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31. Mär 2026

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Lifestyle

„Jeder Platz, jede Runde und jeder Schlag sind anders“ – Im Interview mit Esther Henseleit

Journalist: Gunnar von der Geest

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Foto: © siehe Dateiname

Esther Henseleit ist das junge „Gesicht“ des deutschen Golfsports. Die Silbermedaillen-Gewinnerin der Olympischen Spiele 2024 über erfüllte Träume, Heimat-Gefühle und die nächsten Turniere.

Frau Henseleit, viele Menschen werden Ihren Namen erstmals 2024 in Paris gehört haben, als Sie überraschend Silber und damit die erste olympische Medaille für Deutschland im Golf gewinnen konnten. Was hat sich seitdem verändert? Olympia war für mich natürlich etwas Besonderes. Ich habe mir damit einen großen Traum erfüllt und bin sehr stolz auf die Medaille. Sportlich hat mir dieser Erfolg viel Selbstvertrauen gegeben. Er bestätigt, dass ich auch unter großem Druck auf diesem Niveau mithalten kann. Trotzdem arbeite ich weiterhin jeden Tag an mir und versuche, mich Schritt für Schritt zu verbessern. Zudem sind die Aufmerksamkeit und das Medieninteresse größer geworden. Das ist schön und fühlt sich wertschätzend an, bringt aber auch neue Erwartungen mit sich. Mein privater Alltag ist im Kern gleichgeblieben: trainieren, reisen, Turniere spielen – und zwischendurch Zeit mit den Menschen verbringen, die mir wichtig sind.

Als Neunjährige haben Sie Ihre Mutter zum ersten Mal auf den Golfplatz begleitet und wenig später Trainingsstunden genommen. Was macht für Sie bis heute den Reiz dieser Sportart aus? Golf ist extrem vielseitig. Der Sport fordert einen technisch, körperlich und vor allem mental; und man lernt eigentlich nie aus. Jeder Platz, jede Runde und jeder Schlag sind anders. Diese ständige Herausforderung, sich weiterzuentwickeln, kombiniert mit der Tatsache, dass man viel draußen und an besonderen Orten ist, fasziniert mich nach wie vor. Und man spielt dabei immer gegen sich selbst – das alles macht für mich den Reiz dieser Sportart aus.

Wichtig ist für mich eine gute Balance, also konzentriert und intensiv zu arbeiten, aber auch bewusst Zeit für Regeneration zu lassen, um über die lange Saison leistungsfähig zu bleiben.

Profi-Golf ist ein Ganzjahressport. Wie viele Turniere spielen Sie jährlich? Und wie sieht eine „normale“ Trainingswoche aus? Je nach Saison spiele ich etwa 20 bis 25 Turniere, hauptsächlich auf der LPGA Tour; dazu kommen einzelne Starts auf der Ladies European Tour. Dazwischen trainiere ich sehr strukturiert: Technik, kurzes Spiel, Putten und Athletik. Wichtig ist für mich eine gute Balance, also konzentriert und intensiv zu arbeiten, aber auch bewusst Zeit für Regeneration zu lassen, um über die lange Saison leistungsfähig zu bleiben.

2018 haben Sie Ihr Abitur abgelegt und sind anschließend gleich ins Profi-Lager gewechselt. Würden Sie auch anderen talentierten Golferinnen und Golfern raten, solch einen Schritt zu machen? Das lässt sich nicht so allgemein beantworten. Für mich war der Schritt nach dem Abitur richtig, weil ich mich bereit gefühlt habe und mich über die Q-School für die Ladies European Tour qualifizieren konnte. Aber jeder Weg ist individuell. Wichtig ist, sich realistisch einzuschätzen und gut beraten zu sein. Einige Golfer gehen zunächst in die USA ans College, entwickeln sich dort weiter und versuchen es im Anschluss als Profi – das war für mich damals jedoch kein Thema.

Sie haben Ihren Lebensmittelpunkt nach Scottsdale in Arizona (USA) verlegt. Was bedeutet für Sie als Kosmopolitin der Begriff „Heimat“? Ich versuche, so oft wie möglich nach Deutschland zu kommen, vor allem zu wichtigen Anlässen oder in der Saisonpause. Der Kontakt zu Familie und alten Freunden ist mir sehr wichtig, und wenn ich dann in Deutschland bin, sind es sehr wertvolle Momente. „Heimat“ ist für mich nicht nur ein Ort, sondern ein Gefühl – verbunden mit Menschen, Erinnerungen und Werten – und das gilt ganz besonders für meine Familie, aber auch für mein Zuhause mit meinem Mann Reece in Scottsdale.

Jeder Platz, jede Runde und jeder Schlag sind anders.

Vom 14. bis 17. Mai 2026 findet das prestigeträchtige Amundi German Masters, das einzige deutsche Turnier auf der Ladies European Tour, in Winsen bei Hamburg statt. Mehr als 10.000 Zuschauer werden erwartet. Bereitet Ihnen dies Druck oder Freude? Das Amundi German Masters ist ein Highlight in meinem Kalender. Es gibt kaum etwas Besseres, als vor heimischem Publikum abzuschlagen. Da ich den Großteil der Saison auf der LPGA Tour in den USA unterwegs bin, ist die Planung manchmal recht herausfordernd. Aber mein Ziel ist klar: Ich möchte dabei sein und auch um den Titel mitspielen. Deshalb arbeiten wir gerade intensiv daran, die Planung so zu finalisieren, dass ich im Mai in Top-Form am ersten Abschlag stehe. Ich tue alles dafür, dass es klappt und die Vorfreude ist riesig!

Sie durften bereits 2024 beim Solheim Cup, dem größten interkontinentalen Damen-Golfturnier der Welt, für das Team Europa antreten. Wie wichtig wäre Ihnen eine erneute Teilnahme 2026 in den Niederlanden? Der Solheim Cup hat für mich einen sehr hohen Stellenwert, da ich schon als Amateurin davon geträumt habe. Meine Teilnahme 2024 war eine große Ehre und eine einzigartige Erfahrung. Ich würde wahnsinnig gern nochmal für Europa spielen und dieses Teamgefühl erleben. Dass der Solheim Cup 2026 in den Niederlanden vor vielen europäischen Fans ausgetragen wird, macht das Turnier für mich zusätzlich besonders. Natürlich weiß ich, dass man sich diese Chance jedes Mal neu erarbeiten muss, aber genau das ist ein großer Ansporn für mich.

FACTBOX

Esther Henseleit (27) hat neben drei Profi-Turniersiegen, der Olympia-Silbermedaille 2024 und diversen Top-10-Platzierungen auch einige Auszeichnungen erhalten, u. a.: LET Rookie of the Year 2019, Siegerin LET Order of Merit (Gesamtwertung) 2019, Player of the Year der PGA of Germany 2019, 2023, 2024, Hamburger Sportlerin des Jahres 2019, 2024 sowie das „Silberne Lorbeerblatt“ 2024. Ihre beste Platzierung in der Weltrangliste: 19. Platz (Mai 2025).

27. Mär 2026

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Lifestyle

Zwischen Feinschliff und Neuanfang

![Helen Briem_(c)_Frank Föhlinger (2) Online.JPG](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Helen_Briem_c_Frank_Foehlinger_2_Online_23388c2dce.JPG) Helen Briem (20) ist eine der größten Hoffnungsträgerinnen im deutschen Golfsport. Nach ihrer Zeit als Weltranglistenerste bei den Amateuren und beeindruckenden Auftritten auf der Ladies European Tour schlägt sie nun bereits in ihrer zweiten Profi-Saison auf der prestigeträchtigen LPGA-Tour ab. **Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer Vorbereitung?** Ich möchte wieder mehr Konstanz in mein langes Spiel bringen, vor allem aus der Tee Box. Daher arbeite ich intensiv an meinem Schwung. Aber auch das Putten steht im Fokus. Zudem werde ich ein paar Tage früher zum ersten Turnier anreisen, um dort auf Rasen und unter Turnierbedingungen den letzten Feinschliff zu bekommen. **Worauf sind Sie mit Blick auf die kommenden Monate gespannt?** Ich freue mich auf meine erste Saison auf der LPGA, werde aber auch das ein oder andere LET-Turnier spielen. Das ist jedoch recht schwer zu planen. Daher bin ich gespannt, welche Turniere ich schlussendlich spielen werde und, ob es vielleicht sogar für das ein oder andere Major reicht. **Was gibt Ihnen auf dem Platz Vertrauen?** Ich versuche, mich auf meinen Rhythmus zu fokussieren. Ich weiß auch, dass es meist einen nächsten Tag gibt, an dem es wieder besser laufen kann. Außerdem stehen auf der Scorekarte keine Bilder – der Ball muss ins Loch, nicht jeder Schlag muss perfekt aussehen. Genau das rate ich auch Amateurgolfern: den Fokus auf den Rhythmus legen und sich nicht auf perfekte, sondern auf effektive Schläge konzentrieren. ![Nicolai von Dellingshausen_(c)_Frank Föhlinger Online .jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Nicolai_von_Dellingshausen_c_Frank_Foehlinger_Online_c8e56cb3d7.jpg) Nicolai von Dellingshausen (33) absolviert dieses Jahr seine vierte volle Saison auf der DP World Tour. Im vergangenen Jahr feierte er in Österreich seinen Premierensieg in der europäischen Eliteklasse und krönte die Spielzeit als bester Deutscher im Gesamtranking. **An welchen Details arbeiten Sie jetzt besonders, um sich optimal auf die Turniere einzustellen?** Ich arbeite vor allem daran, eine bessere Balance zwischen Belastung und Regeneration zu finden. Ich versuche, dieses Jahr bewusster zu planen und gleichzeitig die spielerischen und mentalen Fortschritte aus 2025 weiterauszubauen. **Welche Erwartungen haben Sie für diese Saison?** In der Vergangenheit haben meine Erwartungen selten zu etwas Positivem geführt. Daher versuche ich mich davon zu lösen. Wichtiger sind für mich die Standards, die ich mir über die Zeit erarbeitet habe – sowohl im spielerischen als auch im mentalen Bereich. Diese möchte ich nicht nur halten, sondern weiterentwickeln. **Wie gelingt es Ihnen, in entscheidenden Momenten fokussiert zu bleiben?** Es hilft mir, meine Gefühle in dem Moment bewusst wahrzunehmen und ehrlich zu mir zu sein. Dieses Annehmen von Druck oder Nervosität sorgt für Klarheit und gibt mir das Vertrauen, auch in schwierigen Momenten die richtigen Entscheidungen zu treffen. ![Max Kieffer_(c)_Frank Föhlinger_U (1) Kopie Online.JPG](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Max_Kieffer_c_Frank_Foehlinger_U_1_Kopie_Online_8aacbd4d7b.JPG) Max Kieffer (35) zählt seit über einem Jahrzehnt zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Golfsports. Nachdem der Düsseldorfer beeindruckende 13 Jahre ununterbrochen auf der DP World Tour aktiv war, nutzt er die Erfahrungen einer herausfordernden vergangenen Saison nun als Ansporn für einen fokussierten Neustart im kommenden Jahr. **Welche Themen stehen im Vordergrund?** Aktuell liegt mein Fokus vor allem darauf, mein Eisenspiel und mein Putten wieder auf ein höheres Level zu bringen. Im Eisenspiel ist es eine Mischung aus gezieltem Techniktraining und dem Übertragen der technischen Anpassungen auf den Platz. **Was nehmen Sie sich für diese Saison vor?** Ergebnistechnisch ist mein klares Ziel, mir die Tour-Karte der DP World Tour zurückzuholen. Gleichzeitig möchte ich mein Spiel weiterentwickeln und wieder auf ein hohes Level bringen. **Was hilft Ihnen, nach Rückschlägen den Kopf wieder freizubekommen?** Golf darf man nicht zu ernst nehmen. Rückschläge gehören dazu. Und mir hilft es, bewusst aus der Turnier-Bubble herauszukommen und Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Das rate ich auch Hobbygolfern: sich von schlechten Runden nicht zu sehr mitnehmen zu lassen und den Spaß am Spiel zu bewahren. ![Alexandra Försterling_(c)_Frank Föhlinger_2 Online.jpg](https://cwbucket.fra1.digitaloceanspaces.com/Alexandra_Foersterling_c_Frank_Foehlinger_2_Online_d89ae6c7c0.jpg) Alexandra Försterling (26) zählt zu den erfolgreichsten deutschen Golferinnen der vergangenen Jahre. Die Berlinerin startete 2023 als Profi durch, konnte seitdem bereits viermal auf der Ladies European Tour gewinnen und durfte bei den olympischen Spielen für das Team Deutschland antreten. **Woran arbeiten Sie in Ihrer Vorbereitung auf die neue Saison besonders?** Aktuell arbeite ich intensiv an meinem Schwung, da sich dafür die Saisonpause am besten eignet. Gleichzeitig lege ich großen Wert auf körperliche Regeneration, um nach meiner Verletzung 2025 wieder mein volles Potenzial zu erreichen. **Mit welchen Zielen gehen Sie in diese Saison?** Mein Ziel ist es, wieder im Siegerkreis zu stehen. Gleichzeitig möchte ich in jedem Turnier mein Bestes geben, geduldig bleiben, meinem Spiel vertrauen und die Freude am Golf bewahren. **Was hilft Ihnen, in Drucksituationen ruhig zu bleiben?** In Drucksituationen hilft mir die Konzentration auf meine Bauchatmung. Das beruhigt mich und senkt den Puls. Zudem lenke ich mich kurz ab, etwa durch ein lockeres Gespräch mit meinem Caddie. Das können auch Freizeitgolfer übernehmen: Ruhig atmen, im Moment bleiben und sich nicht von der Situation überwältigen lassen.