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22. Jun 2026

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Gesundheit

Endlich wieder gut schlafen – mit Dr. med. Suzann Kirschner-Brouns, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Medizinjournalistin und Autorin

Journalist: Katja Deutsch

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Foto: Getty Images/unsplash, Presse

Sehr viele Frauen schlafen schlecht, doch kaum eine spricht darüber. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, wieder erholt und frisch aufzuwachen, weiß Dr. med. Suzann Kirschner-Brouns.

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Dr. med. Suzann Kirschner-Brouns, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Medizinjournalistin und Autorin

Frau Dr. Kischner-Brouns, Sie haben kürzlich das Buch „Frauen und Schlaf“ veröffentlicht. Schlafen denn Frauen anders als Männer? Ja! Wir wissen, dass Frauen etwa 20 Minuten mehr Schlaf benötigen, um sich genauso ausgeruht zu fühlen wie Männer – denn ihre Schlafeffizienz ist geringer. Der Schlaf gliedert sich in verschiedene Phasen: Leichtschlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf. Besonders der Tiefschlaf ist wichtig für die Erholung, doch Frauen tauchen weniger tief ab in dieser Phase und wachen zudem nachts häufiger auf.

Was sind die Ursachen für diesen Gender Sleep Gap? Für die Lücke im Schlaf bzw. in der Schlafeffizienz gibt es hormonelle und soziokulturelle Ursachen: Zu den hormonellen Ursachen zählen die weiblichen Geschlechtshormone. Die wichtigsten sind Östrogen und Progesteron, die sich im Verlauf des monatlichen Zyklus verändern und kurz vor der Menstruation abfallen – was den Schlaf beeinflusst. Mädchen und Frauen benötigen in den zwei bis drei Tagen vor der Menstruation etwa 15 Minuten länger, um einzuschlafen. Während der Menstruation schlafen sie zudem rund 30 Minuten weniger pro Nacht.

Und unter den soziokulturellen Faktoren versteht man die Umgebung, in der ein Mädchen aufwächst, das heißt die Erziehung, die Religion, und die Möglichkeit, eine Ausbildung zu machen, und später eben auch die Rolle als Frau selbst. Wie lebt sie, wie ist diese Rolle definiert und was erwartet ihr Umfeld von ihr als Partnerin, Ehefrau, Mutter oder Großmutter? Was erwartet sie selber von sich? Frauen leisten laut Statistischem Bundesamt jede Woche neun Stunden mehr Care-Arbeit als Männer, und zwar oft zusätzlich zu ihrem Fulltime-Job.

Für die Lücke im Schlaf bzw. in der Schlafeffizienz gibt es hormonelle und soziokulturelle Ursachen.

Welche Rolle spielen die Wechseljahre beim Schlafen? 60 bis 80 Prozent aller Frauen in den Wechseljahren schlafen schlecht. In dieser Phase verändern sich die weiblichen Hormone dauerhaft: Zu Beginn der Perimenopause (Mitte bis Ende 40) sinkt bei vielen Frauen zunächst das Progesteron, ein wichtiges weibliches Geschlechtshormon, auch „Chill-Hormon“ genannt, das unter anderem für starke Nerven und guten Schlaf sorgt. Der Beginn der Wechseljahre zeigt sich daher oft in Schlafstörungen, da dieses Hormon fehlt. Östrogenrezeptoren kommen zudem in vielen Organen und Geweben des Körpers vor, auch im Schlafzentrum des Gehirns. Deshalb kann ein Östrogenmangel den Schlaf auch direkt beeinträchtigen.

Wie um alles in der Welt können wir wieder besser schlafen? Man kann eine ganze Menge tun. Schlaf ist individuell, deshalb ist es wichtig, seinen eigenen Biorhythmus zu kennen. Es gibt genetische Frühaufsteher und Nachtschwärmer – Lerchen und Eulen – und wenn man ständig gegen seinen eigenen Rhythmus leben muss, wird man auch mit Schlafstörungen zu tun haben. Zweitens: Guter Schlaf beginnt am Tag. Das heißt, man sollte seinen Stresslevel am Tag beobachten und darauf achten, wie weit sich der Stress noch in den Abend hineinzieht, weil sich unser Herz-Kreislauf-System bei Stress im „Fight or Flight“-Modus befindet.

Und das gilt auch bei intensivem Sport bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen, unser Blutdruck ist dann zu hoch, unser Puls rast, die Atmung geht zu schnell. Auch die Ernährung spielt eine Rolle: Ein leichtes, proteinreiches, frühes Abendessen hält den Blutzucker konstant und ist somit förderlich für den Schlaf. Hilfreich sind auch Einschlafrituale. Viele weitere wertvolle Tipps finden sich in meinem Buch.

Guter Schlaf beginnt am Tag. Das heißt, man sollte seinen Stresslevel am Tag beobachten und darauf achten, wie weit sich der Stress noch in den Abend hineinzieht.

11. Jun 2026

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Gesundheit

Mehr als Sport: Warum Vereine unverzichtbar sind – Ein Beitrag von Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes

Es gibt Orte, an denen Gesellschaft im Kleinen sichtbar wird. Orte, an denen Menschen zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären – weil sie unterschiedliche Lebenswege haben, verschiedenen Altersgruppen angehören, unterschiedlichen Jobs nachgehen oder aus diversen sozialen Kontexten kommen. Diese Orte gibt es in Deutschland zum Glück fast überall, rund 86.000-mal: Es sind unsere Sportvereine. Denn in Deutschland engagieren sich Millionen von Menschen genau hier. Sie trainieren gemeinsam, halten sich fit, knüpfen Freundschaften, organisieren Wettkämpfe, begleiten Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und schaffen Strukturen, die weit über das eigentliche Sporttreiben hinausreichen. Sportvereine sind mehr als Orte der Bewegung, sie sind soziale Räume. Sie fördern Zusammenhalt, vermitteln Werte wie Fairness, Respekt und Verlässlichkeit und stärken damit unsere Gesellschaft. Der Vereinssport ist die größte Bürgerbewegung unseres Landes. Mit mehr als 29 Millionen Mitgliedschaften vereint er mehr Mitglieder als der ADAC, als sämtliche politische Parteien, als die Kirchen und – man mag es kaum glauben – mehr, als es Netflix-Abos in Deutschland gibt. Zum zweiten Mal hintereinander haben die Sportvereine unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes 2025 Rekordwerte gefeiert. >Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können. Gleichzeitig stehen viele dieser Strukturen unter Druck. Ehrenamtliches Engagement wird immer knapper, Sportvereine werden heute mehr als Dienstleister denn als Gemeinschaftsprojekt gesehen. Hallenzeiten fehlen, Bürokratie führt zu Belastungen und finanzielle Ressourcen sind begrenzt. Sportvereine haben es trotz – oder gerade wegen – ihrer vielen Mitglieder nicht leicht. Wir sehen, dass der Wunsch bei sehr vielen Menschen so groß ist wie nie zuvor, etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun; und dass sie das nicht allein tun wollen im Fitnessstudio, beim Joggen im Park oder auf der Yogamatte bei sich zu Hause, sondern dass sie Gemeinschaft suchen im Sportverein um die Ecke. Für wenig Geld im Monat gibt es hier Sport, der Spaß macht, von Trainer:innen geleitet wird, der die Gesundheit fördert und der Menschen zusammenbringt. Auch in diesem Jahr steuern wir wieder auf einen Mitgliederrekord zu. Das sind gute Nachrichten, aber sie führen dazu, dass die bestehenden Probleme – eine stagnierende Zahl an Ehrenamtlichen muss mehr Menschen betreuen, und das in zunehmend maroden Sportstätten – sich noch stärker zeigen. Der gesellschaftliche Wert von Sport entfaltet sich nicht automatisch. Er entsteht dort, wo Menschen sich einbringen. Ein Sportverein ohne Menschen aus seiner Stadt, seinem Dorf, seiner Nachbarschaft, die sich heute engagieren, macht morgen seine Türen zu. Wer im Verein aktiv ist, trägt dazu bei, dass gemeinschaftliches Sporttreiben überhaupt möglich bleibt. Die Frage ist nicht, ob wir Sport brauchen – diese Frage lässt sich leicht mit „Ja“ beantworten. Die Frage ist, wie viele von uns bereit sind, ihn mitzugestalten und mit Leben zu füllen. Ob als Mitglied, als Ehrenamtlicher oder als jemand, der andere mitzieht: Jeder Beitrag zählt. Sportvereine funktionieren nicht von selbst. Sie funktionieren besonders dort gut, wo sie von vielen unterschiedlichen Menschen getragen werden. Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können.