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29. Jan 2026

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Gesundheit

Hauptproblem der Männer: Erektionsstörungen – mit Dr. Johannes Wimmer, Mediziner, Moderator und Bestseller-Autor

Journalist: Hauke Brost

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Foto: Presse, cottonbro/pexels

Der Influencer und YouTuber Dr. Johannes Wimmer berät Männer in Gesundheitsfragen. Hier räumt der Ex-TV-Moderator mit medizinischen Vorurteilen auf.

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Dr. Johannes Wimmer, Mediziner, Moderator und Bestseller-Autor

Was machen Sie eigentlich gerade? Ich bin inzwischen ja Anfang vierzig – also in dem Alter, in dem ich plötzlich mehr Zeit beim Check‑up als in der Kneipe verbringe. In meinen Videos werde ich zunehmend zu meiner eigenen Zielgruppe. Deswegen passt es gut, dass ich weiterhin an allen Fronten versuche, Gesundheit verständlicher zu machen: mit dem PflegeABC.de und einem neuen PflegeABC‑Buch, das Angehörigen und auch insbesondere Männern hilft, sich früh, entspannt und gut informiert mit Pflege, Vorsorge und der eigenen Gesundheit zu beschäftigen. Und natürlich mache ich weiterhin meine Videos auf Instagram und immer wieder neue Videos mit der TK auf YouTube und TikTok.

Mit welchen speziell männlichen Gesundheitsthemen haben Sie am häufigsten zu tun? Besonders oft schreiben mir Männer auf Instagram zu zwei Themen, mit denen sie sich nicht in die Praxis trauen: Erektionsstörungen und psychische Beschwerden wie Angst, innere Leere oder Überforderung.

Haben Männer spezielle medizinische Vorurteile? Ein gefährlicher Klassiker ist: „Im Alter darf der Blutdruck ruhig höher sein – 100 plus Lebensalter ist normal.“ Nach der alten „100 plus Lebensalter“-Regel wäre dann ja ein Blutdruck von 160 zu 90 bei einem 60‑Jährigen noch okay – medizinisch gilt er aber längst als behandlungsbedürftiger Bluthochdruck. Genauso hartnäckig hält sich die Idee: „Prostatakrebs merkt man schon, wenn es ernst wird.“ Tatsächlich macht Prostatakrebs im frühen Stadium oft gar keine Beschwerden.

Ab Mitte 30 wird der regelmäßige Check‑up mit Blutdruck, Blutzucker, Blutfetten und Nierenwerten wichtig.

Welche Vorsorge empfehlen Sie in welcher Lebensphase? In den 20ern und frühen 30ern geht es um die Basis – Impfungen auffrischen, Blutdruck kennen, Gewicht und Lebensstil im Blick behalten und beim Hausarzt die familiären Risiken abklopfen. Ab Mitte 30 wird der regelmäßige Check‑up mit Blutdruck, Blutzucker, Blutfetten und Nierenwerten wichtig. Ab etwa 45 bis 50 gehören dann Prostata‑Gespräch, Darmkrebsvorsorge und ein genauerer Blick auf Herz‑Kreislauf, aber auch auf Stresslevel und seelische Gesundheit dazu.

Steigt das Bewusstsein bei Männern, dass Gifte wie Alkohol und Nikotin das Leben verkürzen können? Ja, da hat sich etwas getan – aber längst nicht genug. Rauchen und Alkoholkonsum gehen bei Männern zwar langsam zurück. Gleichzeitig sterben Männer immer noch deutlich häufiger an Folgen von Tabak und Alkohol als Frauen – das Wissen ist also da, aber im Alltag wird noch zu wenig daraus gemacht.

Jetzt wird ja viel über Longevity, also über Langlebigkeit, geredet. Macht es auch für ältere Männer noch Sinn, sich damit zu beschäftigen? Ja, unbedingt. Schon ein später Rauchstopp senkt bei älteren Menschen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall innerhalb weniger Jahre deutlich, sie gewinnen im Schnitt mehrere zusätzliche, oft auch selbstständigere Lebensjahre. Ähnliches zeigt sich bei Blutdrucksenkung und Bewegung: Wer auch im höheren Alter seinen Blutdruck gut einstellen lässt und regelmäßig in die Gänge kommt – vom Spaziergang bis zum moderaten Sport – reduziert das Risiko zu sterben messbar, teils sogar stärker als bei Jüngeren. Für ältere Männer heißt Longevity deshalb weniger „ewig leben“, sondern länger fit bleiben, Stürze, Pflegebedürftigkeit und Krankenhausaufenthalte hinauszögern.

Fassen Sie Ihren medizinischen Rat an Männer in einem Satz zusammen. Kümmern Sie sich konsequent um Herz, Psyche und Beziehungen, hören Sie früher auf Ihren Körper als auf Ihr Ego – und gehen Sie zur Vorsorge, bevor etwas weh tut.

Ein gefährlicher Klassiker ist: „Im Alter darf der Blutdruck ruhig höher sein – 100 plus Lebensalter ist normal.“

Factbox

Dr. Johannes Wimmer erreichte mit TV-Sendungen wie „Visite“, „Wissen ist die beste Medizin“ und als Co-Moderator der NDR-Talkshow ein Millionenpublikum. Heute ist er Buchautor, YouTuber und Influencer. Gerade erschienen ist sein neues Buch „Das Pflege-ABC“ für Angehörige von Pflegebedürftigen.

11. Jun 2026

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Gesundheit

Mehr als Sport: Warum Vereine unverzichtbar sind – Ein Beitrag von Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes

Es gibt Orte, an denen Gesellschaft im Kleinen sichtbar wird. Orte, an denen Menschen zusammenkommen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären – weil sie unterschiedliche Lebenswege haben, verschiedenen Altersgruppen angehören, unterschiedlichen Jobs nachgehen oder aus diversen sozialen Kontexten kommen. Diese Orte gibt es in Deutschland zum Glück fast überall, rund 86.000-mal: Es sind unsere Sportvereine. Denn in Deutschland engagieren sich Millionen von Menschen genau hier. Sie trainieren gemeinsam, halten sich fit, knüpfen Freundschaften, organisieren Wettkämpfe, begleiten Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und schaffen Strukturen, die weit über das eigentliche Sporttreiben hinausreichen. Sportvereine sind mehr als Orte der Bewegung, sie sind soziale Räume. Sie fördern Zusammenhalt, vermitteln Werte wie Fairness, Respekt und Verlässlichkeit und stärken damit unsere Gesellschaft. Der Vereinssport ist die größte Bürgerbewegung unseres Landes. Mit mehr als 29 Millionen Mitgliedschaften vereint er mehr Mitglieder als der ADAC, als sämtliche politische Parteien, als die Kirchen und – man mag es kaum glauben – mehr, als es Netflix-Abos in Deutschland gibt. Zum zweiten Mal hintereinander haben die Sportvereine unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes 2025 Rekordwerte gefeiert. >Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können. Gleichzeitig stehen viele dieser Strukturen unter Druck. Ehrenamtliches Engagement wird immer knapper, Sportvereine werden heute mehr als Dienstleister denn als Gemeinschaftsprojekt gesehen. Hallenzeiten fehlen, Bürokratie führt zu Belastungen und finanzielle Ressourcen sind begrenzt. Sportvereine haben es trotz – oder gerade wegen – ihrer vielen Mitglieder nicht leicht. Wir sehen, dass der Wunsch bei sehr vielen Menschen so groß ist wie nie zuvor, etwas Gutes für ihre Gesundheit zu tun; und dass sie das nicht allein tun wollen im Fitnessstudio, beim Joggen im Park oder auf der Yogamatte bei sich zu Hause, sondern dass sie Gemeinschaft suchen im Sportverein um die Ecke. Für wenig Geld im Monat gibt es hier Sport, der Spaß macht, von Trainer:innen geleitet wird, der die Gesundheit fördert und der Menschen zusammenbringt. Auch in diesem Jahr steuern wir wieder auf einen Mitgliederrekord zu. Das sind gute Nachrichten, aber sie führen dazu, dass die bestehenden Probleme – eine stagnierende Zahl an Ehrenamtlichen muss mehr Menschen betreuen, und das in zunehmend maroden Sportstätten – sich noch stärker zeigen. Der gesellschaftliche Wert von Sport entfaltet sich nicht automatisch. Er entsteht dort, wo Menschen sich einbringen. Ein Sportverein ohne Menschen aus seiner Stadt, seinem Dorf, seiner Nachbarschaft, die sich heute engagieren, macht morgen seine Türen zu. Wer im Verein aktiv ist, trägt dazu bei, dass gemeinschaftliches Sporttreiben überhaupt möglich bleibt. Die Frage ist nicht, ob wir Sport brauchen – diese Frage lässt sich leicht mit „Ja“ beantworten. Die Frage ist, wie viele von uns bereit sind, ihn mitzugestalten und mit Leben zu füllen. Ob als Mitglied, als Ehrenamtlicher oder als jemand, der andere mitzieht: Jeder Beitrag zählt. Sportvereine funktionieren nicht von selbst. Sie funktionieren besonders dort gut, wo sie von vielen unterschiedlichen Menschen getragen werden. Sport verbindet, er hält gesund und bringt uns zusammen. Aber um das tun zu können, braucht er passende Orte, an denen er sein Potenzial entfalten kann. Diese Orte gibt es 86.000-mal in Deutschland, und wir alle sollten sie stärken, indem wir uns einbringen, wo wir können.