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24. Jun 2026

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Gesundheit

Frauen sind keine Ausnahme. Sie repräsentieren die Hälfte der Gesellschaft. – Ein Beitrag von Janina Hell (links) & Felicitas Karrer, Gründerinnen FRAUEN100

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Foto: Presse

So gut wie jede Frau hat in ihrem Leben schon wiederholt die Erfahrung gemacht, dass sie sich bei Arztbesuchen mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen und unverstanden gefühlt hat. Es gibt diesen einen Satz, den viele von uns immer wieder hören – von Ärztinnen, Politikerinnen, Unternehmerinnen, Aktivistinnen, von Frauen unterschiedlichster Altersgruppen und verschiedensten Lebenslagen: „Ich dachte, das sei normal und ginge allen so.“

Und bei allen sind es dann Schmerzen, die jahrelang nicht wirklich Beachtung gefunden haben. Diagnosen, die zu spät kamen. Symptome, die als „typisch weibliche Problem“" abgetan wurden – zu emotional, zu hysterisch, zu gefühlig – und damit als erledigt schienen. Zu viele Frauen werden zu lange mit ihren Anliegen von der Medizin allein gelassen werden. Gesundheit für Frauen bedeutet zu häufig: funktionieren, aushalten, weitermachen. Und, dass das System, welches sie begleiten sollte, dies an viel zu vielen Stellen bis heute nicht tut.

Der sogenannte Gender Health Gap ist die medizinische Entsprechung vieler anderer Gaps, über die wir als Gesellschaft inzwischen sprechen: Frauen wurden und werden in der Forschung systematisch unterrepräsentiert. Studien, Dosierungen, Diagnosebilder – über Jahrzehnte kalibriert am männlichen Körper als Norm. Die Folgen tragen Frauen täglich: Endometriose, die im Schnitt sieben Jahre zu spät erkannt wird; Herzinfarkte, deren Symptome bei Frauen anders aussehen – und deshalb übersehen werden; Wechseljahre, die in der Arbeitswelt kaum Thema sind, obwohl sie Millionen Frauen prägen.

Genau deshalb freuen wir uns, dass sich hier gerade etwas verändert. Frauengesundheit wächst langsam aus der Nische heraus – in Redaktionen, Unternehmen und politischen Debatten. Tabuthemen wie Endometriose, Beckenboden oder Wechseljahre bekommen die Bühne, die sie verdienen. Bundesgesundheitsministerin Dorothee Bär setzt mit gezielten Investitionen politisch Zeichen – und benennt damit öffentlich, was lange ignoriert wurde. Wir erleben diesen Aufbruch täglich – und er gibt uns Anlass zu echter Hoffnung.

Frauengesundheit ist keine Frauensache. Sie ist eine gesellschaftliche Verantwortung – und es ist höchste Zeit, dass wir sie gemeinsam tragen.

Was diese Veränderung trägt, sind Frauen aus den unterschiedlichsten Feldern – Medizinerinnen, die anders forschen wollen. Gründerinnen, die Lücken im System in Lösungen übersetzen. Investorinnen, die Frauengesundheit als das begreifen, was sie ist: ein massiv unterfinanziertes, massiv relevantes Feld. Arbeitgeberinnen, die verstehen, dass ein Arbeitsplatz, der Frauenkörper ignoriert, Potenzial verschwendet. Es ist dieses Zusammenwirken – branchenübergreifend, generationenübergreifend –, das echten Wandel möglich macht.

Wir erleben, welche Kraft entsteht, wenn Frauen mit Wissen ausgestattet werden. Wenn aus Scham Klarheit wird, aus Schweigen Sprache. Wenn eine Unternehmerin versteht, warum ihre Mitarbeiterin unter Zyklusbeschwerden leidet – und nicht schlechter performt. Wenn eine Frau Mitte vierzig erkennt, dass ihre Erschöpfung keinen Namen hat, weil die Forschung ihn ihr nie gegeben hat.

Selbstbestimmung über den eigenen Körper ist kein Privileg. Sie ist ein Grundrecht – und sie beginnt mit dem Zugang zu Wissen, das zu lange nicht für alle da war. Lesen Sie weiter. Stellen Sie Fragen. Sprechen Sie darüber. Denn Frauengesundheit geht uns alle an.

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.