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24. Jun 2026

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Gesundheit

Endlich wieder gut schlafen – mit Dr. med. Suzann Kirschner-Brouns, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Medizinjournalistin und Autorin

Journalist: Katja Deutsch

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Foto: Getty Images/unsplash, Presse

Sehr viele Frauen schlafen schlecht, doch kaum eine spricht darüber. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, wieder erholt und frisch aufzuwachen, weiß Dr. med. Suzann Kirschner-Brouns.

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Dr. med. Suzann Kirschner-Brouns, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Medizinjournalistin und Autorin

Frau Dr. Kischner-Brouns, Sie haben kürzlich das Buch „Frauen und Schlaf“ veröffentlicht. Schlafen denn Frauen anders als Männer? Ja! Wir wissen, dass Frauen etwa 20 Minuten mehr Schlaf benötigen, um sich genauso ausgeruht zu fühlen wie Männer – denn ihre Schlafeffizienz ist geringer. Der Schlaf gliedert sich in verschiedene Phasen: Leichtschlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf. Besonders der Tiefschlaf ist wichtig für die Erholung, doch Frauen tauchen weniger tief ab in dieser Phase und wachen zudem nachts häufiger auf.

Was sind die Ursachen für diesen Gender Sleep Gap? Für die Lücke im Schlaf bzw. in der Schlafeffizienz gibt es hormonelle und soziokulturelle Ursachen: Zu den hormonellen Ursachen zählen die weiblichen Geschlechtshormone. Die wichtigsten sind Östrogen und Progesteron, die sich im Verlauf des monatlichen Zyklus verändern und kurz vor der Menstruation abfallen – was den Schlaf beeinflusst. Mädchen und Frauen benötigen in den zwei bis drei Tagen vor der Menstruation etwa 15 Minuten länger, um einzuschlafen. Während der Menstruation schlafen sie zudem rund 30 Minuten weniger pro Nacht.

Und unter den soziokulturellen Faktoren versteht man die Umgebung, in der ein Mädchen aufwächst, das heißt die Erziehung, die Religion, und die Möglichkeit, eine Ausbildung zu machen, und später eben auch die Rolle als Frau selbst. Wie lebt sie, wie ist diese Rolle definiert und was erwartet ihr Umfeld von ihr als Partnerin, Ehefrau, Mutter oder Großmutter? Was erwartet sie selber von sich? Frauen leisten laut Statistischem Bundesamt jede Woche neun Stunden mehr Care-Arbeit als Männer, und zwar oft zusätzlich zu ihrem Fulltime-Job.

Für die Lücke im Schlaf bzw. in der Schlafeffizienz gibt es hormonelle und soziokulturelle Ursachen.

Welche Rolle spielen die Wechseljahre beim Schlafen? 60 bis 80 Prozent aller Frauen in den Wechseljahren schlafen schlecht. In dieser Phase verändern sich die weiblichen Hormone dauerhaft: Zu Beginn der Perimenopause (Mitte bis Ende 40) sinkt bei vielen Frauen zunächst das Progesteron, ein wichtiges weibliches Geschlechtshormon, auch „Chill-Hormon“ genannt, das unter anderem für starke Nerven und guten Schlaf sorgt. Der Beginn der Wechseljahre zeigt sich daher oft in Schlafstörungen, da dieses Hormon fehlt. Östrogenrezeptoren kommen zudem in vielen Organen und Geweben des Körpers vor, auch im Schlafzentrum des Gehirns. Deshalb kann ein Östrogenmangel den Schlaf auch direkt beeinträchtigen.

Wie um alles in der Welt können wir wieder besser schlafen? Man kann eine ganze Menge tun. Schlaf ist individuell, deshalb ist es wichtig, seinen eigenen Biorhythmus zu kennen. Es gibt genetische Frühaufsteher und Nachtschwärmer – Lerchen und Eulen – und wenn man ständig gegen seinen eigenen Rhythmus leben muss, wird man auch mit Schlafstörungen zu tun haben. Zweitens: Guter Schlaf beginnt am Tag. Das heißt, man sollte seinen Stresslevel am Tag beobachten und darauf achten, wie weit sich der Stress noch in den Abend hineinzieht, weil sich unser Herz-Kreislauf-System bei Stress im „Fight or Flight“-Modus befindet.

Und das gilt auch bei intensivem Sport bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen, unser Blutdruck ist dann zu hoch, unser Puls rast, die Atmung geht zu schnell. Auch die Ernährung spielt eine Rolle: Ein leichtes, proteinreiches, frühes Abendessen hält den Blutzucker konstant und ist somit förderlich für den Schlaf. Hilfreich sind auch Einschlafrituale. Viele weitere wertvolle Tipps finden sich in meinem Buch.

Guter Schlaf beginnt am Tag. Das heißt, man sollte seinen Stresslevel am Tag beobachten und darauf achten, wie weit sich der Stress noch in den Abend hineinzieht.

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.