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6. Jul 2026

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Business

Fachliche Expertise plus KI wird der Schlüssel zur Karriere – Ein Beitrag von Prof. Dr. Melanie Arntz, Vizedirektorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit

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Foto: Presse

„99 Prozent der Arbeitnehmer könnten bis 2030 arbeitslos sein – auch Programmierer und Prompt-Ingenieure“, titelte Business Insider im September 2025. Solche Hiobsbotschaften schüren Ängste und Unsicherheiten. Doch so unsicher Prognosen auch sind, hier lehne ich mich aus voller Überzeugung aus dem Fenster: Das wird ganz sicher nicht so kommen.

„99 Prozent der Arbeitnehmer könnten bis 2030 arbeitslos sein – auch Programmierer und Prompt-Ingenieure“, titelte Business Insider im September 2025. Solche Hiobsbotschaften schüren Ängste und Unsicherheiten. Doch so unsicher Prognosen auch sind, hier lehne ich mich aus voller Überzeugung aus dem Fenster: Das wird ganz sicher nicht so kommen.

KI hat zweifellos das Potenzial, auch höherwertige Tätigkeiten wie z. B. Entscheidungsfindungen zu ersetzen. Sicher ist sogar, dass KI – anders als vorherige technogische Neuerungen – besonders stark die Tätigkeitsprofile von Hochqualifizierten und Experten verändern wird. Doch gleichzeitig können gerade diese Beschäftigtengruppen mit KI zusammen häufig produktiver arbeiten und neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln, was die Nachfrage nach ihnen auf dem Arbeitsmarkt sogar steigern kann. So hat der vermehrte Einsatz von KI in der Radiologie zu einem steigenden Bedarf nach Radiologen geführt.

Es zeigt sich daher: KI wird den Arbeitsmarkt vor allem stark verändern, und das in nahezu allen Berufen und Branchen. Realistische Szenarien gehen davon aus, dass durch KI etwa 1,6 Millionen Stellen in Deutschland in den nächsten 15 Jahren entweder wegfallen oder neu entstehen werden, wobei sich beides ungefähr die Waage halten könnte. KI wird daher nicht zu Massenarbeitslosigkeit führen. Vielmehr ergeben sich erhebliche Verschiebungen am Arbeitsmarkt. In einigen Wirtschaftsbereichen wird der Arbeitskräftebedarf durch die Verbreitung von KI steigen, während in anderen Bereichen die Zahl der Arbeitsplätze zurückgehen wird.

Fachliches Wissen kombiniert mit KI-Kompetenzen ist daher eine Schlüsselkompetenz der Zukunft. Bereits jetzt sehen wir die Nachfrage nach KI-Kompetenzen in Stellenanzeigen auf breiter Front ansteigen.

Auch zukünftig werden die meisten Expertinnen und Experten daher gefragt sein, wenn auch zum Teil in veränderten Tätigkeitsfeldern. Denn KI braucht Begleitung durch menschliche Kompetenz, um die Qualität und ethischen Konsequenzen von KI-gestützten Prozessen und Entscheidungen zu bewerten sowie diese zu steuern und zu konzipieren. Fachliches Wissen kombiniert mit KI-Kompetenzen ist daher eine Schlüsselkompetenz der Zukunft. Bereits jetzt sehen wir die Nachfrage nach KI-Kompetenzen in Stellenanzeigen auf breiter Front ansteigen.

Stärker von Arbeitsplatzverlusten betroffen könnten hingegen all jene sein, die bisher kognitive Aufgaben mittlerer Komplexität erledigen oder deren bisheriges Tätigkeitsfeld tatsächlich umfänglich ersetzt werden kann. Dies betrifft administrative Bürotätigkeiten vermutlich ebenso wie Übersetzungsdienstleister oder Beschäftigte in der Kreativwirtschaft.

Die große Herausforderung besteht daher darin, Arbeitsnachfrage und Arbeitsangebot in dieser Transformation zusammenzubringen. Dies kann nur durch gute Rahmenbedingungen gelingen, die es Berufseinsteigern wie Beschäftigten ermöglicht, KI-Kompetenzen zu erwerben und durch Weiterqualifizierungen von den Chancen in aufstrebenden Branchen und Berufsfeldern zu profitieren. Dies setzt massive Investitionen in die Qualifizierung sowohl durch die öffentliche Hand als auch in Unternehmen voraus, geht aber nicht ohne die Veränderungs- und Lernbereitschaft jedes Einzelnen. Wer sich darauf einlässt, dem werden viele Türen offenstehen.

28. Sep 2026

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