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28. Mai 2021

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Gesellschaft

Jeder in der Baubranche sollte sich regelmäßig weiterbilden

Journalist: Katja Deutsch

Im Unterschied zu allen anderen Ländern der Welt hat Deutschland einen riesengroßen Vorteil: Ein hervorragendes Ausbildungssystem, das Theorie und Praxis vereint. Die weltweit einmalige duale Ausbildung im Handwerk erlaubt, das praktisch im Betrieb gelernte Wissen theoretisch zu untermauern und beim dualen Studium bieten Deutschlands Hochschulen sogar zwei Ansätze. 

Prof. Joaquín Díaz, Professor für Bauinformatik und Nachhaltiges Bauen an der Technischen Hochschule Mittelhessen; Foto: Presse

An vielen Hochschulen integriert man hierbei das Studium mit einem Ausbildungssystem, sodass man am Ende zwei Abschlüsse erreicht. Der andere große Bereich ist das so genannte praxisintegrierte duale Studium, wie sie die duale Hochschule in Hessen und in Baden-Württemberg anbieten. Hier bekommen die Studierenden nur einen Abschluss und werden dazu verpflichtet, in der vorlesungsfreien Zeit in die Unternehmen zu gehen. 

Das ist ein Riesenvorteil, denn die Studierenden sind deutlich motivierter und die Erfolge extrem hoch“, sagt Prof. Joaquín Díaz, der seit 1998 an der Technischen Hochschule Mittelhessen als Professor für Bauinformatik und Nachhaltiges Bauen tätig ist. „Gerade im ingenieur-wissenschaftlichen Bereich ist die Verknüpfung von Theorie und Praxis total klasse. Wenn ich in der Hochschule neue Verfahren, Methoden und BIM Systeme lerne, dann kann ich sie wirklich in der Praxis einbringen. Hier befinden wir uns noch im deutlichen Vorteil gegenüber anderen Ländern.“ 

Um in der Baubranche auch zukünftig fit für den Arbeitsmarkt zu sein, sieht Prof. Díaz überall Bedarf. „Unsere Halbwertszeit beträgt rund drei Jahre, dann ist unser Wissen zur Hälfte veraltet. Stetige Weiterbildung wird deshalb immer wichtiger, das bedeutet, wir müssen bereit sein, dafür etwas unserer reinen, produktiven Arbeitszeit zu opfern.“ Das erfordere gute Konzepte und betreffe sämtliche Bereiche der Baubranche: Planer, Ausführende, Kaufleute. 

Corona hat auf die Baubranche kaum Auswirkungen, die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern ist größer denn je. „Wir müssen durch Weiterbildungen und den Einsatz digitaler Medien und Technologien die Attraktivität des Bauwesens steigern, damit wir wirklich mehr Leute bekommen. Denn fast die Hälfte aller frisch ausgebildeten Beschäftigten verlässt die Baubranche wieder. Letztendlich ist die Digitalisierung der Schlüssel zum Erfolg.“ 

Weiterbildungsangebote gibt es übrigens genug, was fehlt, ist der Wille. Die Baubranche hat die geringsten Weiterbildungstage, denn noch immer unterstellen viele Chefs ihren Angestellten fehlende Arbeitsmotivation anstatt zu begreifen, dass Fortbildung zu schnellerer und besserer Arbeit führt. Díaz: „Weiterbildung ist ein Muss, keine lästige Pflicht!“

Das betreffe auch Fragen der Digitalisierung und das Arbeiten mit Building Information Modeling. „Der wesentliche Punkt ist, dass die Planung die Vorwegnahme zum zukünftigen Handeln ist, wenn wir also alles, was wir real bauen, im Vorfeld durchdenken, dann meinen wir damit, dass wir erst digital planen – und dann optimieren!“ Dieser Zwischenschritt sei sehr wichtig, damit am digitalen Zwilling die optimale Planung vorgenommen werden könne, die sich kontrollieren und anhand von Alternativen und Simulationen verändern lasse.„Wenn man das ernst meint, schafft man es auch, dass die Probleme, die man üblicherweise auf Baustellen sieht, gar nicht erst entstehen“, ist Prof. Díaz überzeugt.

29. Dez 2025

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Gesellschaft

Vorsorge ab 50 – Sicherheit für Körper und Konto – Ein Beitrag von Uwe-Matthias Müller, Vorstand des Bundesverbands Initiative 50Plus Europa

Mit dem Älterwerden verändert sich nicht nur der Blick auf das Leben, sondern auch die Verantwortung für die eigene Zukunft. Menschen ab 50 stehen oft mitten im Leben – beruflich erfahren, familiär gefestigt, mit einem klareren Verständnis für das, was wirklich zählt. Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Vorsorge zu treffen: für die Gesundheit und für die Finanzen. **Gesundheit: Früher erkennen, besser leben** Ab 50 steigt das Risiko für chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Wer rechtzeitig handelt, kann Lebensqualität erhalten und Folgeerkrankungen vermeiden. Auch Impfungen, Zahnvorsorge und Krebsscreenings sind wichtige Bausteine. Prävention bedeutet nicht nur Kontrolle, sondern auch aktives Gestalten: Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit sind entscheidende Faktoren für ein vitales Altern. >Mit 50 beginnt eine Phase der Stabilität – aber auch der Weichenstellung. Wer jetzt handelt, profitiert von Zeit, Übersicht und Entscheidungsfreiheit. Vorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung. **Finanzen: Klarheit schafft Freiheit** Finanzielle Vorsorge ist ebenso zentral. Die gesetzliche Rente allein reicht oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Wer frühzeitig private Altersvorsorge betreibt – sei es durch Immobilien, Versicherungen oder Fonds – schafft sich Spielraum für die Zukunft. Auch das Thema Pflege sollte nicht verdrängt werden: Eine Pflegezusatzversicherung oder ein klarer Vorsorgeplan kann im Ernstfall Entlastung bringen. Wichtig ist, regelmäßig zu prüfen: Sind alle Unterlagen aktuell? Gibt es eine Patientenverfügung oder ein Testament? Wer vorbereitet ist, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch Angehörige. **Warum jetzt?** Mit 50 beginnt eine Phase der Stabilität – aber auch der Weichenstellung. Wer jetzt handelt, profitiert von Zeit, Übersicht und Entscheidungsfreiheit. Vorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung. Sie schafft Sicherheit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit, das Leben auch im Alter aktiv zu gestalten. ## Fazit Vorsorge ab 50 ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Sie bedeutet, das Leben bewusst in die Hand zu nehmen – für mehr Gesundheit, finanzielle Stabilität und innere Ruhe. Wer heute vorsorgt, lebt morgen entspannter.

23. Dez 2025

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Gesellschaft

Warum es so wichtig ist, konsequent nachhaltig zu bauen – Ein Beitrag von Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand DGNB e.V.

Nachhaltiges Bauen bedeutet weit mehr als energieeffiziente Gebäude oder den Einsatz ökologischer Materialien. Es beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Gebäude über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg betrachtet werden: von der Planung über den Bau und die Nutzung bis hin zu Umbaumaßnahmen oder den Rückbau. Ziel ist es, Umweltbelastungen zu minimieren, Ressourcen zu schonen, Menschen gesunde und lebenswerte Räume zu bieten und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu schaffen. Stand heute ist der Bausektor nach wie vor für einen erheblichen Teil der globalen CO2-Emissionen, den Verbrauch natürlicher Ressourcen und den zunehmenden Verlust der Biodiversität verantwortlich. Gleichzeitig verbringen wir den Großteil unseres Lebens in geschlossenen Räumen, die unser Wohlbefinden stärken sollen, ohne dabei die Zukunft unseres Planeten zu gefährden. Zudem leben immer mehr Menschen in der Stadt. Der Bedarf an attraktiven und dazu noch klimaresilient gestalteten Freiräumen wächst. Nachhaltige Architektur bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um die Klimakrise zu bekämpfen, soziale Gerechtigkeit zu fördern und langfristige wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Wie ein Perspektivwechsel in diese Richtung gelingen kann, zeigen wir noch bis zum 28. Januar 2026 mit der ersten DGNB Ausstellung „What If: A Change of Perspective“ in der Berliner Architekturgalerie Aedes. Die Ausstellung fordert Besucherinnen und Besucher dazu auf, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen und die Themenvielfalt des nachhaltigen Bauens neu und unvoreingenommen auf sich wirken zu lassen. >Nachhaltige Architektur bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um die Klimakrise zu bekämpfen, soziale Gerechtigkeit zu fördern und langfristige wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Anhand gebauter Beispiele wird deutlich, dass viele Lösungen bereits existieren. So erfährt der Besuchende anschaulich, wie Gebäude klima- und ressourcenschonend geplant werden können, indem Materialien im Kreislauf geführt, Energie effizient genutzt oder sogar erzeugt wird und der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes berücksichtigt bleibt. Ebenso thematisiert werden Klimaanpassung und Resilienz: durch kluge Gestaltung, Begrünung und Freiräume können Gebäude und Städte besser mit Hitze, Starkregen oder Trockenperioden umgehen. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Menschen. Nachhaltiges Bauen stellt das Wohlbefinden, die Gesundheit und das soziale Miteinander in den Mittelpunkt. Architektur kann Begegnung fördern, Identität stiften und bezahlbaren Wohnraum schaffen, ohne dabei die Umwelt aus dem Blick zu verlieren. Auch der verantwortungsvolle Umgang mit bestehenden Gebäuden spielt eine zentrale Rolle. Sanieren, Umnutzen und Weiterbauen im Bestand werden als Strategien gezeigt, um Flächen zu schützen und Ressourcen zu sparen. Nicht zuletzt wird klar, dass Nachhaltigkeit keine Kostenspirale sein muss. Ganzheitlich geplante Gebäude sind oft wirtschaftlicher, weil sie langfristig Betriebskosten senken, Risiken minimieren und ihren Wert erhalten oder steigern. Nachhaltiges Bauen ist kein abstraktes Expertenthema und schon gar keine Zukunftsvision, sondern eine konkrete Chance. Für lebenswerte Städte, für gesunde Räume und für eine gebaute Umwelt, die den Herausforderungen unserer Zeit gewachsen ist. Als inhaltlich getriebener Non-Profit-Verein begreifen wir das nachhaltige Bauen seit unserer Gründung vor 18 Jahren als gesellschaftliche Aufgabe, nach der wir unser Handeln ausrichten. Mit der Ausstellung laden wir jeden einzelnen ein, genauer hinzusehen, weiterzudenken und selbst Teil des Wandels zu werden. Weitere Informationen gibt es unter www.dgnb.de/aedes