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15. Jun 2022

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Gesundheit

Essen ist die beste Medizin

Journalist: Kirsten Schwieger

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Foto: Jonas Wresch, Jannis Brandt/unsplash

Internistin und Ernährungsmedizinerin Dr. Anne Fleck verrät, wie gesunde Ernährung Krankheiten verhindern oder lindern kann und worauf Best Ager achten sollten.

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Dr. Anne Fleck, Internistin und Ernährungsexpertin

Warum kann eine gesunde Ernährung Krankheiten vorbeugen? 

Die zeitlose Wahrheit von Hippokrates, dem Urvater der Medizin, lautet: „Du bist, was du isst! Und deine Nahrungsmittel sollen deine Heilmittel sein.“ Leider wird viel zu wenig darauf geachtet, welche Nähr-, Vital- und Ballaststoffe wir unserem Körper zuführen. Dabei ist bewiesen: Je besser die Versorgung mit Mikro- und Makronährstoffen ist, umso besser können Krankheiten verhindert oder sogar zum Stillstand gebracht werden. Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Demenz und Krebs kommen nicht über Nacht. Viele entzündliche Erkrankungen sind auch nachweislich auf den Lebensstil, z. B. Stress, schlechte Darmflora und ein Übermaß an Kohlenhydraten, Zucker und Süßstoffen zurückzuführen.

Wie sieht eine solche Ernährung konkret aus?

Eine in meinen Augen wichtige, unterschätzte Zutat sind Omega-3-Fettsäuren. Die mehrfach ungesättigten Fette sind integraler Bestandteil jeder gesunden Zellmembran. Eine Quelle dafür ist fetter Seefisch, wegen Überfischung und Schadstoffbelastung leider zu Recht in der Diskussion. Ich empfehle eine tägliche Versorgung mit hochwertigen, d.h. unter Ausschluß von Licht, Hitze, und Sauerstoff, wie „omega safe” gepressten Algenölen – übrigens auch ein super Schutz vor der Altersabhängigen Makula Degeneration (AMD). Ansonsten die üblichen „Verdächtigen“: viel Gemüse, insbesondere Kohl, grüne Blattsalate, Nüsse, Kerne, Samen sowie zuckerarmes Obst wie Beeren. Also viel Ballaststoffe, hochwertiges Eiweiß und gesunde Fette – die beiden letzten in Maßen.

Gibt es Nährstoffe, die der Körper ab 50 vermehrt braucht – oder welche ihm mehr zusetzen als in jüngeren Jahren?

Abgesehen von der Tatsache, dass moderne Medizin immer individuell ist und persönliche Unverträglichkeiten und Vorlieben berücksichtigten sollte, lässt sich allgemeingültig sagen: Ab Mitte 50 braucht der Mensch wieder etwas mehr Eiweiß als in mittleren Jahren. Egal ob aus Pilzen, Nüssen, Hülsenfrüchten, Fisch, Fleisch oder Eiern: wichtig ist immer die nachhaltige Produktion. Belegt ist auch, dass sich bereits ab 40 Jahren das sogenannte Coenzym Q10 im Körper reduziert. Da dieses Schlüsselenzym in unzählige wichtige Prozesse des Körpers involviert ist, macht eine Zufuhr über Nahrungsergänzung Sinn. Dasselbe gilt für Vitamin D zur Verhinderung nicht nur von Osteoporose, sondern auch Diabetes und Demenz. Beim Osteoporoseschutz durch Kalzium rät die Forschung mittlerweile zu anderen Quellen als Milch. Grundsätzlich, aber insbesondere im Alter, sollte der Konsum von Zusatzstoffen sowie Transfetten geringgehalten werden, da diese Darmschleimhaut und Zellmembran schädigen können.

Zu wie vielen täglichen Mahlzeiten raten Sie?

Die meisten Menschen sind mit zwei bis drei Hauptmahlzeiten am Tag gut beraten. Viele kleine Zwischenmahlzeiten sind nicht für jeden empfehlenswert, da der Blutzucker konstant gehalten werden sollte. Ausnahmen sind Menschen mit Gallensteinen, Reflux und Migräniker – für diese sind auch längere Fastenzeiten nicht selten Gift. Eine Verdauungspause von 12 bis 13 Stunden dagegen ist für alle Menschen sinnvoll. Doch nicht nur was wir wann essen beeinflusst unsere Gesundheit, sondern auch wie wir es tun. So ist gründliches Kauen wichtig für die Magen- und Darmgesundheit, da im Speichel befindliche Verdauungsenzyme die Nahrung vorverdauen. Außerdem sollte gesunde Ernährung mehr Genuss als Verzicht sein.

11. Jun 2026

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Gesundheit

Mehr als Sport: Warum Vereine unverzichtbar sind – Ein Beitrag von Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes

Es gibt Orte, an denen Gesellschaft im Kleinen sichtbar wird. Orte, an denen Menschen zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären – weil sie unterschiedliche Lebenswege haben, verschiedenen Altersgruppen angehören, unterschiedlichen Jobs nachgehen oder aus diversen sozialen Kontexten kommen. Diese Orte gibt es in Deutschland zum Glück fast überall, rund 86.000-mal: Es sind unsere Sportvereine. Denn in Deutschland engagieren sich Millionen von Menschen genau hier. Sie trainieren gemeinsam, halten sich fit, knüpfen Freundschaften, organisieren Wettkämpfe, begleiten Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und schaffen Strukturen, die weit über das eigentliche Sporttreiben hinausreichen. Sportvereine sind mehr als Orte der Bewegung, sie sind soziale Räume. Sie fördern Zusammenhalt, vermitteln Werte wie Fairness, Respekt und Verlässlichkeit und stärken damit unsere Gesellschaft. Der Vereinssport ist die größte Bürgerbewegung unseres Landes. Mit mehr als 29 Millionen Mitgliedschaften vereint er mehr Mitglieder als der ADAC, als sämtliche politische Parteien, als die Kirchen und – man mag es kaum glauben – mehr, als es Netflix-Abos in Deutschland gibt. Zum zweiten Mal hintereinander haben die Sportvereine unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes 2025 Rekordwerte gefeiert. >Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können. Gleichzeitig stehen viele dieser Strukturen unter Druck. Ehrenamtliches Engagement wird immer knapper, Sportvereine werden heute mehr als Dienstleister denn als Gemeinschaftsprojekt gesehen. Hallenzeiten fehlen, Bürokratie führt zu Belastungen und finanzielle Ressourcen sind begrenzt. Sportvereine haben es trotz – oder gerade wegen – ihrer vielen Mitglieder nicht leicht. Wir sehen, dass der Wunsch bei sehr vielen Menschen so groß ist wie nie zuvor, etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun; und dass sie das nicht allein tun wollen im Fitnessstudio, beim Joggen im Park oder auf der Yogamatte bei sich zu Hause, sondern dass sie Gemeinschaft suchen im Sportverein um die Ecke. Für wenig Geld im Monat gibt es hier Sport, der Spaß macht, von Trainer:innen geleitet wird, der die Gesundheit fördert und der Menschen zusammenbringt. Auch in diesem Jahr steuern wir wieder auf einen Mitgliederrekord zu. Das sind gute Nachrichten, aber sie führen dazu, dass die bestehenden Probleme – eine stagnierende Zahl an Ehrenamtlichen muss mehr Menschen betreuen, und das in zunehmend maroden Sportstätten – sich noch stärker zeigen. Der gesellschaftliche Wert von Sport entfaltet sich nicht automatisch. Er entsteht dort, wo Menschen sich einbringen. Ein Sportverein ohne Menschen aus seiner Stadt, seinem Dorf, seiner Nachbarschaft, die sich heute engagieren, macht morgen seine Türen zu. Wer im Verein aktiv ist, trägt dazu bei, dass gemeinschaftliches Sporttreiben überhaupt möglich bleibt. Die Frage ist nicht, ob wir Sport brauchen – diese Frage lässt sich leicht mit „Ja“ beantworten. Die Frage ist, wie viele von uns bereit sind, ihn mitzugestalten und mit Leben zu füllen. Ob als Mitglied, als Ehrenamtlicher oder als jemand, der andere mitzieht: Jeder Beitrag zählt. Sportvereine funktionieren nicht von selbst. Sie funktionieren besonders dort gut, wo sie von vielen unterschiedlichen Menschen getragen werden. Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können.