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26. Mär 2026

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Wirtschaft

Kreislaufwirtschaft als Sicherheitsstrategie – mit Dr. Britta Bookhagen, Arbeitsbereichsleiterin „Recyclingrohstoffe“, Deutsche Rohstoffagentur (DERA)

Journalist: Thomas Soltau

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Foto: BGR, Yasin Hemmati/unsplash

Rohstoffsicherheit entscheidet zunehmend über industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Dr. Britta Bookhagen von der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) erklärt, warum Kreislaufwirtschaft strategisch unverzichtbar ist – aber die Abhängigkeit von Primärrohstoffen nicht vollständig auflösen kann.

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Dr. Britta Bookhagen, Arbeitsbereichsleiterin „Recyclingrohstoffe“, Deutsche Rohstoffagentur (DERA)

Frau Dr. Bookhagen, ohne Rohstoffe keine Transformation. Wie eng sind Rohstoffsicherheit und Kreislaufwirtschaft heute tatsächlich miteinander verknüpft? Kreislaufwirtschaft ist ein struktureller Baustein strategischer Rohstoffsicherheit. Die effiziente Rückgewinnung von Materialien erhöht die Versorgungssicherheit. Kreislaufwirtschaft kann aber nur ein Standbein der Rohstoffsicherung sein – neben der Primärrohstoffgewinnung, Diversifizierung von Lieferketten, internationalen Kooperationen und anderen Strategien.

Deutschland will unabhängiger von Importen werden. Welche Rolle kann Recycling dabei realistisch spielen und wo liegen derzeit noch klare Grenzen? Bei einigen Metallrohstoffen kann das Recycling in Deutschland bereits einen bedeutenden Teil zur Bedarfsdeckung beitragen und damit Importe reduzieren. Insgesamt wird das Recycling auch mittelfristig den Primärabbau von Rohstoffen aber nicht ersetzen können.

Wenn wir auf Recyclingrohstoffe blicken. Bei welchen Materialien steht Deutschland vergleichsweise gut da und bei welchen deutlich schlechter? Bei Aluminium, Kupfer, Stahl, Blei, Zink und einigen Edelmetallen trägt das Recycling bereits signifikant zur Bedarfsdeckung bei. Insbesondere bei vielen kritischen Rohstoffen wie Gallium, Germanium oder den Seltenen Erden ist das Recycling aus verschiedenen Gründen jedoch noch nicht wirtschaftlich und findet daher kaum oder gar nicht statt.

Bei Aluminium, Kupfer, Stahl, Blei, Zink und einigen Edelmetallen trägt das Recycling bereits signifikant zur Bedarfsdeckung bei.

Viele Unternehmen bekennen sich zur Kreislaufwirtschaft, handeln aber zögerlich. Was bremst aus Ihrer Sicht am stärksten: Technik, Kosten oder fehlende Planungssicherheit? Die Kreislaufwirtschaft muss als Gesamtsystem wirtschaftlich funktionieren. Sie beginnt beim Produktdesign, reicht über verlässliche Sammel- und Sortierinfrastrukturen, die Berücksichtigung technischer Grenzen der Recyclingprozesse, zügige Genehmigungsverfahren für Anlagen sowie wettbewerbsfähige Energiekosten. Entscheidend ist ebenfalls ein stabiler Absatzmarkt für die Recyclingrohstoffe. Dennoch kann jedes Unternehmen an eigenen Stellschrauben drehen und einen Beitrag leisten, der zum Gesamtsystem beiträgt.

Mit Blick auf die Gegenwart. Welche ein oder zwei aktuellen Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten beschäftigen Sie derzeit besonders? Die Exportbeschränkungen von China auf verschiedene Rohstoffe wie Seltene Erden, Gallium und Wolfram, da hier zentrale Industrien betroffen sind und Alternativen schwer aufzubauen sind.

Wenn Sie Unternehmen einen zentralen Rat geben müssten. Was ist der wichtigste erste Schritt, um Rohstoffsicherheit und Kreislaufwirtschaft sinnvoll zusammenzudenken? Eine konsequente Analyse der eigenen Materialflüsse. Unternehmen sollten genau wissen, welche Rohstoffe sie in welchen Mengen, Qualitäten und Anwendungen einsetzen, wo diese herkommen und was am Ende ihres Lebenszyklus mit ihnen passiert. Nur so werden Abhängigkeiten und Rückgewinnungspotenziale sichtbar und gezielte Entscheidungen zu Design, Lieferanten und Recycling möglich. Ohne ein klares Bild der eigenen Materialströme bleibt Kreislaufwirtschaft abstrakt – als Rohstoffbeitrag wird sie jedoch zu einem strategischen Instrument für die Versorgungssicherheit.

Unternehmen sollten genau wissen, welche Rohstoffe sie in welchen Mengen, Qualitäten und Anwendungen einsetzen, wo diese herkommen und was am Ende ihres Lebenszyklus mit ihnen passiert.

16. Sep 2026

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Wirtschaft

Viel Innovationskraft

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten stehen viele mittelständische Unternehmen vor der Herausforderung, Innovationen zu entwickeln, um konkurrenzfähig zu bleiben – oder sogar einen Vorsprung vor den Wettbewerbern zu erlangen. Große Unternehmen haben einen scheinbaren Vorteil, denn oft verfügen sie über eigene Forschungsabteilungen, die die Produktpalette erweitern oder neu aufstellen. Deutschlands Wirtschaft aber basiert in erster Linie auf einem breiten Mittelstand, der solche Abteilungen nicht hat. Das muss kein Nachteil sein. Denn während große Unternehmen oft wie schwere Tanker auf hoher See agieren, also schwerfällig und langsam, sind mittelständische Unternehmen wie Schnellboote: flexibel und rasch in der Lage, sich auf eine neue Situation einzustellen und neue Ideen zügig umzusetzen. Allerdings müssen auch sie wissen, wie. Wichtig ist stets, die Mitarbeiter einzubinden, denn gute Ideen kommen oft direkt aus der Belegschaft. Kurze Wege zum Chef erleichtern den Austausch. Ebenso sollten Firmen ihre Kunden fragen, was sie sich wünschen. Eine weitere Möglichkeit ist die Zusammenarbeit mit einer Hochschule oder jungen Start-ups mit frischen Ideen. Auf diese Weise können neue Ideen und neues Wissen eingekauft werden. >Nach potenziellen Innovationsmöglichkeiten sollte man schon dann Ausschau halten, wenn sich die wirtschaftliche Lage gerade gut darstellt, denn dann kann frei von Zeitdruck gehandelt werden. Mittelständische Firmen sind viel besser als große Unternehmen in der Lage, solche neuen Ideen in kleinen Schritten zu testen, statt jahrelang im Stillen zu planen. Wenn etwas nicht klappt, können sie den Plan relativ unkompliziert ändern. Bei all diesen Schritten konzentrieren sie sich voll auf ihre Kernkompetenzen und verbessern diese ständig. Nach potenziellen Innovationsmöglichkeiten sollte man schon dann Ausschau halten, wenn sich die wirtschaftliche Lage gerade gut darstellt, denn dann kann frei von Zeitdruck gehandelt werden. Allerdings kann es auch sein, dass ein Mittelständler zu dem Schluss kommt, dass es besser ist, einen radikalen Schnitt zu machen statt kleiner Schritte. In diesem Fall können radikale Innovationen infrage kommen, die das Unternehmen gänzlich neu aufstellen. Statt bestehende Produkte nur schrittweise zu verbessern, lösen Unternehmen sich von der Gegenwart und entwickeln disruptive Geschäftsmodelle für die Zukunft. Die Bedeutung des innovationsfreudigen Mittelstands für die deutsche Wirtschaft insgesamt ist von großer Bedeutung. Denn er ist ein Katalysator für den technologischen Fortschritt und sichert als Treiber der Transformation die globale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Viele deutsche Mittelständler sind Hidden Champions, die durch ständige Innovationen ihre weltweite Marktführerschaft in Nischen behaupten und so den Exporterfolg sichern. Nicht zuletzt bringen sie Hightech-Arbeitsplätze und modernes Know-how in ländliche Räume, was die regionale Wirtschaft stärkt und Disbalancen ausgleicht. Somit stabilisieren sie die Wirtschaft hierzulande – gerade auch in herausfordernden Zeiten. >Denn während große Unternehmen oft wie schwere Tanker auf hoher See agieren, also schwerfällig und langsam, sind mittelständische Unternehmen wie Schnellboote: flexibel und rasch in der Lage, sich auf eine neue Situation einzustellen und neue Ideen zügig umzusetzen.