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28. Mai 2021

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Gesellschaft

„Je früher man anfängt, desto besser.“

Journalist: Armin Fuhrer

Die Finanzexpertin Jessica Schwarzer rät zum langfristigen Investieren in Aktien. Selbst kleine Summen lohnen sich, um ein kleines Vermögen aufzubauen.

Wie sind die Zeiten für das Thema Aktien? Günstig oder gerade nicht so?

Bei Aktien stellt sich diese Frage gar nicht, denn man sollte eigentlich im-mer investieren. Man wird niemals den optimalen Ein- oder Ausstiegszeitpunkt finden. Deshalb bin ich auch so ein großer Fan von Aktienfonds-Sparplänen. Ein Aktienfonds ist quasi ein Korb mit vielen Einzelaktien, den ein Fondsmanager bestückt. Oder man entscheidet sich für ETFs, das sind börsengehandelte Indexfonds. Mit Sparplänen kann man Monat für Monat investieren und freut sich nach zehn oder 20 Jahren über ein kleines Vermögen, denn die Renditen können sich durchaus sehen lassen. 

Wieso kann sich das Thema Aktien-Investment derzeit über so viel Aufmerksamkeit freuen?

Ich denke, viele Menschen haben den ersten Lockdown genutzt und sich einen Überblick über ihre Finanzen verschafft. Und viele erkannten dabei, dass sie dringend etwas tun müssten. 2020 gab es 12,4 Millionen Aktionärinnen und Aktionäre, das waren 2,7 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Das ist ein gigantischer Zuwachs und das erfreut mich sehr, weil die Deutschen ja eigentlich ziemliche Aktienmuffel sind. 

Und das, obwohl der Aktienindex zu Beginn der Pandemie doch total abgeschmiert ist.

Ja, ich finde es beeindruckend, dass viele Menschen trotzdem eingestiegen sind. Das war auch genau das Richtige, denn nach dem schnellen Crash kam ja auch eine schnelle Erholung. 

Sollte man einen langen Atem haben und nicht in Panik verfallen, wenn es mal zu einem Crash kommt?

Der lange Atem ist eine sehr wichtige Eigenschaft. Die Börse, so heißt es zurecht, ist kein Sprint, sondern ein Marathon. 

Wie lange sollte man mindestens investieren?

Es gibt Experten, die sagen fünf Jahre, andere empfehlen sieben. Ich würde mindestens zehn Jahre anraten, denn dann hat man die Chance, einen Crash auszusitzen. Normalerweise läuft ein Crash nicht so schnell und heftig wie 2020, sondern dauert ein bis zwei Jahre, und die Erholung kann auch schon mal fünf oder sieben Jahre dauern.

Da kann man als Anleger aber schon unruhig werden, oder?

Das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigt ganz klar, dass man bei einer Frist von zwölf Jahren bei deutschen Aktien in der Vergangenheit kein Verlustrisiko hat. Das ist natürlich keine Garantie für die Zukunft. Man sollte auch immer nur den Teil des Vermögens anlegen, den man bestimmt nicht in den nächsten Jahren für Anschaffungen oder als Notgroschen benötigt. Aber von seinem Ersparten kann man schon einen ordentlichen Teil investieren.

Mit welchen Summen lohnt es sich den, einzusteigen?

Das kommt drauf an, ob man einmal eine größere Summe oder regelmäßig kleinere Summen investieren möchte. Sparpläne machen durchaus schon ab 25 oder 50 Euro Sinn. Klar ist natürlich auch, dass es besser ist, wenn die Summe höher ist. Aber man kann wirklich bei Sparplänen schon mit ganz kleinen Summen anfangen.

Und das lohnt sich?

Ja, die Statistik des Fondsverbands BVI zeigt, wenn man monatlich 100 Euro in einen weltweit anlegenden Aktienfonds spart, man sich nach zehn Jahren über einen Depotwert von fast 17.200 Euro freuen kann. Investiert hat man 12.000 Euro. Das ist eine Rendite von sieben Prozent pro Jahr. Je früher man anfängt, desto besser.

Und wie fängt man an?

Es gibt sehr viele Informationsquellen wie den Bankberater, Presse und natürlich Bücher, Internetforen sowie Initiativen wie die Finanzheldinnen, bei der ich aktiv bin und vieles mehr. Man hat als Anfänger oft das Gefühl, dass die Börse sehr kompliziert. Mein Tipp: Einfach mal starten. Es ist besser, 80 Prozent richtig zu machen als 100 Prozent gar nicht zu machen. 

Investieren Frauen eigentlich anders als Männer?

Frauen gehen das Thema ein bisschen anders an als Männer. Diese investieren mehr nach dem Motto „höher, schneller, weiter“. Männer sind risiko- und entscheidungsfreudiger und interessieren sich eher für die Rendite. Frauen wollen alles ganz genau wissen, recherchieren sehr tiefgehend, gehen weniger über die Rendite, sondern eher über ihre Lebensziele oder ihre lang- und mittelfristige Planung. Sie lassen sich mehr beraten, sind aber anschließend auch sehr überzeugt von dem, was sie tun. Am Ende kann es durchaus sein, dass sie gar kein anderes Produkt gekauft haben, als die Männer – nur der Weg dahin war eben anders. Die Ergebnisse, die Frauen erzielen, sind am Ende übrigens oft einen kleinen Tick besser.

29. Dez 2025

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Gesellschaft

Vorsorge ab 50 – Sicherheit für Körper und Konto – Ein Beitrag von Uwe-Matthias Müller, Vorstand des Bundesverbands Initiative 50Plus Europa

Mit dem Älterwerden verändert sich nicht nur der Blick auf das Leben, sondern auch die Verantwortung für die eigene Zukunft. Menschen ab 50 stehen oft mitten im Leben – beruflich erfahren, familiär gefestigt, mit einem klareren Verständnis für das, was wirklich zählt. Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Vorsorge zu treffen: für die Gesundheit und für die Finanzen. **Gesundheit: Früher erkennen, besser leben** Ab 50 steigt das Risiko für chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Wer rechtzeitig handelt, kann Lebensqualität erhalten und Folgeerkrankungen vermeiden. Auch Impfungen, Zahnvorsorge und Krebsscreenings sind wichtige Bausteine. Prävention bedeutet nicht nur Kontrolle, sondern auch aktives Gestalten: Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit sind entscheidende Faktoren für ein vitales Altern. >Mit 50 beginnt eine Phase der Stabilität – aber auch der Weichenstellung. Wer jetzt handelt, profitiert von Zeit, Übersicht und Entscheidungsfreiheit. Vorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung. **Finanzen: Klarheit schafft Freiheit** Finanzielle Vorsorge ist ebenso zentral. Die gesetzliche Rente allein reicht oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Wer frühzeitig private Altersvorsorge betreibt – sei es durch Immobilien, Versicherungen oder Fonds – schafft sich Spielraum für die Zukunft. Auch das Thema Pflege sollte nicht verdrängt werden: Eine Pflegezusatzversicherung oder ein klarer Vorsorgeplan kann im Ernstfall Entlastung bringen. Wichtig ist, regelmäßig zu prüfen: Sind alle Unterlagen aktuell? Gibt es eine Patientenverfügung oder ein Testament? Wer vorbereitet ist, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch Angehörige. **Warum jetzt?** Mit 50 beginnt eine Phase der Stabilität – aber auch der Weichenstellung. Wer jetzt handelt, profitiert von Zeit, Übersicht und Entscheidungsfreiheit. Vorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung. Sie schafft Sicherheit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, das Leben auch im Alter aktiv zu gestalten. ## Fazit Vorsorge ab 50 ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Sie bedeutet, das Leben bewusst in die Hand zu nehmen – für mehr Gesundheit, finanzielle Stabilität und innere Ruhe. Wer heute vorsorgt, lebt morgen entspannter.

23. Dez 2025

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Gesellschaft

Warum es so wichtig ist, konsequent nachhaltig zu bauen – Ein Beitrag von Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand DGNB e.V.

Nachhaltiges Bauen bedeutet weit mehr als energieeffiziente Gebäude oder den Einsatz ökologischer Materialien. Es beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Gebäude über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg betrachtet werden: von der Planung über den Bau und die Nutzung bis hin zu Umbaumaßnahmen oder den Rückbau. Ziel ist es, Umweltbelastungen zu minimieren, Ressourcen zu schonen, Menschen gesunde und lebenswerte Räume zu bieten und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu schaffen. Stand heute ist der Bausektor nach wie vor für einen erheblichen Teil der globalen CO2-Emissionen, den Verbrauch natürlicher Ressourcen und den zunehmenden Verlust der Biodiversität verantwortlich. Gleichzeitig verbringen wir den Großteil unseres Lebens in geschlossenen Räumen, die unser Wohlbefinden stärken sollen, ohne dabei die Zukunft unseres Planeten zu gefährden. Zudem leben immer mehr Menschen in der Stadt. Der Bedarf an attraktiven und dazu noch klimaresilient gestalteten Freiräumen wächst. Nachhaltige Architektur bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um die Klimakrise zu bekämpfen, soziale Gerechtigkeit zu fördern und langfristige wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Wie ein Perspektivwechsel in diese Richtung gelingen kann, zeigen wir noch bis zum 28. Januar 2026 mit der ersten DGNB Ausstellung „What If: A Change of Perspective“ in der Berliner Architekturgalerie Aedes. Die Ausstellung fordert Besucherinnen und Besucher dazu auf, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen und die Themenvielfalt des nachhaltigen Bauens neu und unvoreingenommen auf sich wirken zu lassen. >Nachhaltige Architektur bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um die Klimakrise zu bekämpfen, soziale Gerechtigkeit zu fördern und langfristige wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Anhand gebauter Beispiele wird deutlich, dass viele Lösungen bereits existieren. So erfährt der Besuchende anschaulich, wie Gebäude klima- und ressourcenschonend geplant werden können, indem Materialien im Kreislauf geführt, Energie effizient genutzt oder sogar erzeugt wird und der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes berücksichtigt bleibt. Ebenso thematisiert werden Klimaanpassung und Resilienz: durch kluge Gestaltung, Begrünung und Freiräume können Gebäude und Städte besser mit Hitze, Starkregen oder Trockenperioden umgehen. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Menschen. Nachhaltiges Bauen stellt das Wohlbefinden, die Gesundheit und das soziale Miteinander in den Mittelpunkt. Architektur kann Begegnung fördern, Identität stiften und bezahlbaren Wohnraum schaffen, ohne dabei die Umwelt aus dem Blick zu verlieren. Auch der verantwortungsvolle Umgang mit bestehenden Gebäuden spielt eine zentrale Rolle. Sanieren, Umnutzen und Weiterbauen im Bestand werden als Strategien gezeigt, um Flächen zu schützen und Ressourcen zu sparen. Nicht zuletzt wird klar, dass Nachhaltigkeit keine Kostenspirale sein muss. Ganzheitlich geplante Gebäude sind oft wirtschaftlicher, weil sie langfristig Betriebskosten senken, Risiken minimieren und ihren Wert erhalten oder steigern. Nachhaltiges Bauen ist kein abstraktes Expertenthema und schon gar keine Zukunftsvision, sondern eine konkrete Chance. Für lebenswerte Städte, für gesunde Räume und für eine gebaute Umwelt, die den Herausforderungen unserer Zeit gewachsen ist. Als inhaltlich getriebener Non-Profit-Verein begreifen wir das nachhaltige Bauen seit unserer Gründung vor 18 Jahren als gesellschaftliche Aufgabe, nach der wir unser Handeln ausrichten. Mit der Ausstellung laden wir jeden einzelnen ein, genauer hinzusehen, weiterzudenken und selbst Teil des Wandels zu werden. Weitere Informationen gibt es unter www.dgnb.de/aedes