17. Jul 2026
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Business
Journalist: Armin Fuhrer
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Foto: Christoph Busse, Pawel Czerwinski/unsplash+
Von Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften der Universität der Bundeswehr München.

Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften der Universität der Bundeswehr München
Europa befindet sich in einer extremen technologischen Abhängigkeit, insbesondere von den USA. Im Bereich Intelligence, Surveillance und Reconnaissance (ISR) sowie bei der digitalen Infrastruktur ist diese Abhängigkeit so groß, dass europäische Streitkräfte ohne amerikanische Satellitendaten faktisch „blind“ wären. Angesichts einer zunehmend Europa-kritischen Haltung in Washington wird das zu einer massiven Bedrohung für unsere Sicherheit und Souveränität.
Um gegenzusteuern, muss Europa strategisch umdenken: Wir dürfen nicht versuchen, Technologien aufzuholen, in denen die USA bereits uneinholbar führen – etwa bei Large Language Models. Unser Fokus muss auf Zukunftstechnologien wie der Robotik liegen, wo wir noch einen echten Wettbewerbsvorteil erzielen können. Zwar verfügen wir mit Einrichtungen wie den Fraunhofer-Instituten über eine exzellente Forschungslandschaft, doch Bürokratie und schwerfällige Prozesse – etwa bei Visa für Forscher – schrecken internationale Talente ab und bremsen uns massiv aus.
Wir benötigen zudem eine europäische DARPA mit massivem Budget und dem Mut zum kalkulierten Scheitern von Projekten als Teil des Innovationsprozesses. Zudem ist mehr Flexibilität in der Zusammenarbeit gefragt: Kooperationen außerhalb des starren EU-Rahmens erlauben es, wichtige Partner einzubinden, um effektivere Ergebnisse ohne politische Verwässerung zu erzielen. Kurzfristig müssen wir Verteidigungsgüter „off-the-shelf“ kaufen, um die Verteidigungsfähigkeit schnell zu stärken. Langfristig ist technologische Souveränität keine Frage der Mittel, sondern allein des konzentrierten politischen Willens.