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27. Mär 2026

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Wirtschaft

Geschäftsreisen und MICE als Motor für Standortstärke – Ein Beitrag von Jens Schließmann, Hauptgeschäftsführer Verband Deutsches Reisemanagement e. V. (VDR)

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Foto: VDR

Selten stehen Geschäftsreisen und Veranstaltungen im Fokus politischer oder wirtschaftlicher Debatten. Und doch entscheiden sie täglich darüber, wie gut Unternehmen zusammenarbeiten, wie Innovation entsteht und wie international vernetzt unser Wirtschaftsstandort ist. Persönliche Begegnungen bleiben ein zentraler Treiber für wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Deutschland zählt dank seiner vielfältigen MICE-Destinationen zu den weltweit führenden Geschäftsreisezielen – mit positiven Effekten für Unternehmen und ganze Regionen, von Hotels und Kongresszentren bis zu Mobilitätsanbietern und lokalen Dienstleistern wie dem Gastgewerbe. Wie groß der Beitrag von Geschäftsreisen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist, zeigt die aktuelle VDR-Geschäftsreiseanalyse 2025. Mit über 107 Millionen Reisen pro Jahr leisten Unternehmen durch ihre Reisetätigkeit einen wesentlichen Beitrag zu Wertschöpfung, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit sowie zu Export, Innovation und internationalen Partnerschaften. Allein deutsche Unternehmen geben jährlich mehr als 47 Milliarden Euro für geschäftlich motivierte Mobilität aus, was einen unmittelbaren Nutzen für unsere Wirtschaft hat.

Deutschlands führende Position auf dem internationalen Geschäftsreisemarkt werden auch von den Ergebnissen des World Travel Monitor von IPK International unterstrichen: Jede zehnte beruflich motivierte Reise weltweit geht nach Deutschland. Besonders das MICE-Segment zeigt eine überdurchschnittliche Wachstumsdynamik und trägt somit maßgeblich zur Attraktivität des Standorts bei. Diese Position erklärt sich durch vielfältige Gründe: Neben der geografischen Lage im Herzen Europas und einer leistungsfähigen Infrastruktur überzeugt vor allem die Vielfalt moderner Event Locations, Tagungshotels und Kongresszentren. Doch diese wirtschaftliche Bedeutung verpflichtet und erklärt, warum sich die Anforderungen an Geschäftsreisen und MICE grundlegend verändern. Unternehmen reisen heute bewusster und gezielter. Qualität, Effizienz, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit sind dabei zentrale Kriterien.

Deutschland zählt dank seiner vielfältigen MICE-Destinationen zu den weltweit führenden Geschäftsreisezielen – mit positiven Effekten für Unternehmen und ganze Regionen, von Hotels und Kongresszentren bis zu Mobilitätsanbietern und lokalen Dienstleistern wie dem Gastgewerbe.

Menschen stehen im Mittelpunkt von Reisen. Dies wird auch durch den anhaltenden „Blended Travel“-Trend belegt. Eine geschäftlich motivierte Reise, um einen Freizeitaufenthalt zu verlängern, hat sich etabliert und bleibt ein bedeutender Faktor im Reiseverhalten vieler Geschäftsreisender.

Damit die positive Wirkung langfristig erhalten bleibt, braucht es politische Rahmenbedingungen, die Deutschland als internationalen Geschäftsreisestandort stärken. Aus meiner täglichen Arbeit im VDR weiß ich, wie entscheidend verlässliche Voraussetzungen sind. Mobilität ist ein Taktgeber. Ohne eine funktionierende Verkehrs- und Digitalinfrastruktur verliert ein Standort an Attraktivität. Nur, wenn Geschäftsreisen reibungslos, nachhaltig und planbar funktionieren, entfalten sie ihre volle Wirkung als Plattformen für Austausch und Wertschöpfung.

Diese Sonderpublikation macht genau diese Zusammenhänge sichtbar. Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre und dass Sie einen neuen Blick für eine Branche gewinnen, die oft im Hintergrund wirkt, aber über Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit entscheidet.

2. Apr 2026

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Business

Kein Roboter zum Gelddrucken, aber ein starker Wächter: KI bei Banken

Künstliche Intelligenz kann im Bankwesen schon ziemlich viel – aber eigenständig Geld drucken oder wundersam vermehren, das kann sie (noch) nicht. Banken setzen KI heute flächendeckend in mehreren Bereichen ein, allen voran in der Betrugsprävention, wo Fraud Detection mittlerweile Branchenstandard ist. KI-gestützte Systeme analysieren Transaktionen von Kundinnen und Kunden in Echtzeit, erkennen und stoppen auffällige Transaktionen und Zahlungsanweisungen in der Regel sofort, und reagieren innerhalb von Sekunden auf neue Angriffsszenarien. Gerade, weil sich Betrugsmaschen ständig weiterentwickeln, ist die Adaptionsgeschwindigkeit in diesem Bereich besonders hoch. Solche Systeme werden in Zukunft weiter optimiert werden, wodurch Banken Routineaufgaben mehr und mehr automatisieren können. Das eröffnet neue Möglichkeiten für personalisierte Kundenberatung, schnellere Analysen – etwa bei Kreditentscheidungen – und insgesamt bessere Kundenerlebnisse. Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen. Ziel ist es, Informationen effizienter zu nutzen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Im Vergleich zur Betrugsprävention befindet sich dieser Bereich jedoch noch in einer stärkeren Wachstumsphase, auch wenn die Entwicklung hier aktuell sehr dynamisch verläuft. >Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Es gibt unzählige Anbieter von bankenspezifischer KI. Viele davon decken nur bestimmte Anwendungsfelder ab, weshalb Banken häufig mehrere KI-Systeme parallel einsetzen. Auch, wenn Banken langjährige Erfahrung im Umgang mit sensiblen Daten haben, kann die Auswahl passender KI-Tools herausfordernd sein, denn die Lösungen müssen regelkonform sein, Change Compliance- und Datenschutzrichtlinien beachten, außerdem sollten die Daten innerhalb Europas bleiben und nicht unkontrolliert in andere Rechtsräume fließen. Erhöht KI im Bankwesen nun die Sicherheit – oder eher das Risiko für Betrug und Verlust? Grundsätzlich beides. Denn einerseits verbessert KI die Fähigkeit, Betrug frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, andererseits entstehen neue Gefahren, insbesondere durch autonome KI-Agenten. Je mehr Entscheidungsfreiheit diese Systeme erhalten, desto größer ist das Risiko, dass sie Sicherheitsvorgaben umgehen oder manipuliert werden. Deshalb gewinnt das Prinzip „Human in the Loop“ beziehungsweise „Human in the Lead“ an Bedeutung: Der Mensch muss weiterhin die Kontrolle über kritische Prozesse behalten und klare Grenzen setzen. Auch im Finanzmarkt insgesamt sind automatisierte Prozesse kein neues Phänomen. Mechanismen wie algorithmischer Handel oder Stop-Loss-Orders können bereits heute Kettenreaktionen auslösen. KI könnte solche Effekte künftig verstärken, stellt aber nicht die ursprüngliche Ursache dar. Wohin wird sich KI im Bankwesen entwickeln? Eigenständig Geld drucken wird sie hoffentlich niemals – doch sie wird als umfassendes System im Hintergrund immer besser in den Bankenalltag integriert werden. Der Mensch wird im Bankwesen jedoch in zentralen Bereichen immer die Oberhand behalten, besonders bei der letzten Kontrolle und beim direkten Kundenkontakt – denn hier können aufmerksame Bankangestellte besser als jede KI als Sicherheitsschranke wirken, die ihre betagten Kundinnen davor schützen, auffällige Transaktionen hoher Summen vorzunehmen. >Banken nutzen KI auch immer öfter, um internes Wissen für ihre Mitarbeitenden zu strukturieren, aufzubereiten und schneller zugänglich zu machen.