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5. Jul 2026

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Führung braucht Haltung, nicht Geschlecht – mit Michelle Wagner

Journalist: Kirsten Schwieger

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Foto: Presse

Wie Frauen sich in unterschiedlichen Unternehmenskulturen den Weg nach Oben ebnen können – selbst in männlich dominierten Branchen.

Frauen in Führungspositionen sind hierzulande nach wie vor unterrepräsentiert: Von den rund 1,86 Millionen Führungskräften ist lediglich gut ein Drittel weiblich. Neben der systemisch anhaltend schwierigen Vereinbarkeit von Familie und Beruf führen Experten diese Diskrepanz auf unsichtbare, strukturelle Barrieren innerhalb von Unternehmen zurück. Die sogenannte „gläserne Decke“ bremst mancherorts nach wie vor Frauen aus. Wie Frau es – mit Unterstützung des Arbeitgebers und einer Kultur, die Entwicklung und Eigenverantwortung fördert – trotzdem schaffen kann, schildert Michelle Wagner, Department Manager CoE Sustainable Enterprise bei Liebherr-IT Services GmbH.

Eine „gläserne Decke“ scheint es bei Liebherr nicht zu geben, oder? Nein, das habe ich so nie erfahren. Ich wurde früh schon mit in Runden von hauptsächlich männlichen Geschäftsführern mitgenommen und durfte dort präsentieren. Dadurch habe ich auch viel gelernt. Mitarbeitende, egal welchen Geschlechts, die sich in der Firmengruppe weiterentwickeln möchten und Verantwortung übernehmen, bekommen dafür den nötigen Raum.

Wie haben Sie Ihre persönliche Weiterentwicklung aktiv vorangetrieben? Ein halbes Jahr nach meinem Firmeneintritt habe ich geschaut, welche Weiterbildungen zu meiner damaligen und auch zu zukünftigen Rollen passen würden. Ich absolvierte eine Fortbildung zum E-Trainer und später zum Certified Change Manager. Eine Coaching-Ausbildung habe ich privat finanziert, eine weitere hat Liebherr übernommen. Weiterentwicklung ist für mich wichtig und hat auch bei Liebherr einen hohen Stellenwert.

Wie hat Liebherr Ihre berufliche Entwicklung unterstützt? Ich durfte an Führungstrainings teilnehmen, die in mehrere Module gegliedert waren und durch Refresh-Einheiten über mehrere Jahre ergänzt wurden. Für ein Mentoring-Programm wurde ich gebeten, als Mentorin zu agieren. Die vielen Workshops, wo Mentees und Mentoren zusammenkommen, haben sicherlich auch zu meiner Weiterentwicklung beigetragen und den Austausch auf Augenhöhe gestärkt.

Welche Erfahrungen bewerten Sie in puncto (Female) Leadership besonders prägend? Neben dem Mentorenprogramm durfte ich im Rahmen der Strategieneuausrichtung für unsere IT-Services ein Projekt leiten, welches 40 Führungskräfte auf den Kulturwandel der digitalen Transformation vorbereiten sollte. Das war eine sehr schöne Erfahrung, weil das Management mir bescheinigte, einen modernen, vertrauensbasierten Führungsstil zu haben. Dadurch konnte ich ein Stück weit als Role Model agieren. Gleichzeitig löst so ein Projekt ja auch viel Reflexion aus.

Was empfehlen Sie jungen Frauen mit Führungsambitionen? Machen und sich nicht einschüchtern lassen! Ich war viele Jahre in den Runden immer die einzige Frau. Es ist ratsam, nicht alles persönlich zu nehmen – und möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Dennoch ist es wichtig, zu wissen wo die eigenen Qualitäten sind. Sich nicht zu verstellen, sondern authentisch zu bleiben.

Welche unternehmerischen Werte stärken die nachhaltige Unternehmenskultur von Liebherr? Mitarbeitende gelten bei Liebherr als Schlüssel zum Erfolg. Dabei spielt Geschlecht, Alter oder Herkunft keine Rolle, denn aus der Vielfalt heraus entstehen oft die besten Lösungen. Und mit dem Unternehmen kann man durch verschiedene Lebensphasen gehen. Das habe ich nach meiner Elternzeit erlebt, als ich meine Führungsposition in Teilzeit wieder aufnehmen konnte. Das rechne ich Liebherr als Arbeitgeber sehr hoch an.