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24. Jun 2026

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Gesundheit

Ein Zuhause, das bleibt

Journalist: Kirsten Schwieger

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Foto: Getty Images/unsplash

Hilfsmittel und barrierearme Lösungen ermöglichen einen selbstständigen und sicheren Lebensabend in vertrauter Umgebung.

Die meisten Menschen der gut 19 Millionen Menschen ab 65 Jahren hierzulande möchten in ihren eigenen vier Wänden alt werden. Mit zunehmendem Alter verbringen viele von ihnen dort in der Regel auch der größten Teil des Alltags. Allerdings gestalten sich viele alltägliche Situationen und Tätigkeiten mit zunehmendem Alter schwieriger. Treppensteigen, duschen oder das Erheben von der Toilette: Viele früher unproblematische Tätigkeiten werden im Alter zur Herausforderung. Barrierefreiheit wird zum Schlagwort und Wunschtraum einer ganzen Generation.

Wenn das Treppensteigen zunehmend beschwerlich wird, stehen die Bewohner mehrgeschossiger Wohnungen oder Häuser vor einer schwierigen Entscheidung: umsiedeln ins Erdgeschoss oder Erschließung der oberen Etage(n) durch einen Treppenlift. Wer seinen Lebensabend nicht von einer Treppe bestimmen lassen will, entscheidet sich für letztere Lösung. Der Markt bietet eine Fülle verschiedener Modelle mit unterschiedlichen Funktionen und für jede Treppenform. Wer noch allein Treppen steigen kann, profitiert von Handläufen für einen sicheren Gang.

„Barrierefreiheit wird zum Schlagwort und Wunschtraum einer ganzen Generation.“

Doch auch auf einer einzigen Etage gilt es, Stolperfallen zu beseitigen. Hierzu zählt nicht nur die Entfernung von Türschwellen, sondern auch die rutschfeste Ausgestaltung von Bodenbelägen und Teppichen sowie eine gute Beleuchtung. Größere Niveauunterschiede innerhalb einer Gebäudeebene oder einzelne Treppenstufen im Eingangsbereich oder zur Terrasse können durch Rampen ersetzt werden. Eine altersgerechte Gestaltung des Badezimmers erleichtert nicht nur die tägliche Nutzung, sondern sorgt für mehr Sicherheit. So verletzen sich laut der Unfallpräventionsorganisation „Das sichere Haus“ jährlich rund 250.000 Menschen in Deutschland bei Unfällen im Badezimmer. Besonders häufig betroffen sind ältere Personen, da Stürze auf nassen oder rutschigen Oberflächen mit zunehmendem Alter schwerwiegendere Folgen haben können. Haltegriffe in Dusche oder Badewanne, Duschhocker und erhöhte Toilettensitze stellen erschwingliche Anpassungen dar. Die Errichtung einer bodengleichen Dusche kann aber auch ihr Geld wert sein.

Für den barrierefreien Umbau der eigenen Wohnung oder des Hauses stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung. So bezuschusst die KfW mit ihrem Programm „Barrierereduzierung“ Maßnahmen zur Reduzierung von Barrieren in bestehenden Wohngebäuden. Wer größere Umbauten plant, kann alternativ im Programm „Altersgerecht Umbauen“ einen zinsgünstigen Kredit in Höhe von bis zu 50.000 Euro nutzen.

Menschen mit anerkanntem Pflegegrad können bei ihrer Pflegekasse Zuschüsse von bis zu 4.180 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragen, beispielsweise für einen Treppenlift oder den Umbau des Badezimmers. Auch die Krankenkasse, Unfallversicherung sowie die Alters- und Hinterlassenenversicherung können kontaktiert werden.

Fakten:

Der KfW-Zuschuss „Barrierereduzierung“ (Programm 455-B) beträgt aktuell 10 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 2.500 Euro pro Wohneinheit. Wird der Standard „Altersgerechtes Haus“ erreicht, sind bis zu 6.250 Euro Zuschuss möglich.

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.