Diesen Artikel teilen:

5. Nov 2024

|

Gesundheit

Früherkennung von Brustkrebs - mit Dr. Jeanne Fürst

Journalist: Chan Sidki-Lundius

|

Foto: cottonbro studios/pexels, Bruno Schlatter/GesundheitHeute

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Wir haben mit Dr. Jeanne Fürst über Früherkennung und Prävention gesprochen.

Dr. Fuerst 2_online.jpg Dr. Jeanne Fürst, Moderatorin & Redaktionsleiterin von GESUNDHEITHEUTE

Warum ist die Früherkennung von Brustkrebs so wichtig und wie lautet Ihre Empfehlung in puncto Früherkennung? Jedes Jahr erkranken in der Schweiz 6‘500 Frauen neu an Brustkrebs. Übrigens sind jährlich auch 50 Männer davon betroffen. Je früher man Brustkrebs entdeckt, desto besser sind die Überlebenschancen. Daher ist die Früherkennung von grosser Bedeutung. Die Tatsache, dass Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist, unterstreicht die Wichtigkeit, sich mit dieser Erkrankung auseinanderzusetzen. Auch ich habe Freundinnen, die von Brustkrebs betroffen sind. Wir meistern die Situation gemeinsam und es fliessen manchmal auch Tränen.

Wie steht es um die Prävention von Brustkrebs, was ist da heute möglich? Die Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung und stellt die wichtigste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs dar. Sie ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Vorstufen eines Tumors, die im ungefährlichen Stadium behandelt werden können, um dessen Entwicklung zu einem bösartigen Krebs zu verhindern. Brustkrebs wird am häufigsten bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren entdeckt. Deshalb werden Frauen ab 50 in vielen Kantonen alle zwei Jahre zum Screening eingeladen. Diese systematischen Früherkennungsprogramme werden nach standardisierten, strengen Qualitätskriterien durchgeführt. In Kantonen ohne Screeningprogramme ist es sinnvoll, dass sich Frauen bei ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt über die Möglichkeiten der Früherkennung von Brustkrebs informieren. Auch ich gehe alle zwei Jahre zur Mammografie. Meine Brustdichte ist sehr hoch, das heisst, ich habe noch viel Drüsen- und Bindegewebe, was die Untersuchung der Brust erschwert. Deswegen lege ich umso mehr Wert auf eine regelmässige und genaue Kontrolle. Wenn Brustkrebs in der Familie gehäuft auftritt, ist es wichtig, sich frühzeitig und individuell zu informieren und untersuchen zu lassen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Vier von fünf Brustkrebspatientinnen sind zum Zeitpunkt der Diagnose über 50 Jahre alt. Ich möchte deshalb jede Frau ab 50 ermutigen, zur Mammographie zu gehen, denn die Untersuchung rettet Leben!

Was kann man selbst tun? Es lohnt sich, die eigene Brust selbst abzutasten und kennenzulernen, obwohl das eine Untersuchung bei der Gynäkologin oder beim Gynäkologen nicht ersetzt. Und noch ein Tipp: Wer wenig Alkohol trinkt und nicht raucht, verringert das Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Darüber hinaus wirken sich Stillen, Sport und eine gesunde, fettarme Ernährung positiv aus.

Interessanter Fakt:

Als Frau liegt Dr. Jeanne Fürst die Brustkrebsprävention besonders am Herzen. Aus diesem Grund thematisiert sie die Erkrankung und deren Prävention auch regelmässig in ihrer TV-Sendung GESUNDHEITHEUTE (samstags um 18.15 Uhr auf SRF1).

25. Jun 2026

|

Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.