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24. Jun 2026

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Gesundheit

Mit App-Begleiter durch die Krebstherapie

Journalist: Christiane Meyer-Spittler

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Foto: Presse, Privat

Jede Krebsdiagnose wirft Betroffenen erst mal aus der Bahn. Gerade dann sind ein kühler Kopf und der Überblick durch den kommenden Therapiealltag gefragt.

Nach einer Diagnose kommt eine Unmenge an Informationen, Verordnungen, Behandlungen und Therapien auf die Patienten zu. Gerade in der Krebsmedizin werden die Behandlungsmöglichkeiten erfolgreicher, aber auch immer individueller und komplexer. Viele unterschiedliche Ansprechpartner und Stationen müssen durchlaufen werden.

Die aktive Mitarbeit durch das Festhalten von Befinden und möglicher Beschwerden der Erkrankten kann die Therapie dabei maßgeblich unterstützen. Genau darauf sind die behandelnden Ärzte und das Fachteam angewiesen, denn für einen optimalen Heilungsweg ist eine genaue Bewertung des individuellen Krankheitsverlaufes und eine hierauf abgestimmte Optimierung der Therapien unerlässlich.

Für solche Fälle ist nun Onkobutler auf dem Markt – eine App, mit welcher Ärzte gemeinsam mit der Firma Amgen ein wertvolles Hilfsmittel realisiert haben. Mit ihr kann der persönliche Verlauf einer onkologischen Therapie sehr einfach und schnell strukturiert festgehalten und für das jeweilige Behandlungsteam sichtbar und bewertbar gemacht werden. Das kann eine solide Basis für die persönliche Krebstherapie schaffen, besonders während der intensiven Behandlungsphasen.

Im digitalen Tagebuch sind die Vitalwerte und das Wohlbefinden unter Beachtung des Datenschutzes sicher gespeichert. Daraus erstellt diese App mit einem Klick des Betroffenen aussagekräftige Grafiken über die sehr individuellen Symptome und Beschwerden. Sie lassen sich einfach und übersichtlich aufbereiten und für das nächste weichenstellende Arztgespräch an die Praxis oder Behandler geschützt übermitteln.

Dank des Engagements von Amgen ist Onkobutler für Patienten unter Krebstherapie kostenfrei verfügbar. Die App ist übersichtlich und kann intuitiv bedient werden. Wer WhatsApp auf dem Mobiltelefon nutzt, kommt problemlos auch mit dieser App zurecht. Das ist von großer Wichtigkeit für Betroffene, die oftmals gerade zu Therapiebeginn ganz von der Behandlung vereinnahmt sind. Die App ist so konzipiert, dass sie während einer Krebstherapie gleichermaßen von allen Betroffenen nutzbar ist – unabhängig von der zugrundeliegenden Krebserkrankung und unabhängig von der Therapieart.

Desweiteren lässt sich über Onkobutler ein Medikamentenmanagement einrichten. Das erinnert zuverlässig an die rechtzeitige Einnahme von unterschiedlichen Medikamenten: wann, wie viele wovon und wie lange. Genauso wichtig ist die Hinterlegung relevanter Notfalldaten, damit diese in bestimmten Situationen unmittelbar verfügbar sind. Nicht zu unterschätzen ist auch der psychologische Aspekt eines solchen Begleiters: Dadurch wird nicht über, sondern mit einem Patienten gesprochen, der wieder ein Stück weit ‚das Zepter in der Hand‘ hält.

Das Arztgespräch kann ‚auf Augenhöhe‘ stattfinden, was für die mentale Gesundheit in dieser äußerst schwierigen Lebensphase sehr wichtig sein kann.

25. Jun 2026

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Gesundheit

Mit Datennutzung und Innovationen zur Smarten Gesundheitsversorgung –Ein Beitrag von Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Denn moderne Medizintechnik liefert genau das, was eine smarte Gesundheitsversorgung braucht: Kontinuierlich verfügbare Daten, intelligente Vernetzung und KI-gestützte Lösungen, die neue Versorgungswege ermöglichen. Unser Problem in Deutschland ist: sektorale Strukturen, tradierte Vergütungssysteme und uneinheitliche Vorgaben bremsen die digitale Transformation bislang aus. Was muss getan werden? Wir müssen Daten besser verfügbar machen. Wir müssen internationale Standards für Datenformate und -sicherheit verwenden. Wir müssen digitale Versorgung besser etablieren. Wir müssen digitale Versorgungspfade umsetzen. Die Nutzung von Daten ist das Kernelement, das digitale Versorgung in allen Sektoren und Situationen kennzeichnet. Dabei kann die Nutzung der Daten sehr verschieden gestaltet sein. Beispiele sind: - die Steuerung von Patientenpfaden anhand von aktuellen Daten und Informationen aus der Patientenhistorie, - das permanente Monitoring des Gesundheitszustandes anhand von kontinuierlich erhobenen Daten aus Sensoren oder anderen Messgeräten, - das situationsbezogene Management anhand von Alarmen bzw. Meldungen, - die Nutzung von Daten für die Weiterentwicklung von Produkten und Services sowie für Training, Validierung und Einsatz von KI, - die Nutzung von Daten für Digital Twin-Ansätze oder - die Nutzung von Daten für Training, Schulung, Weiterbildung. Wichtig ist, dass die erforderlichen Daten in der Versorgung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort verfügbar sind, ein nutzbares Format haben oder über eine Schnittstelle genutzt werden können und die Rahmenbedingungen für die Datennutzung klar sind. **Aus Sicht der MedTech-Branche fordern wir:** - In einem neuen Primärversorgungssystem sollte die digitale Ersteinschätzung so entwickelt werden, dass künftig auch Echtzeitdaten für eine valide Ersteinschätzung genutzt werden können. - Für „Digital Twin-Technologien“ sollten pseudonymisierte Behandlungsdaten nutzbar gemacht werden. Denn Simulationen anhand von vorhandenem Bildmaterial können invasive Diagnostik verhindern oder Therapieschritte vorbereiten. - Das Einwilligungsmanagement zur Datennutzung im Behandlungsablauf sollte bundesweit vereinheitlicht werden und auf einer einheitlichen Interpretation der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) basieren. - Für die Verbesserung von Produkten und Services braucht die Industrie Zugang zu Gesundheitsdaten und teilt selbst auch ihre Daten. Dabei sind allerdings IP-Rechte zu beachten, gerade bei Medizinprodukten. - Unser Appell: Smarte Gesundheitsversorgung entsteht nicht durch einzelne Innovationen, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Vernetzung und KI. Die Zukunft der Versorgung ist möglich – jetzt muss das System folgen. ## Zum Autor: Dr. Marc-Pierre Möll ist seit April 2019 Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie e. V. in Berlin sowie Geschäftsführer der BVMed-Akademie. Er ist zudem Mitglied des BVMed-Vorstands.