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6. Aug 2020

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Gesundheit

Einfaches und flexibles Gesundheitsmanagement

Journalist: Armin Fuhrer

Ekkehard Mittelstaedt, Geschäftsführer von mgs, über die Entwicklungen des digitalen Gesundheitsmanagements.

Ekkehard Mittelstaedt, Geschäftsführer von mgs, Foto: Presse

Worin liegen die Vorteile eines digitalen Gesundheitsmanagements? 

Ich kann meine Gesundheit einfach und flexibel via Smartphone oder am PC organisieren. Und ich habe die Möglichkeit, medizinische Daten zu teilen und damit meine Behandlung zu optimieren. 

Was sollte eine Versicherung ihren Mitgliedern anbieten? 

Am wichtigsten ist ein sicherer Ort, an dem ich Gesundheitsdaten strukturiert aufbewahren kann. Wenn ich Laborwerte, Befunde, Impfpass etc. in einer Gesundheitschronik zentral ablegen, finden und bei Bedarf mit meinen Ärzten teilen kann, können Doppeluntersuchungen vermieden und die wirkungsvollsten Therapien durchgeführt werden. Gebündelt wird das Angebot am besten in einem Account, in einem Gesundheitsportal, den ein Versicherter sein Leben lang nutzen kann. 

Für wen ist solch ein Angebot interessant? 

Für jeden, denn mit einer Gesundheitschronik hat jeder seine medizinische Geschichte immer parat. Und für jede Versicherung, die mittels individueller Services die Möglichkeiten einer optimalen Versorgung ihrer Kunden gewährleisten möchte.

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.