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14. Mär 2022

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Gesellschaft

Im Fokus: Bandscheibenvorfälle

Journalist: Chan Sidki-Lundius

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Foto: Sana Kliniken Sommerfeld, Sasun Bughdaryan/unsplash

Prof. Dr. Andreas Halder, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Operative Orthopädie der Sana Kliniken Sommerfeld, über die Therapie und Vorbeugung von Bandscheibenvorfällen.

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Prof. Dr. Andreas Halder, ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Operative Orthop die der Sana Kliniken Sommerfeld sowie Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und stv. Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthop die und Unfallchirurgie (DGOU)

Der Mensch hat 23 Bandscheiben, die wie ein Puffer und als Abstandshalter zwischen den Wirbelk rpern fungieren. Jede Bandscheibe hat einen äußeren Faserring und einen Gallertkern. Bricht der Kern durch den Faserring, sprechen Mediziner von einem Bandscheibenvorfall. In etwa 90 Prozent der Fälle liegt ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule vor. Deutlich seltener sind Bandscheibenvorfälle an der Halswirbelsäule.

Was sind typische Symptome für einen Bandscheibenvorfall?

Die Symptome hängen von Art und Ausmaß des Defekts ab. Viele Betroffene leiden unter ganz plötzlich auftretenden, sehr starken Rückenschmerzen, die sich bis in die Beine ziehen können. Das kann dazu führen, dass man nicht mehr stehen kann. In extremen Fällen machen sich Lähmungen bemerkbar. Es kann aber auch sein, dass die Schmerzen langsam immer schlimmer werden und sich eine zunehmende Schwäche und/oder Taubheit in den Beinen zeigt. Bei einem Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule klagen die Betroffenen vorrangig über Nackenschmerzen, die bis in die Arme und den Hinterkopf ausstrahlen können.

Was raten Sie Betroffenen?

Erstmal abwarten. Sind die Schmerzen nicht auszuhalten und/oder dauern sie mehr als bis zu sieben Tagen an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt auch, wenn Lähmungen oder Taubheitsgefühle auftreten.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Ein Bandscheibenvorfall zieht nicht zwangsläufig eine OP nach sich. Zumeist bessern sich die Beschwerden unter konservativen Behandlungsmethoden. Hier bieten sich schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente an, auch Wärme kann hilfreich sein. Nach sechs bis acht Wochen sind die Symptome meist vorbei.

Und wann ist eine OP erforderlich?

Wenn konservative Maßnahmen nicht helfen, die Schmerzen sehr stark ausgeprägt sind oder die konservative Therapie nicht anschlägt. Auch bei Lähmungserscheinungen empfiehlt sich ein operativer Eingriff, in dessen Verlauf der Bandscheibenvorfall chirurgisch entfernt wird. Mit der Entscheidung für eine OP sollte man jedoch nicht allzu lange warten. Operiert man nicht, kann der Schmerz chronifizieren.

Viele Patienten fürchten einen chirurgischen Eingriff...

Richtig. Diesen Patienten sage ich, dass der Eingriff, sofern er von geübten Händen ausgeführt wird, eine sehr geringe Komplikationsrate hat. Viele Eingriffe können mit endoskopischen Verfahren ausgeführt werden und auch die offene mikrochirurgische Technik ist längst Standard. Patienten können zeitnah nach dem Eingriff aufstehen und nach ein oder zwei Tagen die Klinik verlassen.

Wie kann man einem Bandscheibenvorfall vorbeugen?

Bleiben Sie in Bewegung und trainieren Sie Ihre Rückenmuskulatur. Bei der Schreibtischarbeit etwa lassen sich Positionswechsel und Rückenübungen leicht einbauen. Schon- und Fehlhaltungen sind ebenso wie extremes Übergewicht möglichst zu vermeiden.

29. Dez 2025

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Gesellschaft

Vorsorge ab 50 – Sicherheit für Körper und Konto – Ein Beitrag von Uwe-Matthias Müller, Vorstand des Bundesverbands Initiative 50Plus Europa

Mit dem Älterwerden verändert sich nicht nur der Blick auf das Leben, sondern auch die Verantwortung für die eigene Zukunft. Menschen ab 50 stehen oft mitten im Leben – beruflich erfahren, familiär gefestigt, mit einem klareren Verständnis für das, was wirklich zählt. Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Vorsorge zu treffen: für die Gesundheit und für die Finanzen. **Gesundheit: Früher erkennen, besser leben** Ab 50 steigt das Risiko für chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Wer rechtzeitig handelt, kann Lebensqualität erhalten und Folgeerkrankungen vermeiden. Auch Impfungen, Zahnvorsorge und Krebsscreenings sind wichtige Bausteine. Prävention bedeutet nicht nur Kontrolle, sondern auch aktives Gestalten: Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit sind entscheidende Faktoren für ein vitales Altern. >Mit 50 beginnt eine Phase der Stabilität – aber auch der Weichenstellung. Wer jetzt handelt, profitiert von Zeit, Übersicht und Entscheidungsfreiheit. Vorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung. **Finanzen: Klarheit schafft Freiheit** Finanzielle Vorsorge ist ebenso zentral. Die gesetzliche Rente allein reicht oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Wer frühzeitig private Altersvorsorge betreibt – sei es durch Immobilien, Versicherungen oder Fonds – schafft sich Spielraum für die Zukunft. Auch das Thema Pflege sollte nicht verdrängt werden: Eine Pflegezusatzversicherung oder ein klarer Vorsorgeplan kann im Ernstfall Entlastung bringen. Wichtig ist, regelmäßig zu prüfen: Sind alle Unterlagen aktuell? Gibt es eine Patientenverfügung oder ein Testament? Wer vorbereitet ist, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch Angehörige. **Warum jetzt?** Mit 50 beginnt eine Phase der Stabilität – aber auch der Weichenstellung. Wer jetzt handelt, profitiert von Zeit, Übersicht und Entscheidungsfreiheit. Vorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung. Sie schafft Sicherheit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, das Leben auch im Alter aktiv zu gestalten. ## Fazit Vorsorge ab 50 ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Sie bedeutet, das Leben bewusst in die Hand zu nehmen – für mehr Gesundheit, finanzielle Stabilität und innere Ruhe. Wer heute vorsorgt, lebt morgen entspannter.

23. Dez 2025

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Gesellschaft

Warum es so wichtig ist, konsequent nachhaltig zu bauen – Ein Beitrag von Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand DGNB e.V.

Nachhaltiges Bauen bedeutet weit mehr als energieeffiziente Gebäude oder den Einsatz ökologischer Materialien. Es beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Gebäude über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg betrachtet werden: von der Planung über den Bau und die Nutzung bis hin zu Umbaumaßnahmen oder den Rückbau. Ziel ist es, Umweltbelastungen zu minimieren, Ressourcen zu schonen, Menschen gesunde und lebenswerte Räume zu bieten und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu schaffen. Stand heute ist der Bausektor nach wie vor für einen erheblichen Teil der globalen CO2-Emissionen, den Verbrauch natürlicher Ressourcen und den zunehmenden Verlust der Biodiversität verantwortlich. Gleichzeitig verbringen wir den Großteil unseres Lebens in geschlossenen Räumen, die unser Wohlbefinden stärken sollen, ohne dabei die Zukunft unseres Planeten zu gefährden. Zudem leben immer mehr Menschen in der Stadt. Der Bedarf an attraktiven und dazu noch klimaresilient gestalteten Freiräumen wächst. Nachhaltige Architektur bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um die Klimakrise zu bekämpfen, soziale Gerechtigkeit zu fördern und langfristige wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Wie ein Perspektivwechsel in diese Richtung gelingen kann, zeigen wir noch bis zum 28. Januar 2026 mit der ersten DGNB Ausstellung „What If: A Change of Perspective“ in der Berliner Architekturgalerie Aedes. Die Ausstellung fordert Besucherinnen und Besucher dazu auf, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen und die Themenvielfalt des nachhaltigen Bauens neu und unvoreingenommen auf sich wirken zu lassen. >Nachhaltige Architektur bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um die Klimakrise zu bekämpfen, soziale Gerechtigkeit zu fördern und langfristige wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Anhand gebauter Beispiele wird deutlich, dass viele Lösungen bereits existieren. So erfährt der Besuchende anschaulich, wie Gebäude klima- und ressourcenschonend geplant werden können, indem Materialien im Kreislauf geführt, Energie effizient genutzt oder sogar erzeugt wird und der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes berücksichtigt bleibt. Ebenso thematisiert werden Klimaanpassung und Resilienz: durch kluge Gestaltung, Begrünung und Freiräume können Gebäude und Städte besser mit Hitze, Starkregen oder Trockenperioden umgehen. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Menschen. Nachhaltiges Bauen stellt das Wohlbefinden, die Gesundheit und das soziale Miteinander in den Mittelpunkt. Architektur kann Begegnung fördern, Identität stiften und bezahlbaren Wohnraum schaffen, ohne dabei die Umwelt aus dem Blick zu verlieren. Auch der verantwortungsvolle Umgang mit bestehenden Gebäuden spielt eine zentrale Rolle. Sanieren, Umnutzen und Weiterbauen im Bestand werden als Strategien gezeigt, um Flächen zu schützen und Ressourcen zu sparen. Nicht zuletzt wird klar, dass Nachhaltigkeit keine Kostenspirale sein muss. Ganzheitlich geplante Gebäude sind oft wirtschaftlicher, weil sie langfristig Betriebskosten senken, Risiken minimieren und ihren Wert erhalten oder steigern. Nachhaltiges Bauen ist kein abstraktes Expertenthema und schon gar keine Zukunftsvision, sondern eine konkrete Chance. Für lebenswerte Städte, für gesunde Räume und für eine gebaute Umwelt, die den Herausforderungen unserer Zeit gewachsen ist. Als inhaltlich getriebener Non-Profit-Verein begreifen wir das nachhaltige Bauen seit unserer Gründung vor 18 Jahren als gesellschaftliche Aufgabe, nach der wir unser Handeln ausrichten. Mit der Ausstellung laden wir jeden einzelnen ein, genauer hinzusehen, weiterzudenken und selbst Teil des Wandels zu werden. Weitere Informationen gibt es unter www.dgnb.de/aedes