als größtes Gaming-Risiko. 32 Prozent nennen Konzentration als eine durch Gaming geförderte Fähigkeit. *Bitkom-Studie „Gaming in Deutschland 2025“

11. Jun 2026

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Gesundheit

Mehr als Sport: Warum Vereine unverzichtbar sind – Ein Beitrag von Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes

Es gibt Orte, an denen Gesellschaft im Kleinen sichtbar wird. Orte, an denen Menschen zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären – weil sie unterschiedliche Lebenswege haben, verschiedenen Altersgruppen angehören, unterschiedlichen Jobs nachgehen oder aus diversen sozialen Kontexten kommen. Diese Orte gibt es in Deutschland zum Glück fast überall, rund 86.000-mal: Es sind unsere Sportvereine. Denn in Deutschland engagieren sich Millionen von Menschen genau hier. Sie trainieren gemeinsam, halten sich fit, knüpfen Freundschaften, organisieren Wettkämpfe, begleiten Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und schaffen Strukturen, die weit über das eigentliche Sporttreiben hinausreichen. Sportvereine sind mehr als Orte der Bewegung, sie sind soziale Räume. Sie fördern Zusammenhalt, vermitteln Werte wie Fairness, Respekt und Verlässlichkeit und stärken damit unsere Gesellschaft. Der Vereinssport ist die größte Bürgerbewegung unseres Landes. Mit mehr als 29 Millionen Mitgliedschaften vereint er mehr Mitglieder als der ADAC, als sämtliche politische Parteien, als die Kirchen und – man mag es kaum glauben – mehr, als es Netflix-Abos in Deutschland gibt. Zum zweiten Mal hintereinander haben die Sportvereine unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes 2025 Rekordwerte gefeiert. >Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können. Gleichzeitig stehen viele dieser Strukturen unter Druck. Ehrenamtliches Engagement wird immer knapper, Sportvereine werden heute mehr als Dienstleister denn als Gemeinschaftsprojekt gesehen. Hallenzeiten fehlen, Bürokratie führt zu Belastungen und finanzielle Ressourcen sind begrenzt. Sportvereine haben es trotz – oder gerade wegen – ihrer vielen Mitglieder nicht leicht. Wir sehen, dass der Wunsch bei sehr vielen Menschen so groß ist wie nie zuvor, etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun; und dass sie das nicht allein tun wollen im Fitnessstudio, beim Joggen im Park oder auf der Yogamatte bei sich zu Hause, sondern dass sie Gemeinschaft suchen im Sportverein um die Ecke. Für wenig Geld im Monat gibt es hier Sport, der Spaß macht, von Trainer:innen geleitet wird, der die Gesundheit fördert und der Menschen zusammenbringt. Auch in diesem Jahr steuern wir wieder auf einen Mitgliederrekord zu. Das sind gute Nachrichten, aber sie führen dazu, dass die bestehenden Probleme – eine stagnierende Zahl an Ehrenamtlichen muss mehr Menschen betreuen, und das in zunehmend maroden Sportstätten – sich noch stärker zeigen. Der gesellschaftliche Wert von Sport entfaltet sich nicht automatisch. Er entsteht dort, wo Menschen sich einbringen. Ein Sportverein ohne Menschen aus seiner Stadt, seinem Dorf, seiner Nachbarschaft, die sich heute engagieren, macht morgen seine Türen zu. Wer im Verein aktiv ist, trägt dazu bei, dass gemeinschaftliches Sporttreiben überhaupt möglich bleibt. Die Frage ist nicht, ob wir Sport brauchen – diese Frage lässt sich leicht mit „Ja“ beantworten. Die Frage ist, wie viele von uns bereit sind, ihn mitzugestalten und mit Leben zu füllen. Ob als Mitglied, als Ehrenamtlicher oder als jemand, der andere mitzieht: Jeder Beitrag zählt. Sportvereine funktionieren nicht von selbst. Sie funktionieren besonders dort gut, wo sie von vielen unterschiedlichen Menschen getragen werden. Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können.