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27. Sep 2019

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Lifestyle

Mehr Aroma durch die perfekte Zubereitung

Journalist: Katja Deutsch

Gemüse, Fisch und Fleisch können durch die richtige Zubereitung zu wahren Köstlichkeiten werden, die dem Gaumen höchsten Genuss schenken. Kevin Fehling, Inhaber und Drei-Sterne-Koch des Hamburger Restaurants The Table, weiß: Das Wichtigste ist immer ein gutes Produkt. 

„Beim Gemüse geht es darum, so kurz wie möglich zu garen, um das Aroma zu erhalten“, erklärt er. „Dazu gibt man es in kochendes Wasser. Wer Gemüse auf dem Herd langsam erwärmt, riskiert den Entzug von Farbelementen, Geschmack und Vitaminen. Die Textur soll dabei erhalten bleiben, das Gemüse also weder zu hart noch zu weich werden.“

Erbsen verwendet der Spitzenkoch in Form von Bio-Tiefkühlware, die er gefroren pulverisiert und als reine geschmackliche Essenz seinen Gerichten zufügt. Sellerie wird in einen festen Salzteig gewickelt und dann bei relativ hoher Temperatur geröstet. Entfernt man der Teig, besticht der Sellerie durch ein unvergleichliches Aroma. Wer blanchiert, sein Gemüse also in viel Wasser kocht, hat den Geschmack in der Luft und im Kochwasser, aber nicht mehr dort, wo er hingehört. Selbst Gurken hebt der Spitzenkoch in die Riege der Gourmetküche: „Wir schneiden die Gurke in Scheiben und vakuumieren sie eine halbe Stunde in japanischem Yuzusaft. Danach überrascht die Gurke mit einem tollen Aroma.“

Wie erhält und intensiviert man das zarte Aroma eines Fisches? Der Spitzenkoch schwärmt von seinem Kabeljau, dessen dickes Rückenstück eingesalzen und in Folie gewickelt wird. Nach einer 90-minütigen Einwirkzeit schneidet er daraus Medaillons, die sieben Minuten lang Sous Vide gekocht werden. „Diese kleinen, nur rund 70 Gramm schweren Stücke sind ein wunderbarer Zwischengang. Durch die Beize und das Sous Vide-Garen haben sie ein außergewöhnliches Aroma, schmecken wunderbar und zergehen fast auf der Zunge." 

Um das beste Fleisch zu bekommen, zieht in den Morgenstunden ein Jäger des Vertrauens für The Table los, der an bestimmten Waldgebieten Niedersachsens ausgewählte Tiere sucht, die – unter anderem – gerne Kräuter gefressen haben. Das Fleisch behält sein Aroma, indem man es zuerst klassisch anbrät, damit sich die Poren schließen, und anschließend bei 90 Grad im Ofen gart. „Besonders wichtig: Nach dem Garprozess soll sich das Fleisch beruhigen. Dazu schaltet man den Ofen aus, öffnet einen Spalt breit die Ofentür und lässt das Fleisch mindestens zehn Minuten bei circa 50 Grad Restwärme liegen. Dadurch bleibt es zarter und saftiger. Anschließend das Fleisch nach Belieben mit Butter, Kräuter und Gewürzen in einer Pfanne erhitzen.“

Selbstverständlich wird das Aroma eines jeden Ganges auch durch den passenden Wein verstärkt. Kevin Fehling arbeitet seit 14 Jahren mit seinem Sommelier zusammen, der ihn blind versteht, wie er sagt. Zusammen mit dem Sous Chef probiert das Trio zu jedem neuen Gericht drei Weine und entscheidet dann gemeinsam, welcher genommen wird. „Manchmal bekommt ein Gericht dadurch einen Push, manchmal wirkt er als hervorragende Begleitung. Auch unsere Gäste beurteilen die Verbindung zum Wein als sehr wichtig, weit über 90 Prozent wählen die passende Weinreise.“

29. Apr 2026

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Lifestyle

Sommermomente in Nah und Fern – Ein Beitrag von Lena Martin (@inspirationdelavie), Reisebloggerin und Content Creatorin

Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Städtereisen sind dabei für viele längst zu einer der liebsten Formen geworden, kurze Auszeiten zu nehmen: Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland zieht es jedes Jahr in eine Stadt. Dabei geht der Blick immer häufiger weg von den großen Klassikern wie Berlin oder Paris und hin zu Orten, die leiser erzählen, aber oft länger nachklingen. Städte wie Brügge mit ihren verwunschenen Gassen und stillen Grachten oder die Küstenregionen Andalusiens mit ihren weiten Ausblicken, kleinen Hafenstädten und dem lebendigen Málaga zeigen, wie viel Charme abseits der bekannten Routen steckt. Neben bekannten Sehnsuchtsorten wie Marseille oder Bremen stehen auf meiner persönlichen Bucket-List Städte wie Kopenhagen, Porto oder Gent. Orte, die Kultur, entspanntes Lebensgefühl und kulinarische Vielfalt auf ganz eigene Weise verbinden und genau deshalb im Gedächtnis bleiben. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, wie unterschätzt viele Destinationen noch immer sind! Ob Regensburg, Bamberg oder Pottenstein im Süden, Jena und Dresden im Osten, Lüneburg und Lübeck im Norden oder Saarburg, Wiesbaden und Baden-Baden im Westen – jede Region hat ihre eigenen „Perlen“, die es zu entdecken gilt. Gerade diese Orte sind perfekt für den Trend des Slow-Travels: durch Altstädte schlendern, architektonische Details entdecken und zwischendurch immer wieder innehalten, um regionale Spezialitäten zu genießen. >Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Denn Kulinarik ist einer der wichtigsten Bestandteile moderner Städtereisen. Besondere Märkte, kleine Cafés, lokale Restaurants und kreative Food-Konzepte prägen das Erlebnis ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Regionale Produkte, saisonale Gerichte und authentische Küche schaffen eine Verbindung zum Reiseziel, die weit über das Visuelle hinausgeht. Genau diese Mischung aus Entdecken und Genießen macht den Reiz vieler kleinerer Städte aus. Auch für Kurztrips und verlängerte Wochenenden bieten sich unzählige Möglichkeiten: Naturregionen wie das Fichtelgebirge, der Pfälzerwald oder der Schwarzwald verbinden Natur, kleine Wanderungen und Erholung mit kulinarischen Highlights. Ergänzt wird dieses Angebot durch charmante Kleinstädte und Ausflugsziele, die sich ideal für spontane Reisen eignen. Auch in unseren Nachbarländern zeigt sich dieses neue Reisegefühl ganz deutlich. Städte wie Straßburg, Dinant, Luxemburg oder Groningen stehen sinnbildlich für eine Art des Reisens, bei der es weniger um Größe oder Bekanntheit geht, sondern um Atmosphäre, Lebensgefühl und diese kleinen, unerwarteten Details, die einen Ort unverwechselbar machen. Der Sommer lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und vor allem Unbekanntem eine Chance zu geben. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Die schönsten Reiseerlebnisse entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – abseits der Touristenpfade, irgendwo zwischen kleinen Gassen, regionalen Köstlichkeiten und dem Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.