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2. Apr 2026

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Lifestyle

Mit der Kamera die Welt entdecken – mit Tom Jünemann, staatl. gepr. Techniker im Maschinenbau und leidenschaftlicher Naturfotograf

Journalist: Nadine Wagner

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Foto: Tom Jünemann

Tom Jünemann ist staatl. gepr. Techniker im Maschinenbau und leidenschaftlicher Naturfotograf. Seit 2019 verfolgt er sein Hobby professionell, seit 2023 arbeitet er hauptberuflich hinter der Kamera. Im Interview erzählt er, welche Momente ihn in der Natur besonders bewegen, warum Polarlichter ihn seit Jahren faszinieren und welche Reiseziele noch ganz oben auf seiner Liste stehen.

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Tom Jünemann, staatl. gepr. Techniker im Maschinenbau und leidenschaftlicher Naturfotograf

Welches Foto hat bei dir die Leidenschaft für die Naturfotografie entfacht? Nach meinem Auslandsjahr in Australien 2015 machte ich einen Winterurlaub in Berchtesgaden. Zwar hatte sich mein Interesse an der Fotografie schon in Australien angedeutet, aber die verschneiten Alpenmotive haben meine Leidenschaft dann richtig entfacht. Ich ließ ein paar Bilder sogar auf Leinwand drucken und ab da war für mich klar: Die Fotografie will ich weiterverfolgen.

Was fasziniert dich persönlich an der Natur? Wenn ich mal bei den Bergen bleibe: Nach einer anstrengenden Wanderung am frühen Morgen den Sonnenaufgang in völliger Stille zu erleben, ist einfach magisch. Man hört nur den Wind, ein paar Vögel und manchmal das leise Rollen von Steinen. Solche ruhigen Momente sind für mich unbezahlbar.

Was ist an der Naturfotografie überraschend leicht und was besonders herausfordernd? Einfach ist es, wenn das Licht weich ist, also morgens kurz vor und nach Sonnenaufgang oder am Abend beim Sonnenuntergang. Mittags dagegen macht es die harte Sonne schwer: Grelles Licht, harte Schatten, zu viele Kontraste; da hilft dann auch kein Photoshop mehr. In der Fotografie gibt es dazu ein gutes Sprichwort: Zwischen zehn und drei hat der Fotograf frei.

Mein Lieblingsmotiv ist die Rakotzbrücke in Kromlau. Besonders ist das optische Spiel: Die halbkreisförmige Brücke spiegelt sich im Wasser des Rakotzsees so, dass sie als voller Kreis erscheint.

Welches war eines deiner beeindruckendsten Erlebnisse? Seit Jahren wollte ich zumindest einmal im Leben Polarlichter sehen. Vor knapp drei Jahren war es dann soweit, in Thüringen. Die Herausforderung liegt dann aber insbesondere im Fokussieren in völliger Dunkelheit. Mithilfe einer entfernten Lichtquelle, z. B. einem hellen Stern, stellt man die Kamera ein, anschließend übernimmt eine Langzeitbelichtung die Arbeit. Nach einigen Sekunden zeigt sich auf dem Kameradisplay das, man am Himmel nur ganz leicht sieht, aber dafür in verstärkter Form. Einfach magisch und etwas, worauf man als Fotograf lange hinarbeitet!

Gibt es in Deutschland eine Kulisse, die dich überrascht hat? Ja, der Herzogstuhl in der Nähe von Erfurt. Ein kleines Lustschlösschen mit Turm und Fachwerk, richtig hübsch. Ich liebe diesen Spot und fotografiere ihn zu jeder Jahreszeit gern. Aber mein Lieblingsmotiv ist die Rakotzbrücke in Kromlau. Besonders ist das optische Spiel: Die halbkreisförmige Brücke spiegelt sich im Wasser des Rakotzsees so, dass sie als voller Kreis erscheint.

Du und deine Partnerin habt vor zwei Jahren einen Sprinter ausgebaut. Hat alles so geklappt wie geplant? Eigentlich hatten wir sechs Monate für den Ausbau eingeplant, aber es zog sich auf rund ein Jahr. Es gab Lieferverzögerungen und kleine Pannen, z. B. mussten die Fenster noch einmal komplett neu eingebaut werden, weil sie undicht waren. Bevor es dann auf die große Norwegenreise ging, machten wir ein paar Testfahrten, u. a. nach Italien. Die Idee für den Camper entstand auch, weil wir in fünf gemeinsamen Jahren noch nie zusammen Urlaub gemacht hatten, da war es einfach an der Zeit!

Was darf auf keiner Reise fehlen? Unverzichtbar sind für mich ein Standard-Zoom mit Weitwinkelbereich und ein Teleobjektiv. Gerade in der Landschaftsfotografie ist das Weitwinkelobjektiv echt ein Muss.

Welche Ziele stehen auf deiner To-Go-Liste? Ich möchte unbedingt noch einmal nach Neuseeland. Die Mischung aus Bergen, Küsten und weiten Ebenen ist einfach einmalig. Außerdem reizen mich Kanada, eine Safari in Afrika und die Antarktis. Mich faszinieren die Extreme: von eisiger Kälte bis zu unberührter Natur in all ihren Facetten.

Mich faszinieren die Extreme: von eisiger Kälte bis zu unberührter Natur in all ihren Facetten.

29. Apr 2026

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Lifestyle

Sommermomente in Nah und Fern – Ein Beitrag von Lena Martin (@inspirationdelavie), Reisebloggerin und Content Creatorin

Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Städtereisen sind dabei für viele längst zu einer der liebsten Formen geworden, kurze Auszeiten zu nehmen: Rund 34 Millionen Menschen in Deutschland zieht es jedes Jahr in eine Stadt. Dabei geht der Blick immer häufiger weg von den großen Klassikern wie Berlin oder Paris und hin zu Orten, die leiser erzählen, aber oft länger nachklingen. Städte wie Brügge mit ihren verwunschenen Gassen und stillen Grachten oder die Küstenregionen Andalusiens mit ihren weiten Ausblicken, kleinen Hafenstädten und dem lebendigen Málaga zeigen, wie viel Charme abseits der bekannten Routen steckt. Neben bekannten Sehnsuchtsorten wie Marseille oder Bremen stehen auf meiner persönlichen Bucket-List Städte wie Kopenhagen, Porto oder Gent. Orte, die Kultur, entspanntes Lebensgefühl und kulinarische Vielfalt auf ganz eigene Weise verbinden und genau deshalb im Gedächtnis bleiben. Innerhalb Deutschlands zeigt sich, wie unterschätzt viele Destinationen noch immer sind! Ob Regensburg, Bamberg oder Pottenstein im Süden, Jena und Dresden im Osten, Lüneburg und Lübeck im Norden oder Saarburg, Wiesbaden und Baden-Baden im Westen – jede Region hat ihre eigenen „Perlen“, die es zu entdecken gilt. Gerade diese Orte sind perfekt für den Trend des Slow-Travels: durch Altstädte schlendern, architektonische Details entdecken und zwischendurch immer wieder innehalten, um regionale Spezialitäten zu genießen. >Der Sommer ist wie eine offene Tür nach draußen: Eine Einladung, Neues zu entdecken, Bekanntes anders zu sehen und sich einfach treiben zu lassen. Denn Kulinarik ist einer der wichtigsten Bestandteile moderner Städtereisen. Besondere Märkte, kleine Cafés, lokale Restaurants und kreative Food-Konzepte prägen das Erlebnis ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Regionale Produkte, saisonale Gerichte und authentische Küche schaffen eine Verbindung zum Reiseziel, die weit über das Visuelle hinausgeht. Genau diese Mischung aus Entdecken und Genießen macht den Reiz vieler kleinerer Städte aus. Auch für Kurztrips und verlängerte Wochenenden bieten sich unzählige Möglichkeiten: Naturregionen wie das Fichtelgebirge, der Pfälzerwald oder der Schwarzwald verbinden Natur, kleine Wanderungen und Erholung mit kulinarischen Highlights. Ergänzt wird dieses Angebot durch charmante Kleinstädte und Ausflugsziele, die sich ideal für spontane Reisen eignen. Auch in unseren Nachbarländern zeigt sich dieses neue Reisegefühl ganz deutlich. Städte wie Straßburg, Dinant, Luxemburg oder Groningen stehen sinnbildlich für eine Art des Reisens, bei der es weniger um Größe oder Bekanntheit geht, sondern um Atmosphäre, Lebensgefühl und diese kleinen, unerwarteten Details, die einen Ort unverwechselbar machen. Der Sommer lädt dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und vor allem Unbekanntem eine Chance zu geben. Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Die schönsten Reiseerlebnisse entstehen oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet – abseits der Touristenpfade, irgendwo zwischen kleinen Gassen, regionalen Köstlichkeiten und dem Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.