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4. Jul 2019

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Gesellschaft

Goldene Zeiten

Journalist: Helmut Peters

Bei Coininvest werden die Preise aller Produkte durch die aktuellen Edelmetallkurse sekundengenau aktualisiert, um stets den günstigsten Preis zu garantieren. Daniel Marburger, Geschäftsführer der CoinInvest GmbH, verrät mehr über Edelmetallpreise. 

Daniel Marburger, Geschäftsführer der CoinInvest GmbH, Foto: Presse

Edelmetalle sind begehrenswert, aber sind sie auch sicher? Wie kann der Anleger auf Kursschwankungen reagieren, ohne zu große Verluste zu erleiden?

In unsicheren Zeiten, wie auch jetzt, ist es schwierig, intuitiv die richtige Anlageentscheidung zu treffen. Aus diesem Grund ist eine Diversifizierung des Portfolios ausschlaggebend, um letzten Endes große Verluste zu vermeiden. Gold und Silber sind vor allem in Krisenzeiten beständig und haben schon viele Anleger vor dem Totalverlust des Ersparten gerettet. Viele unserer Käufer nutzen daher fallende Preise, um einen günstigeren Einstiegspreis zu erzielen. Generell scheint es sinnvoll, in Edelmetalle zu investieren, wenn die Berichterstattung in den Medien eher zurückhaltend ist. Gold ist nicht nur die Versicherung des privaten Anlegers, auch Länder wir die USA mit über 8000 Tonnen oder auch Deutschland mit knapp 3.500 Tonnen nutzen das goldene Metall als Absicherung. 

Was hat die Edelmetall-Kurse in jüngster Zeit am meisten belastet?

Aktuell sind die Edelmetallpreise sehr stabil. Obgleich die  Niedrigzinspolitik der Zentralbanken viel Kapital auf die Aktienmärkte lenkt, erfreut sich Gold unverändert lebhafter Nachfrage. 

Welche Strategie empfehlen Sie Ihren Kunden? Ist es vielleicht besser, das Kapital bewusst auf ganz verschiedene Produkte auszurichten? 

Diversifikation des Portfolios ist das Einmaleins eines Anlegers – und dazu gehören natürlich auch Edelmetalle. Gold ist das bekannteste Edelmetall, jedoch bietet auch Silber eine große Chance, welche sich historisch schon des Öfteren bestätigt hat, z.B. im Jahr 1980, als der Silberpreis seinen Höhepunkt bei 52 $ erreicht hat. Daher gilt auch für den Edelmetallsektor, dass man nicht alles auf eine Karte setzen sollte.

Welche Vorteile bringen die Anlagemünzen gegenüber Barren und Feinunzen?

Edelmetalle kann man in Barrenform oder auch in Münzform erwerben. Der Unterschied besteht darin, dass Münzen von staatlichen Prägestätten ausgegeben werden, welche für die Echtheit garantieren, sowie einen Nennwert auf die Münze prägen. Dieser Nennwert ist meist niedriger als der Metallwert, sichert aber bis zu einem gewissen Kursniveau ab, da man die Münze bei einer Zentralbank gegen Bargeld eintauschen kann. Ein Barren hingegen hat den Vorteil einer Seriennummer und einer schönen Umverpackung, auch das Aufgeld hierfür ist etwas günstiger, da private Prägestätten um die Kundschaft buhlen.

Wie viel Sach- und Marktkenntnis erfordert die Investition in Edelmetalle bei Laien?

Das Schöne an der Investition in Edelmetalle ist die Tatsache, dass die Eintrittsbarriere sehr niedrig ist. Schon ab 45 € bekommen Sie einen 1g Goldbarren von einem namhaften Hersteller, eine 1/10 Goldmünze wird um ca. 120 € angeboten. Bei Silbermünzen liegt die Eintrittsschwelle noch niedriger, unter 10 € für eine halbe Unze des Metalls. Aus diesem Grund eignet sich ein Edelmetallinvestment in jedem Alter und mit wenig Vorkenntnissen. Man bekommt sehr schnell ein Gefühl für den Markt und die Produkte, welche eine hohe Marktakzeptanz haben.

Ab welcher Summe bietet Coininvest bei Großabnehmern Preisstaffelungen an?

Der durchschnittliche Kunde investiert zwischen 1.000 € und 2.500 € bei seiner ersten Transaktion auf coininvest.com. Meist ist dies dann der Anfang einer langen Kundenhistorie. Manche Kunden testen unsere Leistungsfähigkeit mit kleineren Bestellungen und erhöhen die Mengen dann für Folgeaufträge erheblich. Preisstaffelungen sind bei vielen Produkten automatisch hinterlegt. Bei Silbermünzen gewähren wir für viele Artikel bereits ab 20 bis 25 Münzen einen Preisnachlass, der mit steigender Abnahmemenge sogar noch steigt!  Für unsere Goldprodukte haben wir jeweils den für den Kunden besten Preis hinterlegt, egal ob er 1 g oder 1.000 g des goldenen Metalls kauft. Durch den Direktbezug bei Prägestätten haben wir einen Einkaufspreisvorteil, den wir an unsere Kunden weitergeben. Der Direktbezug bei den Prägestätten erfordert einiges an Kapitalstärke, da die Mindestabnamemengen dort bei 5.000 Unzen Gold – also rund Euro 6 Millionen pro Bestellung liegen.  So heben wir uns von anderen Händlern ab, welche aufgrund von mangelnder Liquidität nicht direkt bei den Prägestätten kaufen können.

28. Jan 2026

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Wirtschaft

Flexible Aus- und Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg – Ein Beitrag von Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)

Zwischen 2025 und 2029 gehen rund 5,26 Mio. Erwerbstätige in den Ruhestand. Gleichzeitig erwarten wir, dass in diesem Zeitraum nur rund 4,37 Mio. Personen aus dem Bildungssystem oder aus dem Ausland neu auf den inländischen Arbeitsmarkt kommen. Der Ersatzbedarf lässt sich mengenmäßig nicht durch dieses Neuangebot stillen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird somit zurückgehen. Zugleich braucht Deutschland dringend Erneuerungen. In unsere Sicherheit und Infrastruktur wird viel investiert werden müssen. In den Gesundheitsberufen wird die Nachfrage steigen, und auch in der IT-Entwicklung dürfen wir nicht zurückbleiben. Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. So können Tätigkeiten zum einen automatisiert werden, die bislang von Menschen ausgeübt werden. Zum anderen bieten sie aber auch Raum für neue Tätigkeiten und Geschäftsmodelle. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung zeigt, dass allein die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) rund 1,6 Mio. Arbeitsplätze betreffen werden. Voraussichtlich werden rund 800.000 Arbeitsplätze in den kommenden 15 Jahren wegen der Nutzung von KI entfallen, während gleichzeitig rund 800.000 neu entstehen. Dieser Strukturwandel lässt sich nicht ohne berufliche Aus- und Weiterbildung bestreiten. >Um unseren Wohlstand bei einer schwindenden Zahl an Erwerbstätigen auch in den kommenden Jahren zu erhalten, müssen wir technologische Entwicklungen intelligent nutzen. Der Digitalisierung folgt der verstärkte Einsatz von KI, der abstrakte Klimawandel wird greifbar durch Flut- und Dürrekatastrophen, die demografische Entwicklung führt zu anderen Arbeitsmodellen und längeren Arbeitsphasen. Berufliche Qualifikationen bereiten uns im besten Fall darauf vor, auf Unvorhergesehenes zu reagieren. So eröffnen die 327 Ausbildungsberufe des dualen Systems die Möglichkeit, flexibel in einer Fülle von Erwerbsberufen tätig zu werden. Voraussetzung hierfür ist, dass exemplarisch in ausreichender fachlich-methodischer Breite und Tiefe gelernt wird und die für die Transformation notwendigen Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Zentral sind hier Transfer- und Problemlösefähigkeit, Kreativität sowie soziale und personale Kompetenzen. Wichtig ist aber auch, Menschen ohne Ausbildung durch die Nutzung abschlussorientierter Konzepte – wie zum Beispiel Teilqualifikationen oder Validierungsverfahren – für die Herausforderungen des Arbeitsmarkts der Zukunft zu befähigen. Vor dem Hintergrund des beschleunigten Strukturwandels leistet vor allem auch die berufliche Weiterbildung einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Sie schafft individuelle Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten. Deshalb müssen wir die formale Weiterbildung durch gezielte Flexibilisierung, Modularisierung und „Dualisierung“ – also die Verknüpfung von systematischem Lernen mit praktischer Anwendung am Arbeitsplatz – attraktiver gestalten und stärker mit non-formalen Angeboten verknüpfen. So kann es gelingen, möglichst viele Menschen für Weiterbildung zu gewinnen. Denn es ist arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisch nicht akzeptabel, große Bevölkerungsgruppen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu lassen. Die Attraktivität und Individualisierung der Weiterbildungsformate sind hier entscheidend.