Ein Portrait von Morell Westerman

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26. Mär 2024

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Business

Interview mit Morell Westermann

Journalist: Julia Butz

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Foto: Presse

Morell Westermann, Zukunftsforscher, Pilot und Experte für die Themen Aviatik und Elektromobilität.

Wo stehen wir und was ist Ihre Prognose? In der Schweiz wurde 2020 weltweit das erste E-Flugzeug zugelassen. Die Schweiz verfügt seitdem über eine der grössten E-Flugzeugflotten weltweit, ein Zeichen für den frühen Einsatz dieser umweltfreundlichen Technologie. Heute stehen wir bei der Elektrifizierung der Luftfahrt da, wo wir vor 10 Jahren mit den E-Autos waren. Ladeinfrastruktur ist im Aufbau, und die Reichweite eignet sich aktuell für Pilotenausbildung und kurze Rundflüge. In Zukunft wird sich aber der E-Antrieb in der Luftfahrt aufgrund seiner Vorteile etablieren.

Wo sehen Sie Stärken und Schwächen bei Akkulaufzeiten und Kapazitäten? Die Anforderungen an Flugzeugakkus sind hoch: leicht, kompakt, belastbar und kostengünstig. Aktuell limitieren diese Anforderungen die Reichweite und Nutzlast. Doch die Zukunft verspricht Regionalflugzeuge mit 5, 9 oder 25 Sitzen, die emissionsfrei Metropolen verbinden. Neue aerodynamische Konzepte, wie Lufttaxis (eVTOL), Drohnen und E-Regionalflugzeuge, eröffnen neue Geschäftsmodelle, die bisher unvorstellbar waren.

Ist die Technik auf bestmöglichem Stand? Der E-Antrieb ermöglicht radikal neue Flugzeugdesigns. Als Beispiel sind nun über die Tragfläche verteilte Antriebskonzepte für extremen Langsamflug realisierbar. Damit werden Kurzstart- und Landefähigkeiten möglich, die bisher undenkbar waren.

Inwiefern ist Digitalisierung der Schlüssel für Lösungsansätze oder möglicher Hemmschuh? Die Systeme der Aviatik müssen weltweit kompatibel sein und die lange Lebensdauer von Flugzeugen erfordert Rückwärtskompatibilität neuer Technologien. Beispielsweise basiert der Flugfunk immer noch auf Technologien der 1930er-Jahre. Die Integration neuer, digitalisierter und automatisierter Lösungen, die mit der klassischen Luftfahrt kompatibel sind, werden essenziell, um zukünftige Geschäftsmodelle und Fluggeräte zu unterstützen, was grosses Innovationspotential birgt.

2. Apr 2026

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Business

Daten als Fundament moderner Wertschöpfung – mit Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich

![Andreas Wagner Atelier Schulte 4 Kopie Onlinejpg.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Andreas_Wagner_Atelier_Schulte_4_Kopie_Onlinejpg_ba179e5e36.jpg) ``` Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich ``` Moderne Wertschöpfungsnetzwerke bestehen aus eng verknüpften Prozessen in Planung, Beschaffung, Produktion und Logistik. Um diese komplexen Systeme besser steuern zu können, setzen Unternehmen zunehmend auf Plattformen, die Anwendungen, Daten und Prozesse über Organisationsgrenzen hinweg miteinander verbinden. So entstehen gemeinsame Datenräume, in denen Informationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammengeführt und analysiert werden können. Zunehmend werden dafür standardisierte Datenprodukte aufgebaut, die Informationen strukturiert bereitstellen und für Analysen nutzbar machen. „Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild“, sagt Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich. Datenmodelle und analytische Systeme helfen dabei, Zusammenhänge sichtbar zu machen und mögliche Handlungsoptionen abzuleiten. „Die Herausforderung liegt heute weniger im Sammeln von Daten als darin, aus ihnen fundierte Entscheidungen zu entwickeln“, so Wagner. >Erst, wenn Daten aus verschiedenen Teilen der Wertschöpfung miteinander verknüpft sind, entsteht ein belastbares Gesamtbild.

2. Apr 2026

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Business

„Nachhaltigkeit wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor“ – mit Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria

![Michael Rauhofer_Büro Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Michael_Rauhofer_Buero_Online_6096b75223.jpg) ``` Michael Rauhofer, Managing Director European Logistics bei DACHSER Austria ``` In der Logistik zahlt sich Nachhaltigkeit für die Unternehmen immer dann aus, wenn sie Kosten stabilisiert, Risiken reduziert und die Effizienz erhöht. Wer Emissionen senkt, reduziert oft auch Energie und Mautkosten und macht seine Lieferketten robuster. Entscheidend ist, Nachhaltigkeit als Business Case zu denken: etwa durch intermodale Konzepte und kombinierte Verkehre, die wirtschaftlich sind und gleichzeitig CO₂ sparen. Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. >Nachhaltigkeit ist also kein Klotz am Bein, sondern im Gegenteil: Sie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor. Für Unternehmen sind auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit drei Schritte entscheidend. Erstens Transparenz bei den Daten – etwa über Sendungen, Laufzeiten oder Emissionen. Zweitens eine klare Dekarbonisierungs Roadmap. Das umfasst Flotte, Modal Shift, aber auch die Einbindung von Partnern. Und drittens der verantwortungsvolle Einsatz von Digitalisierung und KI. Das heißt: saubere Daten, klar definierte Anwendungsfälle, geschulte Mitarbeitende und von Anfang an mitgedachte Compliance.