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30. Sep 2021

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Gesellschaft

Energiewende und Lebensgrundlagen durch Ausbau der Erneuerbaren Energien stärken

Journalist: Dr. Simone Peter

Die Energiewende stockt – das ist nicht nur aus wirtschaftlicher Perspektive besorgniserregend, denn der einstige Energiewendevorreiter Deutschland hat seine durch Innovation und Investition aufgebaute Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien fahrlässig durch falsche Politik geschmälert. 

Dr. Simone Peter, Präsidentin Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE); Foto: Presse

Rund 100.000 Arbeitsplätze gingen so in den letzten zehn Jahren wieder verloren – in Industrie, Handwerk und Dienstleistung. Auch Planungssicherheit für energiewirtschaftliche Akteure ging so verloren, denn die energie- und industriepolitische Richtung blieb über Jahre unklar – mit der Folge gigantischer volkswirtschaftlicher Verluste. Hier sind Weichenstellungen überfällig, die das Bekenntnis zur Energiewende mit konkreten Maßnahmen unter-mauern und Investitionssicherheit schaffen. Besorgnis- erregend ist die stolpernde Energiewende aber auch aus Umwelt- und Klimasicht. Naturkatastrophen wie Waldbrände und Überschwemmungen zeigen, dass unsere Umwelt und Gesundheit wachsend gefährdet sind, wenn wir nicht schnell handeln, fossile durch erneuerbare Energieträger ersetzen und so den CO2-Ausstoß vermindern. Wie kürzlich der Bericht des Weltklimarats zeigte, sind massive Anstrengungen erforderlich, um die Erderwärmung abzumildern und die Welt auch für zukünftige Generationen als einen lebenswerten Ort zu hinterlassen. Obwohl die Erneuerbaren Energien der Schlüssel für die nötige Dekarbonisierung sind und bereits in voller Technologiebreite kostengünstig und umweltfreundlich für alle Sektoren – Strom, Wärme, Verkehr und Industrie – zur Verfügung stehen, lässt die dringend notwendige Transformation des Energiesystems auf sich warten. In Verbindung mit den aktuell angestrebten Klimazielen droht in den nächsten Jahren sogar eine riesige Ökostromlücke, denn der Ausstieg aus Atom- und Kohlekraft wird nicht ausreichend durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien kompensiert.

Um Versorgungssicherheit, Erreichen der Klima-ziele und regionale Wertschöpfung nachhaltig zu sichern, muss deshalb bereits im 100-Tage-Programm einer neuen Bundesregierung der Pfad für die Entfesselung der Erneuerbaren, allen voran Windenergie und Photovoltaik, gelegt und die Energieträger Bioenergie, Geothermie und Wasserkraft zumindest in ihrem Pfad stabilisiert werden. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat zwar zur kurzfristigen Überarbeitung des Klimaschutzgesetzes geführt, eine überzeugende Untermauerung mit konkreten klimapolitischen Maßnahmen blieb aber aus. Dabei muss die Nutzung Erneuerbarer Energien über alle Sektoren bis 2030 mehr als verdoppelt werden. Die Sektorenkopplung ist dabei von zentraler Bedeutung, weshalb auch eine Erhöhung des Stromverbrauchs anzunehmen ist. Neben ambitionierteren Ausbaupfaden für Erneuerbare fehlen hierfür auch Flächen und Genehmigungen sowie neue Rahmenbedingungen für den Energiemarkt der Zukunft, der zunehmend von Erneuerbaren Energien bestimmt wird. Das Wissen um die Notwendigkeit und die Möglichkeiten der Energiewende ist vorhanden. Jetzt geht es darum, die Transformation des Energiesystems voranzubringen und mit Klima- und Umweltschutz den Industriestandort zukunftsfähig auszurichten. 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude bei der Lektüre.

23. Jun 2026

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Gesellschaft

Tiergesundheit: Ein wichtiger Schritt für mehr Tierschutz – Ein Beitrag von Judith Schönenstein, Vizepräsidentin Deutscher Tierschutzbund e. V.

Ein Haustier aufzunehmen ist eine wunderbare Entscheidung: Tiere schenken uns Gesellschaft, Freude und oft auch Trost. Sie bereichern unser Leben auf vielfältige Weise und werden für viele Menschen zu echten Familienmitgliedern. Als treue Begleiter verdienen Tiere nicht nur Liebe, Fürsorge, Pflege und eine artgerechte Haltung, sondern auch unseren Schutz. Denn Tiere haben keine Stimme und können sich nicht selbst gegen Vernachlässigung oder nicht tiergerechte Haltungsbedingungen wehren. Trotz der Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel im Grundgesetz leiden tagtäglich zahlreiche Tiere. Der illegale Tierhandel mit zu jungen und oft kranken Hundewelpen floriert, Straßenkatzen kämpfen ohne menschliche Hilfe ums Überleben und Millionen Tiere – darunter auch Katzen und Hunde und vor allem Nager – werden jährlich in Versuchslaboren „verbraucht“. Auch bestimmte Zuchtpraktiken verursachen unnötiges Tierleid: Um bei der Zucht optische Merkmale wie Kulleraugen, kurze Schnauzen, Faltohren oder Farbvariationen im Fell zu erreichen, werden Auswirkungen auf die Tiergesundheit in Kauf genommen. Dabei ist ein Verbot solcher Qualzuchten längst im Tierschutzgesetz verankert – doch die Umsetzung bleibt unzureichend. Um den Tierschutz wirksam zu stärken, braucht es klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Dazu zählt ein Verbot des Onlinehandels mit Tieren – denn viele Haustiere werden unüberlegt über das Internet gekauft, wo Welpen aus unseriösen Zuchten zigfach zum Kauf angeboten werden. Eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen könnte die Anzahl der Straßenkatzen und damit ihr Leid verringern und – in Kombination mit einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen und Hunde – auch überfüllte Tierheime entlasten. Das Qualzuchtverbot muss konkretisiert und erweitert werden. Und es braucht eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen. Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. >Nur, wenn wir Tiere als fühlende Lebewesen anerkennen und ihren Schutz konsequent verfolgen, können wir dem Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Am Ende liegt es an uns allen, für das Wohl der Tiere einzutreten. Dazu gehört auch, sich umfassend zu informieren, wenn man ein Haustier aufnehmen möchte. Wer versteht, wie Tiere fühlen, was sie brauchen und wie sich Krankheiten frühzeitig erkennen lassen, leistet einen wertvollen Beitrag – für das einzelne Tier ebenso wie für das große Ziel: mehr Tierschutz, mehr Tiergesundheit, mehr Mitgefühl. Ein verpflichtender Sachkundenachweis vor der Tieranschaffung könnte helfen, Fehler aus Unwissenheit zu vermeiden. Auch die Kosten, die für Haustiere anfallen – etwa für tiermedizinische Behandlungen – sollten nicht unterschätzt werden. Routinemäßige als auch unvorhergesehene Tierarztbesuche können bisweilen tausende Euro für eine OP oder Behandlung verursachen. Es ist daher ratsam, sich rechtzeitig über eine Tierkrankenversicherung zu informieren. Wer nicht nur einem Tier in Not helfen möchte, sondern auch einen wichtigen Beitrag für den Tierschutz leisten will, sucht im Tierheim nach dem passenden tierischen Mitbewohner. Tausende Tiere warten hier auf ein neues Für-immer-Zuhause und eine zweite Chance. „Adoptieren statt kaufen“ lautet das Motto!