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19. Sep 2025

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Gesundheit

Genuss verbindet – mit David Geisser

Journalist: Kirsten Schwieger

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Foto: Roy Matter

Im Interview verrät Starkoch David Geisser, was Genuss für ihn bedeutet, wie man unkompliziert gesund kocht und, dass Papst Franziskus eine Schwäche für Süsses hatte.

Das Kochen wurde Ihnen quasi in die Wiege gelegt, oder?

Ja, obwohl meine Mutter keine gelernte Köchin war, hat sie exzellent gekocht und mir sehr viel beigebracht. Ich habe immer gerne zugeschaut und tue das auch heute noch. Wenn ich bei meinen Eltern bin, gibt es immer ganz feine Sachen. Gemeinsam essen war bei uns in der Familie schon immer ein Highlight: Abends zusammen am Tisch sitzen, das Erlebte besprechen und gemeinsam geniessen.

Was bedeutet Genuss für Sie?

Gemeinschaft und eine Atmosphäre, in der man sich wohl fühlt. Die Kultur gehört einfach dazu, die Leute, die mit einem essen. Dann habe ich lieber ein einfaches Bircher Müsli oder eine Wurst anstatt eines teuren Menüs, bei dem die Stimmung nicht stimmt. Grundsätzlich finde ich sowieso oft, dass weniger auch mehr sein kann.

Bio-Kräuter vom Balkon oder Fensterbrett sowie Gewürzmischungen sind preiswerte Gamechanger. Genauso wie Gemüse.

Was hat Kochen mit Lebensfreude zu tun?

Sehr viel. Natürlich gibt es auch Leute, die nicht gerne kochen, das ist auch ok. Für mich aber gibt es nichts Schöneres als mit feinen Produkten etwas zuzubereiten, dass mir selbst und anderen schmeckt und Freude bereitet. Die Menschen, die in unser Kochstudio im Zürcher Oberland kommen, sehen das genauso. Da kochen wir zusammen, machen Kitchenbattles und ich sehe, wie die Leute aufblühen. Wie sie Freude am Kochen und am gemeinsamen Essen haben – eine tolle Atmosphäre!

Ist gesund kochen umständlich oder teuer?

Nein, gesund kochen muss weder teuer noch kompliziert sein. Man kann mit Tomaten aus dem Garten ein frisches leckeres Pastagericht machen und dabei sehr günstig unterwegs sein. Bio-Kräuter vom Balkon oder Fensterbrett sowie Gewürzmischungen sind preiswerte Gamechanger. Genauso wie Gemüse. Ein bisschen frisches Gemüse schnippeln, in Öl anbraten, mit Weisswein ablöschen, Rahmsosse dazu – das ist so schnell gemacht. Auch die asiatische Küche bietet viele Variationen leichter, gesunder Kost, die nicht aufwendig sein muss. Gemüse anbraten, Kokosmilch dazu und am Schluss noch Glasnudeln in die Sosse geben, dann hat man einen leckeren Eintopf und auch wirklich nur einen Topf benutzt und wenig abzuwaschen.

Haben Sie noch mehr Kochtipps auf Lager?

Oh ja, Vorkochen und Einfrieren. Gerade, wenn man nur noch zu zweit oder sogar alleine ist, kann es motivierend sein, nicht mehr jeden Tag an den Herd zu müssen. Damit man dann nicht vier Tage in Folge dasselbe essen muss, besser grosse Mengen kochen und den Rest einfrieren. Idealerweise vakuumiert, aber normale Gefrierbeutel tun es auch. Das macht auch bei einzelnen Komponenten Sinn, beispielsweise ein, zwei Liter Tomatensugo, die sich einzeln portioniert in verschiedenste Pastagerichte wandeln lassen: mal verfeinert mit Gemüse, Kapern, Thunfisch, Speck oder einfach mit Pinienkernen. Ich persönlich mache die Pasta oder Gnocchi natürlich auch selbst, aber immer in grossen Mengen, damit sich der Aufwand lohnt. Auch kreative Resteverwertung macht für die Generation, die prinzipiell ungern Lebensmittel wegwirft, Sinn. Einfach den Reis vom Vortag mit TK-Erbsen und Zwiebeln in ein unkompliziertes Risibisi verwandeln oder Mozzarella über die Pasta vom Vortag schnell im Ofen überbacken.

Was braucht es für eine Küchenausstattung, um freudvoll und lecker kochen zu können?

Neben einem Herd mit vier Platten ist ein Ofen ein Muss: für die erwähnten Reste-Aufläufe aber auch als Tellerwärmer nutzbar. Ein Kühlschrank mit grossem Gefrierfach ist ebenso ratsam – oder noch besser eine extra Gefriertruhe im Keller. Vakuumiergerät oder -schublade sind, wie gesagt, auch sehr sinnvoll und mit einer guten Küchenmaschine fängt es an, richtig Spass zu machen. Ich bin auch ein grosser Fan von Wired Cooking. Bei diesen intelligenten Kochtöpfen am Netzkabel braucht es noch nicht einmal eine Herdplatte. Damit ist alles möglich: Reis oder Eier kochen, Frittieren, Sous-vide, Sossen und sogar Joghurt kann man machen. Die Hitze bleibt konstant, beim Risotto brennt nichts mehr an. In Sachen Küchengestaltung ist eine offene Küche mit Kochinsel für mich das Nonplusultra. So bin ich beim Kochen trotzdem bei der Familie oder bei den Freunden.

Sie waren zwei Jahre in der Päpstlichen Schweizergarde in Rom und haben Papst Franziskus bekocht – was war dessen Lieblingsspeise?

Als waschechter Argentinier hat er Empanadas, am liebsten mit Dulce de Leche geliebt, eine typisch regionale Süssspeise aus Zucker, Milch und Vanille. Papst Franziskus hatte eine grosse Schwäche für Süsses.

Fakten

Schon als 14-Jähriger kochte der Starkoch und Kochbuchautor einen 9-Gänger für die ganze Familie. Lieblingsessen des Influencers mit eigener Kochsendung und Kochstudio aber ist (kein Scherz): frisches, gutes Brot mit Butter! Beim letzten Teammeeting vor dem Familienurlaub in Italien gab`s allerdings praktisches Sushi. Im Januar eröffnete der 35-Jährige gemeinsam mit seinem Bruder Benjamin in St. Gallen das Restaurant Soleil d’Or.

18. Mär 2026

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Gesundheit

Ungewollt kinderlos

Für viele Paare gehört der Wunsch nach einem eigenen Kind fest zum Lebensplan. Doch bei rund 15 bis 20 Prozent der Paare in Deutschland bleibt dieser Wunsch unerfüllt¹. Damit beginnt für viele nicht nur ein körperlich, sondern auch emotional herausfordernder Weg. Untersuchungen, Behandlungszyklen, hormonelle Messwerte, Wartezeiten – der Gedanke an ein Baby bestimmt den Alltag. Das eigentliche Leben gerät dabei oft in eine Warteschleife. Urlaube lassen sich kaum planen; der nächste Karriereschritt? Scheint mit einer kommenden Schwangerschaft nur schwer vereinbar. Auch die finanzielle Seite ist belastend. Wiederholte Fruchtbarkeitsbehandlungen bedeuten erhebliche Kosten. Für viele Paare geht es irgendwann längst nicht mehr nur um die Frage, ob sie ein Kind bekommen, sondern auch darum, wie lange sie den physischen, psychischen und finanziellen Druck durchhalten können. In dieser schwierigen Situation spielt begleitende psychotherapeutische Unterstützung eine zentrale Rolle. Wenn man sich zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Ratlosigkeit und tiefer Trauer nach der nächsten Fehlgeburt irgendwann fragt: Bin ich genug, auch ohne Kind? Was erfüllt mein Leben, auch wenn ich keine Mutter bin? >Für viele Paare geht es irgendwann längst nicht mehr nur um die Frage, ob sie ein Kind bekommen, sondern auch darum, wie lange sie den physischen, psychischen und finanziellen Druck durchhalten können. Die Ursachen dafür, warum eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege ausbleibt, können komplex sein und sind nicht immer eindeutig zu bestimmen. Daher suchen viele Paare ergänzend zur schulmedizinischen Diagnostik nach Wegen, um die Voraussetzungen für eine Empfängnis ganzheitlich zu fördern, sowohl auf körperlicher als auch auf seelischer Ebene. Naturheilkundliche Ansätze können dabei wertvolle Impulse geben. So kann Akupunktur im Rahmen einer IVF (In-vitro-Fertilisation) den Behandlungserfolg positiv beeinflussen, in dem sie bei Männern die Spermienqualität verbessert und bei Frauen die Funktion der Eierstöcke unterstützt. Ganzheitliche Therapiekonzept verbinden unterschiedlichste Behandlungen um körpereigene Prozesse zu harmonisieren, von der Entgiftung und Entsäuerung des Körpers über Mikronährstoff- und Ordnungstherapien bis hin zu therapeutischen Massagen. Ebenso können Achtsamkeitstraining, Yoga oder Entspannungsverfahren helfen, Druck abzubauen und das hormonelle Gleichgewicht zu stabilisieren. Wenn IVF dann sprichwörtlich gefruchtet hat, wird das Wunder des entstehenden Lebens erst richtig bewusst. Ein unerfüllter Kinderwunsch bleibt eine vielschichtige Herausforderung, die medizinische, emotionale und soziale Aspekte gleichermaßen berührt. Unterstützungsangebote können Paare entlasten und ihnen helfen, den Weg durch Diagnostik und Behandlung selbstfürsorglicher zu gestalten. Letztlich geht es auch darum, die eigenen Grenzen zu erkennen – und liebevoll mit ihnen umzugehen. Dazu gehört die Offenheit für das, was möglich ist, aber auch die Akzeptanz für das, was nicht. ¹ Quelle: Deutsches IVF-Register (Jahresbericht 2024)

29. Jan 2026

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Gesundheit

Ayurveda – Personalisierte Prävention – mit Dr. Dinu Shivaraman Kumar, Bachelor of Ayurvedic Medicine and Sciences

![naturhotel_chesa_valisa_dr.dinu_spa_lächeln_gerader_blick_nah_holzwand Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/naturhotel_chesa_valisa_dr_dinu_spa_laecheln_gerader_blick_nah_holzwand_Online_006187468b.jpg) ``` Dr. Dinu Shivaraman Kumar, Bachelor of Ayurvedic Medicine and Sciences ``` **Was verrät die Konstitutionsbestimmung?** Die Konstitutionsbestimmung zeigt das individuelle Zusammenspiel von Vata, Pitta und Kapha – die ganz persönliche energetische Landkarte eines Menschen. Sie gibt Aufschluss über körperliche und mentale Stärken und Schwächen sowie über typische Reaktionen auf Stress, Ernährung und Lebensweise. Auf dieser Grundlage wählen Ayurveda-Ärzte und -Therapeuten den Heilungsansatz individuell – angepasst an die aktuelle Lebenssituation und die persönlichen Eigenschaften der behandelten Person. **Warum ist es wichtig zu wissen, welchem Dosha-Typ man angehört?** Dieses Wissen ist die Grundlage jeder ayurvedischen Empfehlung. Nur so können Ernährung, Tagesrhythmus, Anwendungen und Lebensstil wirklich individuell abgestimmt werden – für Balance, Gesundheit und inneren Frieden. **Wie fühlen Sie die Beschwerden der Behandelten?** Ich spüre mit den Händen, sehe mit den Augen – aber vor allem höre ich zu. Durch Pulsdiagnose, Gespräch und Beobachtung erfasse ich nicht nur Symptome, sondern erkenne auch die tieferen Zusammenhänge. >Die Konstitutionsbestimmung zeigt das individuelle Zusammenspiel von Vata, Pitta und Kapha – die ganz persönliche energetische Landkarte eines Menschen