20. Apr 2026
|
Wirtschaft
Journalist: Armin Fuhrer
|
Foto: Presse, Damien Power/unsplash
Der Ausbau der Energieinfrastruktur ist eine wichtige Aufgabe und bietet Investoren hervorragende Möglichkeiten – weit über Deutschland hinaus.

Johannes Linden, Mitglied des Vorstands & Sprecher für die Ressorts Finance und Operations bei PFISTERER

Dr. Konstantin Kurfiss, Mitglied des Vorstands, verantwortlich für die Ressorts Sales und Technology bei PFISTERER
Die Energieinfrastruktur steht vor einem tiefgreifenden Wandel – doch die vielzitierte Zeitenwende hat längst begonnen, lange bevor der Begriff zum geflügelten Wort wurde. Steigender Strombedarf, die rasante Verbreitung von Elektromobilität und Wärmepumpen sowie der große Verbrauch von KI-Rechenzentren treiben die Entwicklung unaufhaltsam voran. Gleichzeitig forciert der Ausbau der Erneuerbaren eine grundlegende Transformation. Die Herausforderungen sind vielfältig, aber sie bieten Kapitalgebern auch hervorragende Möglichkeiten, denn die Investitionen in die Energieinfrastruktur versprechen über Jahrzehnte attraktive Renditen. Schließlich wird nicht nur in Deutschland kräftig ausgebaut – sondern auch in Asien, den USA und im Nahen Osten, betonen Dr. Konstantin Kurfiss und Johannes Linden, Mitglieder des Vorstandes bei PFISTERER.
Gewinnen vor diesem Hintergrund Ausbau und Erhalt eine noch größere Bedeutung als bisher? Kurfiss: Auf jeden Fall. Eine eigene Infrastruktur und eigene Erzeugung zu haben, bietet eine ganz klare Unabhängigkeit. Und das ist kein rein deutsches oder europäisches Thema mehr – das ist eine globale Entwicklung. Man sieht es in Asien mit riesigen Windparks, man sieht es im Mittleren Osten. Alle wollen raus aus der Abhängigkeit von Öl und Gas. Und ein Thema, das jetzt massiv an Bedeutung gewinnt, ist die Speicherung. Wenn wir die Energiewende ernst meinen, müssen wir den Strom auch dann nutzen können, wenn die Sonne nicht scheint.
Was ist jetzt wichtiger – Sicherheit oder Ausbau der Netze? Kurfiss: Wir haben hier gar keine Entweder-oder-Frage. Die Versorgungssicherheit steht immer an erster Stelle. Gleichzeitig lässt sich der Netzausbau in Deutschland nicht aufhalten. Wir haben die großen Windparks im Norden und müssen diese Energie in die Industrieregionen im Süden transportieren. Das geht mit leistungsfähigen Netzen. Die Herausforderung ist eigentlich, beides gleichzeitig zu tun.
Der Aus- und Umbau der Energieinfrastruktur ist attraktiv für Investoren und verspricht ein Wachstumspotenzial.
Ist der Umbau der Infrastruktur für Investoren interessant? Linden: Früher war die Energieinfrastruktur wegen ihrer Stabilität ein geschätzter Anlagesektor, aber ihr wurden wenig Wachstumspotenziale zugebilligt. Das hat sich vor dem Hintergrund der vielen Veränderungen fundamental gewandelt. PFISTERER als ein börsennotiertes Unternehmen ist ein hervorragendes Beispiel dafür, weil unsere Verbindungslösungen für die kritische Infrastruktur immer gebraucht werden. Der Aus- und Umbau der Energieinfrastruktur ist attraktiv für Investoren und verspricht echtes Wachstumspotenzial. Das bedeutet gute Renditemöglichkeiten – und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit, weil die Infrastruktur überall ausgebaut werden muss.
Von welchem Wachstum gehen Sie aus? Linden: Für die nächsten fünf Jahre wird ein Wachstum für unseren Markt von durchschnittlich elf bis zwölf Prozent jährlich prognostiziert. PFISTERER ist in den letzten Jahren sogar noch stärker gewachsen. Das liegt daran, dass wir unser Produktportfolio erweitert und damit den von uns bearbeiteten Teil des Marktes vergrößert haben, und gleichzeitig über 80 Prozent unserer Umsätze inzwischen außerhalb Deutschlands erzielen. Wenn man das grob überschlägt, bedeutet das: Wir planen, uns innerhalb der nächsten fünf Jahre in etwa zu verdoppeln – beim Umsatz, aber auch bei den technischen Lösungen, die wir anbieten.
Die Versorgungssicherheit steht immer an erster Stelle. Gleichzeitig lässt sich der Netzausbau in Deutschland nicht aufhalten.
Die drei Hauptaufgaben beim Ausbau der Energieinfrastruktur: - Netze ausbauen: Transporttrassen für Strom von Nord nach Süd verstärken. - Speicher schaffen: Batterien und andere Technologien bauen, um Strom für Zeiten ohne Sonne und Wind zu speichern und das Netz stabil zu halten. - Sicherheit gewährleisten: Versorgungssicherheit trotz schwankender Erneuerbarer garantieren erhöhen sowie geopolitische Abhängigkeiten reduzieren.