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14. Dez 2022

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Gesellschaft

Erholt in den Tag starten

Journalist: Jörg Wernien

Über kaum etwas wird so oft gerätselt und gestritten wie die richtige Matratze oder das Zubehör für das Bett. Wie man sich bettet so liegt und erholt sich hoffentlich im Schlaf.

Gesundheitsexperten raten dazu, mindestens sieben bis acht Stunden täglich zu schlafen. Dennoch entscheiden Erbanlagen und Gewohnheiten darüber, wieviel Schlaf jeder für sich individuell benötigt. So spielt es keine Rolle, ob jemand eher Lang- oder Kurzschläfer ist, morgens länger braucht bis er fit ist und eher abends voller Tatendrang. Entscheidend ist, wie gut sich unser Körper im Schlaf erholt. Wenn wir jedoch nachts nicht zur Ruhe kommen, immer wieder durch einen schmerzenden Rücken, eingeschlafene Arme oder Nacken- und Schulterschmerzen wach werden, ist von Erholsamkeit keine Spur mehr. Am nächsten Morgen sind wir unausgeschlafen, unkonzentriert, haben Rücken-, Kopf- und Gliederschmerzen und schlichtweg nicht mehr leistungsfähig. 

„Deutsche Unternehmen verlieren pro Jahr fast 200.000 Arbeitstage durch unausgeschlafene Mitarbeiter“, sagt Marco Hafner, Forschungsleiter RAND Deutschland. 

Damit sich der Körper nachts optimal regenerieren kann, sollte die Wirbelsäule ergonomisch richtig gelagert werden. Eine schlechte Körperhaltung im Schlaf führt zwangsläufig zu dauerhaft angespannten Muskeln und damit zu Verspannungsschmerzen, die uns den Schlaf rauben und uns morgens das Gefühl geben, eingerostet zu sein. Da heißt es unbedingt Abhilfe zu schaffen. Die richtige Matratze spielt dabei schon eine wesentliche Rolle. Ob sie sich für eine Latex-, Kaltschaum, Federkern- oder eine Luftgepolsterte Matratze entscheiden und welcher Härtegrad für sie am besten ist, müssen sie selbst testen. In guten Fachgeschäften können sie sich beraten lassen und in Ruhe Probeliegen. 

„Das Problem mit zu wenig Schlaf wird in Deutschland sträflich unterschätzt“, Hans-Günther Weess, Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin.

Eine entscheidende Rolle spielt auch, ob sie eher Rücken- oder Seitenschläfer sind. Der Untergrund (Lattenrost), auf dem die Matratze liegt, ist genauso wichtig. Entscheiden kann man sich zwischen dem bekannten Lattenrost, dem Tellerrahmen oder dem Modulrahmen. Wer es ganz komfortabel liebt oder benötigt, kann sich für einen Motorbetriebenen Rahmen entscheiden. Auch hier sollten sie sich von Experten in Fachgeschäften beraten lassen, welche Kombination mit ihrer Matratze für sie die richtige ist. Wer Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich hat, sollte auch auf das richtige Kissen achten. Das richtige Nackenstützkissen kann helfen, Schmerzen und Verspannungen zu lindern und Schlafstörungen vorzubeugen. Ob sie eher eine Nackenrolle, ein Nackenkissen mit Geltex-Einlage oder ein dreiteiliges Nackenstützkissen, das sowohl für die Seiten- als auch Rückenlage perfekt unterstützen soll, benötigen, ist individuell abhängig. Aber damit ein Nackenstützkissen perfekt wirken kann, benötigt es das korrekte Zusammenspiel von Untergrund, Matratze und Auflage. Doch auch die Größe der Liegefläche sollte nicht unberücksichtigt bleiben. So empfehlen Orthopäden eine Liegefläche von 90 Zentimetern Breite. Wenn sie dann noch die richtige Raumtemperatur von 16 bis 18 Grad in ihrem Schlafzimmer haben, dann steht einem erholsamen Schlaf ohne Rückenbeschwerden nichts mehr im Weg.

18. Mär 2026

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Gesellschaft

Hören macht klug

Kaum läuft der Lieblingssong, wird aus dem Kinderzimmer eine Bühne. Es wird gehüpft, getanzt, gerappt und mitgesungen. Musik bringt positive Energien ins Leben – und kann noch viel mehr: Musik stärkt das Arbeitsgedächtnis von Kindern, also die Fähigkeit, Informationen kurzzeitig zu speichern und zu verarbeiten. Damit Kinder neue Inhalte verstehen und anwenden können, braucht das Arbeitsgedächtnis eine ausreichend große Kapazität. Ist diese noch nicht altersgemäß entwickelt, kann das Lernen zur Herausforderung werden. Musik wirkt da im Kopf wie Fitness. Als gezieltes Gedächtnistraining, mit der die geistige Leistungsfähigkeit, schon im Vorschulalter, gefördert und somit das spätere Lernen erleichtert wird. Hörspiele ergänzen diese Reise in die Klangwelt: Kinder konzentrieren sich auf das gesprochene Wort und lernen Geschichten aus Stimmen, Geräuschen und Musik zu visualisieren. Statt auf Bilder zu schauen, erschaffen sie diese selbst im Kopf. Das fördert die Fantasie, Sprachentwicklung und Konzentration. Auch Singen macht Sprache lebendig. Mit Reimen, Wiederholungen und eingängigen Melodien entdecken Kinder neue Wörter und Satzmuster ganz intuitiv. Dabei wächst nicht nur ihr Sprachgefühl, sondern auch das Wir-Gefühl: Beim gemeinsamen Singen hören sie aufeinander, reagieren im Takt und erleben echtes Miteinander. Wenn die Musik dann in Bewegung übergeht, wird aus Rhythmus Körpergefühl. Tanzen stärkt Motorik, Koordination und Selbstvertrauen. >Musik wird damit zum Sprachrohr für Gefühle. Sie bieten einen sicheren Raum, der Kinder ihre Emotionen erkennen, ausdrücken und verstehen lernen lässt. Was sich in den letzten Jahren deutlich verändert hat, ist die musikalische Sprache, in der all das passiert. Moderne Kinderlieder lösen sich zunehmend vom pädagogischen Zeigefinger und suchen die Nähe zur Popkultur. Statt bravem Gitarrenfolk vom Pädagogen in Latzhose mit Mitmachliedern übers Zähneputzen, erklingen Hip-Hop-Beats, Indiepop und Reggae-Grooves. Die Texte greifen Themen auf, die Kinder beschäftigen: Familienalltag, Freundschaft, kleine Wutanfälle oder erzählen vom Mut, das erste Mal auf dem Fahrrad zu fahren. Musik wird damit zum Sprachrohr für Gefühle. Sie bieten einen sicheren Raum, der Kinder ihre Emotionen erkennen, ausdrücken und verstehen lernen lässt. Und ja – wenn das Lieblingslied zum hundertsten Mal läuft, nervt es vielleicht ein bisschen weniger, wenn der Text nicht von Reimen auf Hände waschen handelt, sondern davon, dass Eltern auch nur Menschen sind. Was einen Song besonders „kindertauglich“ macht, ist trotzdem eine Wissenschaft. Laut einem Bericht der New York Post¹ haben Forschende aus Sheffield herausgefunden, dass dazu ein Tempo zwischen etwa 60 und 120 BPM gehört, also ein Rhythmus, bei dem es sich gut mitwippen lässt; eingängige Wiederholungen sowie eine klare, positive Klangstruktur. Kommt Ihnen bekannt vor? Das sind genau die Zutaten, die es für einen guten Ohrwurm braucht. ¹ New York Post: „‘Radio Ga Ga’ is scientifically proven to be a perfect kids song“, 6. August 2024.